Lohnt sich sparen noch? (Foto: Pixabay/Skitterphoto)

Sparen für die Enkel

Mit Informationen von Sarah Sassou   05.08.2020 | 11:34 Uhr

Der Schulstart ist der erste Schritt auf dem Weg zur Ausbildung. Aber je länger sie dauert, umso mehr sorgen sich Eltern und Großeltern um das finanzielle Auskommen ihrer Kinder und Enkel. Deswegen überlegen sich viele, ein Geldpolster für die Kleinen anzulegen – auf das sie dann zugreifen können, wenn sie groß sind.

Sparbuch hat noch nicht ausgedient

Sparen für die Enkel
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 05.08.2020, Länge: 06:31 Min.]
Sparen für die Enkel

Die einfachste Art, Geld auf die Seite zu legen, ist nach wie vor das Sparbuch. Für den Finanzexperten Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes hat das Sparen auf diese Weise zwar noch nicht ausgedient, doch, so meint er, bei dem derzeit niedrigen Zinssatz könne man nicht mal die Inflation ausgleichen. Ein Sparbuch eigne sich dann, wenn man ab und zu auf das Ersparte zugreifen möchte, um sich kleine Wünsche zu erfüllen. Wer aber Geld vermehren will, um die Ausbildung seiner Enkel zu sichern, der muss sich nach anderen Produkten umschauen.

Sparpläne mit besseren Konditionen

Banken und Sparkassen bieten Sparpläne speziell für den Nachwuchs an. Sie haben eine bestimmte Laufzeit, bevor die Kinder an das Geld kommen, d.h. das Geld ist fest angelegt. Und dafür gibt es höhere Zinsen. Entweder vereinbart man feste monatliche Raten oder eine jährliche Einzahlung. Das kann dann von Vorteil sein, wenn ein Kind größere Geldbeträge auch von anderen Verwandten zum Geburtstag oder Weihnachten bekommen hat, sagt Thomas Beutler. „Dann können auch diese Beträge gespart werden.“ Großeltern sollten auf jeden Fall im Auge haben, dass sie die Sparrate nur so hoch ansetzen, dass sie sie bequem bedienen können. Sollte sich an der finanziellen Situation nämlich etwas ändern, könnte sich das negativ auf das Ergebnis des Sparplans auswirken.

Sparen mit Aktienfonds

Je früher man damit beginnt, Geld für die Kinder anzusparen, umso mehr spricht das aus Sicht Beutlers für Aktienfonds. „Da gibt es klassische Investmentfonds, die gemanagt sind und über die Banken vertrieben werden und es gibt die Indexfonds, die ETF.“ Diese Fonds richten sich am Weltaktienindex, dem MSCI World,  aus. Wie beim deutschen Index Dax, sind dort tausende Unternehmen aus verschiedenen Industrieländern und Schwellenländern vertreten – beim MSCI World sind das die 1600 stärksten Unternehmen. Die Streuung sei also breit und damit das Risiko, investiertes Geld durch Schwankungen zu verlieren, viel geringer.

Weniger Kosten bei Fonds ohne Manager

Davon profitierten Sparer vor allem, wenn die Anlage lange stehe. Beutler rät zu mindestens zehn Jahren. Ein weiterer Vorteil der ETF-Fonds gegenüber den klassischen Fonds: Die könnten auch Privatkunden kaufen, ohne dafür eine Kaufgebühr, also einen Ausgabeaufschlag zu zahlen, sagt Beutler.

Eher nicht: Ausbildungsversicherungen

Von Ausbildungsversicherung rät der Finanzexperte aber ab. „Sparen in Kombination mit Versicherungen wie zum Beispiel einer Lebensversicherung sollte man lassen. Sie sind in der Regel viel zu teuer und machen nur Sinn, wenn man sie bis ins hohe Alter laufen lässt.“

Eltern mit ins Boot holen

Ein wichtiger Punkt, den viele Großeltern oft nicht im Blick haben: Sie dürfen nicht einfach so ein Sparbuch oder ein Depot auf den Namen ihrer Enkel anlegen. Thomas Beutler weist darauf hin, dass dafür das Einverständnis der Erziehungsberechtigten unbedingt notwendig ist. Man könne dies umgehen, indem man in seinem eigenen Namen für das Kind spart und dann zu einem bestimmten Zeitpunkt, zum Beispiel wenn das Kind eine Ausbildung oder ein Studium beginnt, das Geld auszahlt. Dann müsse man aber daran denken, dass es sich dann um eine Schenkung handelt. Möglicherweise müsse man dafür Steuern zahlen, wenn man den Freibetrag ausgeschöpft habe.  Auch im Testament kann man festlegen, dass das Kind das Ersparte im Todesfall erhält.

Geld gehört dem volljährigen Enkel

Wenn der Zeitpunkt der Auszahlung gekommen ist, stellen sich manche Großeltern die Frage, ob das volljährige Kind überhaupt dazu in der Lage ist, das angesparte Geld in ihrem Sinne zu verwenden. „Hier hat man dann keinen Einfluss mehr darauf, denn wenn das Geld auf den Namen des Kindes angespart wurde“, so Beutler. Selbst eine Vollmacht ausgestellt auf die Großeltern könnten die Enkel dann sofort widerrufen.


"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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