Antrag auf Hausratversicherung (Foto: imago/suedraumfoto)

Wie die Hausratversicherung immer aktuell bleibt

Yvonne Schleinhege   23.06.2022 | 10:29 Uhr

Die Stiftung-Warentest hat 247 Tarife für die Hausratsversicherung verglichen. Dabei sind teils deutliche Preisunterschiede aufgefallen. Vergleichen lohnt also. Und auch abseits der Tarifwahl gilt es einiges zu beachten. Gerade bei alten Tarifen sollten die Versicherungsnehmer die Bedingungen und die Versicherungssumme regelmäßig überprüfen.

Hausrat ist nichts weniger als all das, was uns wichtig ist. Möbel, Teppiche, Bücher, Kleidung, die geliebte Schallplattensammlung und vieles mehr. Umso bitterer ist es, wenn all das gestohlen oder vernichtet wird, in einem Feuer, bei einem Wasserrohrbruch oder einer Überflutung.

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Gut zu wissen: Hausratversicherung
Audio [SR 3, Moderation: Christian Job, 23.06.2022, Länge: 05:44 Min.]
Gut zu wissen: Hausratversicherung

Natürlich lassen sich die ganz besonderen Erinnerungsstücke wie die Alben mit Kinderfotos nicht ersetzen, aber für das vieles andere springt im Notfall die Hausratversicherung ein. Im Prinzip alles, was man mitnimmt, wenn man umzieht. „Wenn ein Brand die ganze Wohnungseinrichtung vernichtet und wer das dann nicht aus der Portokasse bezahlen kann, für den ist eine Hausratversicherung sinnvoll“, sagt Annegret Jende von der Stiftung Warentest

Vor der Tarifwahl...

Die Stiftung Warentest hat 247 Tarife von 98 Anbietern untersucht und dabei teils gravierende Preisunterschiede festgestellt. So kosten manche Tarife fast das Vierfache im Vergleich zu anderen.

... Wert der eigenen Sachen bestimmen

Doch bevor es an die Tarifauswahl geht, gilt es zuerst einmal, den Wert des eigenen Hausrates zu bewerten. „Man geht durch jedes Zimmer und schreibt auf, wie viel ist meine Kleidung wert, wie viele Bücher habe ich. Das macht zwar Arbeit, aber dann ist man auf der sicheren Seite“, sagt Jende.

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Hausrat-Checklise

Stiftung Warentest hat es eine ausführliche Liste zusammengestellt, an der man sich für die Erfassung seines Hausrates orientieren kann. Dabei ist zu beachten, den Neuwert der Gegenstände zu verwenden, denn sollten sie ersetzt werden müssen, bleibt meist nur der Neukauf.

Den eigenen Besitz belegen

Wer den Wert zu niedrig ansetzt, dem droht Unterversicherung. Sind beispielsweise nur 80 Prozent versichert, werden auch nur 80 Prozent ersetzt.

Für diesen Fall kann ein sogenannter Unterversicherungsverzicht vereinbart werden. Der rechnet meist mit 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Außerdem gibt es sogenannte Wohnflächentarife, die sich an der Wohnfläche orientieren. Dort gibt es je nach Fläche eine Höchstentschädigung. „Aber auch hier muss ich belegen, was vernichtet oder gestohlen wurde, Belege benötige ich trotzdem“, erklärt Jende.

Oft fehlt es gerade bei älteren Dingen im Haus an Belegen oder Dokumenten über den Kauf. Oft werden aber auch die Belege im selben Feuer vernichtet, wie die Wertgegenstände selbst. Hier bietet es sich an, Fotos oder sogar Videos von den Räumen zu machen, auf denen die Gegenstände zu erkennen sind.

„Wer ein Schließfach besitzt, könnte dort die Dokumente hinterlegen“, sagt Jende „vielleicht könnte man sie auch bei Freunden und Geschwistern hinterlegen und umgekehrt.“

Basistarif

Meist gibt es mehrere Tarife, die von Basis bis Premium reichen. Je nach Wohnort und der dortigen Risikobewertung reichen oftmals die günstigsten Tarife von rund 50 Euro bis 80 Euro. Die Basistarife decken dabei Schäden durch Einbruch, Feuer und Blitzschlag, Sturm und Hagel und Leitungslecks ab.

Elementarschutz

Naturgefahren, also auch Überschwemmungen oder Rückstau in der Kanalisation, müssen mit einem sogenannten Elementarschutz zusätzlich abgesichert werden. Laut Stiftung Warentest kostet der Zusatzschutz in Starkregengebieten meist zwischen zehn und 20 Euro jährlich extra.

Wer Wertgegenstände im Keller oder Erdgeschoss lagert, sollte laut Stiftung Warentest hier vorsorgen. Allerdings kann es in Gebieten mit wiederholten Extremwettern schwierig werden, einen solchen Zusatzschutz abzuschließen.

Aber auch die eigenen Vorlieben, Gegebenheiten und Bedürfnisse sollten die Versicherten in den Blick nehmen. „Wenn ich zum Beispiel teure Gartenmöbel auf der Terrasse habe, solle ich einen Tarif wählen, der so etwas abbildet“, sagt Jende.

Versicherungssumme und Policen aktuell halten

Im Laufe eines Lebens nimmt die Menge an Wertgegenständen meist zu. „Oft ist es so, dass man die Versicherung einmal abschließt und dann in der Schublade vergisst“, sagt Jende „Und es kann sein, dass die einmal abgeschlossene Versicherungssumme viel zu niedrig ist.“

Ein teureres Sofa, eine neue Stereoanlage oder teurer Schmuck treiben den Wert schnell nach oben. Deshalb sollte man seine Versicherungssumme regelmäßig alle paar Jahre überprüfen, ob sie noch aktuell ist, sagt Jende.

Doch nicht nur beim Versicherungswert gilt es, Altverträge zu überprüfen, denn in vielen Details sind neue Verträge besser. So gibt es in vielen alten Policen Kürzungen bei grober Fahrlässigkeit oder der Elementarschutz ist nicht eingeschlossen. Auch bei Fahrrädern sind die Deckungssummen zu niedrig angesetzt angesichts der Preise für die heute weit verbreiteten E-Bikes. „Man sollte zudem überprüfen, ob die Tarife auch grobe Fahrlässigkeit beinhalten.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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