zu wenig Geld für Alleinerziehende (Foto: SR)

Geldanlage für Kinder: Warum gerade jetzt investieren?

Gut zu wissen

Yvonne Schleinhege   13.10.2023 | 09:45 Uhr

Es sind turbulente Zeiten derzeit: Inflation, Rezession, Energiekrise. Und gerade, was das Thema „Finanzen“ angeht, weiß momentan niemand so recht, wohin die Reise geht. Da klingt es komisch, ausgerechnet jetzt Geld für die Kinder anzulegen. Doch es kann sich lohnen, jetzt zu investieren.

Natürlich kann man sich nur um die Geldanlage für die eigenen Kinder oder Enkel kümmern, wenn man in der jetzigen Situation auch Geld zum Sparen zur Verfügung hat. Wenn etwas Geld übrig hat, und sind es „nur“ 50 Euro im Monat, sollte sich genau jetzt Gedanken um die Anlage machen. Denn aktuell gebe es für verzinste Sparanlagen, wie zum Beispiel Festgeld wieder eine ordentliche Rendite, berichtet Kathy Elmenthaler von der Stiftung Warentest.

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Gut zu wissen: Geldanlage für Kinder
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege (c) SR, 13.10.2022, Länge: 06:52 Min.]
Gut zu wissen: Geldanlage für Kinder

Auch von den unsicheren Börsenzeiten derzeit sollten sich Eltern nicht abschrecken lassen, so der Rat der Expertin. Da Geldanlagen für Kinder einen langfristigen Anlagehorizont haben sollen, könne man die Turbulenzen derzeit aussitzen. „Eltern oder Großeltern sollten jederzeit damit beginnen, für den Nachwuchs zu sparen, egal was gerade los ist, am besten so früh wie möglich, um später eine ordentliche Summe bereit zu haben, wenn die Kinder ins Erwachsenleben starten.“

Aktien, ETF oder ETF-Sparplan

Grundsätzlich rät die Stiftung Warntest in ihrer neusten Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ je nach Sicherheitsneigung zu einer Geldanlage in Festgeld oder Aktien-ETFs (börsengehandelte Indexfonds) oder zu einer Kombination aus beiden Anlageformen.

Wenn Eltern langfristig für ihre Kinder sparen möchten, dann empfiehlt Kathy Elmenthaler sogenannte ETF-Sparpläne. „Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds handelt es sich hierbei um ein recht einfaches Finanzprodukt“. Außerdem sei diese Anlage sehr flexibel, man könne jederzeit einzahlen, die Raten erhöhen oder auch stoppen. Natürlich sind auch bei solchen Sparplänen Verluste möglich und die Rendite auch nicht garantiert.

Aber über einen Anlagehorizont von zehn bis 18 Jahren sei es sehr gut möglich eine gute Rendite zu erzielen, so die Expertin. Die Zeitschrift „Finanztest“ empfiehlt ETF, die breit in einen sogenannten Weltaktienindex investieren, etwa den MSCI-World. Wer sein Geld gerne selbst steuert, kann natürlich auch auf aktiv gemanagte Fonds setzen.

Ein Sparbuch und einige Euroscheine (Foto: picture alliance / dpa | Daniel Karmann)
Ein Sparbuch und einige Euroscheine

Festgeld kann sich wieder lohnen

Wer jetzt kürzer anlegen will, und auch überhaupt kein Risiko eingehen möchte, sollte auf Festgeldanlagen setzen. Hier wird das Geld für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt und ist dann auch nicht so leicht verfügbar. Der Vorteil allerdings: Diese Anlageform verursacht keine Kosten, und hat aktuell eine gute, planbare Rendite.

