Eine Frau sitzt vor dem Kleiderschrank (Foto: picture alliance / dpa | Patrick Pleul)

Gebrauchte Kleidung im Netz verkaufen

Gut zu wissen

Yvonne Schleinhege   11.11.2021 | 10:00 Uhr

Die vergangenen Corona-Monate haben viele genutzt, um zu Hause mal gründlich aufzuräumen. Auch der Kleiderschrank wurde hier und da aussortiert. Was aber nun tun mit den ausgemusterten Jeans, Kleidern und Blusen? Etwas Geld lässt sich verdienen, wenn man die Kleidung im Netz verkauft. Und damit tut man auch etwas für die Umwelt. Die Zeitschrift Finanztest hat elf Portale getestet.

Wer hat sie nicht im Kleiderschrank, die Fehlkäufe, kaum getragene Schnäppchen oder das vergessene Sommerkleid? Warum also diese Stücke nicht zu Geld machen? Das Ganze hat nämlich auch noch einen schönen Nebeneffekt: Wer gebrauchte Kleidung weiterverkauft, handelt nachhaltig und schont die Umwelt.

Das Wichtigste an Secondhand sei, dass die Sachen weiter getragen würden, sagt Barbara Bückmann von der Zeitschrift Finanztest. Denn die Herstellung von Kleidung benötige unheimlich viel Wasser, Energie und Rohstoffe. Gebrauchtes zu tragen verlängere die Lebenszeit von Textilen daher enorm.  

Online-Plattformen, Marktplätze und Apps

"Gut zu Wissen": Gebrauchte Kleidung im Netz verkaufen
Audio [SR 3, Studiogespräch: Christian Job/Yvonne Schleinhege, 11.11.2021, Länge: 06:45 Min.]
"Gut zu Wissen": Gebrauchte Kleidung im Netz verkaufen
Wie es funktioniert und worauf man achten sollte, das erläutert Yvonne Schleinhege aus der SR-Wirtschaftsredaktion im Studiogespräch.

Gebrauchte Kleidung kann man natürlich auf Flohmärkten oder in Secondhand-Geschäften verkaufen. Ziemlich leicht geht es allerdings auch über das Internet.

Einziger „ökologischer“ Wehrmutstropfen: Der Versand der Kleiderpäckchen belastet ebenfalls die Umwelt. Deshalb sollte man zumindest darauf achten, dass die Kleidung in gebrauchten Kartons verschickt wird.

Elf Portale untersucht

Gebrauchte Kleidung verkaufen kann man auf verschiedenen Online-Plattformen, auf Online-Marktplätzen oder über Flohmarkt-Apps. Je nach dem, was man als Verkäufer möchte, eignen sich unterschiedliche Plattform.

Elf Portale hat die Zeitschrift Finanztest untersucht. Das Fazit von Barbara Bückmann: Alle Plattformen haben gut funktioniert, und bei Problemen konnte schnell geholfen werden.

Das richtige Portal wählen

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Onlineportalen für gebrauchte Kleidung. Je nachdem, was man verkaufen will, sollte man sich das entsprechende Portal aussuchen, so die Expertin von der Finanztest.

Wer einzelne gut erhaltene Teile verkaufen möchte, könne zum Beispiel dafür Vinted, Kleiderkreise, Ebay, Ebay Kleinanzeigen oder auch Zalando Zircle Marketplace wählen. Bei diesen Portalen kann man recht einfach Fotos hochladen und in einem kleinen Text das Kleidungsstück beschreiben. Die Anzeige zu erstellen, kostet natürlich Zeit. Dazu kommen dann noch die Preisverhandlungen mit potentiellen Käufern.

Bequemer gehe es bei einem Onlineportal mit Concierge-Service, wie beim Mädchenflohmarkt oder Rebell. Da werde einem die gesamte Organisation rund um den Verkauf abgenommen, so Barbara Bückmann. Allerdings sei dann auch der Gewinn entsprechend kleiner, weil man für diesen Service zahle.  