Nach Untersuchungen der Finanztest sind derzeit bis zu drei Prozent Zinsen bei einer Anlagedauer von fünf Jahren möglich. Das derzeit beste Festgeldkonto für Kinder im Test kommt von der Bausparkasse Mainz. Hier gibt es die drei Prozent, bei einer Mindestanlage von 2500 Euro. Gute Angebote gibt es, lauft Finanztest, aber auch von der Ford-Bank, der Pax-Bank, der pbb direkt oder der Yapi Kredi Bank. Allerdings sei gerade hier sehr viel Bewegung im Markt, so Kathy Elmenthaler. Deshalb lohne sich ein Blick, etwa auf den Festgeldvergleich der Finanztest.

Natürlich gibt es auch weitere Möglichkeiten für die Kinder zu sparen. Während frühere Generationen noch auf das Sparbuch oder Banksparpläne gesetzt haben, wird heute davon eher abgeraten. Aber natürlich könne man bei der Bank nach einem gut verzinsten Kindersparplan oder Kindersparbuch nachfragen, erklärt die Expertin. Auch bei Versicherungsangeboten sollte man vorsichtig sein, so der Rat der Verbraucherschützer der Stiftung Warentest.

Die richtige Mischung bei der Anlage

„Zu empfehlen ist eine Kombination aus ETF und Festgeld. Zum Beispiel wenn man monatlich sparen kann das Geld in einen ETF zu stecken und größere Beträge, vielleicht auch größere Geldgeschenke, in einem Festgeld anzulegen“, so die Empfehlung von Kathy Elmenthaler von der Stiftung Warentest.

Auf welche Mischung man dabei setzt, hängt natürlich auch von der eigenen Risikobereitschaft ab. Wer wenig risikobereit ist, könnte zum Beispiel 75 Prozent der Geldanlage in Festgelder stecken und nur 25 Prozent in ETF oder ETF-Sparpläne, so die Empfehlung der Expertin. Wer etwas mutiger ist kann natürlich auch 50 zu 50 anlegen. Aber: wer bei einer Anlage in ETF bzw. Aktien gar nicht mehr schlagen könne, der sollte darin auch nicht investieren.

Kinderdepots oft kostenlos

Für eine Aktienanlage ist ein Depot nötig, dafür bieten einige Banken auch Wertpapierdepots speziell für Kinder an. Genau diese hat die Zeitschrift Finanztest untersucht. Von den 19 Banken der Untersuchung bieten die meisten das Depot für den Nachwuchs kostenlos an.

Wer regelmäßig Geld anlegt, muss allerdings bei den ETF-Sparplänen mit Kaufgebühren rechnen. In einem Modellfall, mit einer monatlichen Sparrate von 50 Euro, können je nach Anbieter zwischen 1,20 Euro und 33 Euro pro Jahr anliegen. Ganz ohne Kosten kommen die ING, die DWS und Flatex aus. Aber die Kosten sollte nicht das einzige Auswahlkriterium sein, so Kathy Elmenthaler. Zudem sei wichtig zu schauen, welche Fonds überhaupt von den Banken angeboten werden.

Depot auf den Namen des Kindes?

Eine wichtige Frage gilt es gleich am Anfang zu klären: In wessen Namen soll das Geld angelegt werden? Im Namen der Eltern oder des Kindes. Beides habe Vor- und Nachteile, so die Finanzexpertin.

Wenn man das Geld auf den Namen des Kindes anlegt ist das erstmal steuerlich positiv, denn für Konten von Minderjährigen können Eltern jeweils einen gesonderten Freistellungsauftrag bis zu einer Höchstgrenze von 801 Euro pro Jahr erstellen. Das können Zinsen oder auch Dividenden sein. Zu beachten sei allerdings, dass Kinder ab dem 18. Geburtstag selbst darüber verfügen können, so Kathy Elmenthaler. Bei sehr hohen Summen könnte es auch später Probleme mit dem Bafög geben.

Natürlich lässt sich auch auf den eigenen Namen das Geld für die Kinder anlegen. So behalten sie die Kontrolle über das Geld, und können es im Notfall auch für sich verwenden. Die Steuervorteile fallen bei dieser Variante allerdings weg. 

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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