Von Säcken bis Luxusware

Wer viele Sachen auf einen Schwung loswerden will, kann seinen ganzen Stapel an Kleidungsstücken am besten an Ankaufsportale wie Momox, Zalando Zircle Sofortkauf oder Sellpy schicken. Der Aufwand sei sehr gering, so die Verbraucherschützerin, allerdings seien die Annahmekonditionen auch sehr streng.

Bei einigen Händlern sind so nur bestimmte Marken zugelassen, andere nehmen keine Kleidungsstücke die bereits muffig riechen. Außerdem werde recht wenig gezahlt, so Barbara Bückmann. Wer bei Zalando Zircle Sofortkauf verkauft bekomme nur einen Warengutschein.

Wer sehr teure Designerkleidung oder entsprechende Handtaschen verkaufen möchte, kann dies u.a. bei Buddy&Selly, Rebelle oder Vestiaire Collective tun. Hier seien manchmal durchaus gute Preise drin, sagt Babara Bückmann. Außerdem würden hier zum Teil auch Qualitäts- und Echtheitschecks durchgeführt.

Tipps für eine gute Anzeige

Wer seine gebrauchte Kleidung auf eigene Faust verkaufen will, sollte die Kleidung ansprechend fotografieren. Ideal ist es, die Kleidungstücke bei Tageslicht vor hellem Hintergrund abzulichten. Wer einen ausführlichen Text dazu schreibt, hat zudem bessere Verkaufschancen.

Mängel sollten jedoch immer angegeben werden. Das wirke dann auch glaubwürdiger, so die Expertin von der Finanztest. Auch wenn es etwas Arbeit ist, empfiehlt es sich zudem, Anfragen von Käufern freundlich und schnell zu beantworten, denn auf vielen Portalen bewerten sich Käufer und Verkäufer gegenseitig.

Sinnvoll ist zudem, die gebrauchte Kleidung entsprechend der Saison anzubieten. Kurze Kleider verkaufen sich im Winter eher schlechter. 

Den richtigen Preis finden

Bessere Chancen, die Kleidungstücke zu verkaufen, hat, wer die Sachen zu einen ansprechenden Preis anbietet. Insgesamt sind die Preise für gebrauchte Kleidung recht niedrig. Manche Plattformen böten als Anhaltspunkt gleich bei der Erstellung der Anzeige einen Vergleichspreis an, sagt Barbara Bückmann. Man könne aber auch im Netz nach Vergleichspreisen suchen. Sinnvoll ist es auch, sich eine Preisuntergrenze zu setzen.

Die Bezahlung

Wenn die Sachen verkauft werden, müssen sie natürlich auch bezahlt werden. Hier haben Verkäufer und Käufer in der Regel zwei Optionen.

Ziemlich schnell und einfach funktioniert eine Überweisung über Paypal oder Direktüberweisung. Der Nachteil daran: Der Verkäufer gibt seine privaten Daten heraus.

Überweist der Käufer dagegen an das Portal, bleiben die Daten ungeschützt. Dafür kann es länger dauern, bis der Verkäufer sein Geld bekommt.

Versand und Steuern

In der Regel zahlt bei diesen Plattformen der Käufer den Versand. Natürlich sei dieser dann auch daran interessiert, dass möglichst wenig für das Porto bezahlt wird.

Für den Verkäufer bietet sich hingegen der versicherte Versand an. Wer nur ein Shirt für wenige Euro verkauft, der kann es auch unversichert schicken, so der Tipp der Finanztest. Wenn allerdings eine teure Jacke verschickt wird, sollte der Verkäufer auf den versicherten Versand bestehen. Bei ungesicherten Sendungen muss der Käufer erst den Erhalt bestätigen oder mitteilen, dass mit der Ware alles okay ist, bevor Geld ausgezahlt wird.

Wichtiger Tipp: Wer nur gelegentlich private Sachen verkauft, muss keine Steuern zahlen.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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