Elektroschrott (Foto: SR)

Elektro-Kleingeräte im Supermarkt entsorgen

Gut zu wissen: Neu ab 2022

Sarah Sassou   30.12.2021 | 09:45 Uhr

Wenn der Fön den Geist aufgegeben hat oder das Tablet nicht mehr zu retten ist, wandern sie meist auf den Müll. Der Hausmülltonne ist aber tabu. Elektroschrott muss gesondert entsorgt werden. Aber 1. Janaur gibt es nun noch eine weitere Möglichkeit, wo man die alten Elektrogeräte abgeben kann: der Supermarkt.

Alle Gegenstände, die in irgendeiner Weise Strom verbrauchen, müssen speziell entsorgt werden. Das regelt das Elektro- und Elektronikschrottgesetz.

Gut zu wissen: Elektro-Kleingeräte im Supermarkt entsorgen
Audio [SR 3, Studiogespräch: Carmen Bachmann/Sarah Sassou, 30.12.2021, Länge: 04:11 Min.]
Gut zu wissen: Elektro-Kleingeräte im Supermarkt entsorgen

Bisher konnte man die alten Geräte auf die Wertstoffhöfe der Entsorgungsbetriebe oder in die Geschäfte bringen, die Elektronik verkaufen. Ab dem 1. Januar 2022 sollen auch bestimmte Supermärkte und Discounter die alten Geräte kostenfrei entgegennehmen.

Welche Supermärkte nehmen Elektroschrott entgegen?

Unter die neue Regelung fallen Supermärkte, die selbst mehrmals im Jahr Elektroartikel verkaufen. Hinzu kommt: Sie müssen mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben.

Eine Größe, die Verbraucher jedoch in der Regel nur schwer einschätzen können. „Man sollte deswegen im Supermarkt nach dem Symbol für Elektrogeräterücknahme Ausschau halten: ein grüner Stecker in der Mitte, außerherum laufen kreisförmig zwei Pfeile“, erklärt Esther Sabokat von der Verbraucherzentrale Saarland.

Die Größe ist entscheidend

Allerdings kann man im Supermarkt nicht jedes defekte Gerät und in unbegrenzter Menge zurückgeben. Es kommt auf die Maße an. Keine Kante darf länger als 25 Zentimeter sein. Wer sich daran hält, darf bis zu drei Altgeräte abgeben.

Die 1:1-Regel bei größeren Geräten

Ist ein Gerät größer, komme die sogenannte 1:1-Regel zum Tragen, sagt Verbraucherschützerin Sabokat. „Sie können, wenn Sie ein Gerät mit gleicher Funktion im Supermarkt erwerben, ein Altgerät wiederum zurückgeben.“

Wer also einen Staubsauger neu kauft, darf einen kaputten abgeben. Wer dagegen eine Mikrowelle kauft, kann keinen kaputten Staubsauger da lassen.   

Die Supermärkte müssen die Altgeräte kostenlos annehmen, wenn sich die Verbraucher an die Regeln halten. Allerdings kann das Geschäft eine Gebühr verlangen, wenn mehr als drei oder größere Geräte abgegeben werden sollen.

Übergangsfrist bis Juli

Zunächst gilt noch eine sechsmonatige Übergangsfrist: Ab Juli 2022 müssen dann alle Lebensmittelhändler mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern Elektroschrott annehmen.

Welches Altgerät darf man wo abgeben?

Elektroschott auf einem Wertstoffhof (Foto: dpa)

Großgeräte kann man abholen lassen
Mittlerweile ist diese Frage ohne Maßband und Kriterienkatalog gar nicht mehr so einfach zu beantworten. Großgeräte wie Trockner, Waschmaschine und Ähnliches kann man zum Beispiel auch vom Entsorgungsbetrieb abholen lassen – kostenfrei, sagt Heike Latic vom ZKE Saarbrücken. „Man ruft an oder meldet sich über die Internetseite an und erfährt dann einen Abholtermin.“ Hat man ein Großgerät zum Abholen, darf man auch Kleingeräte dazu legen.

Der Wertstoffhof geht immer
Eine andere Möglichkeit: Man bringt seinen Elektroschrott zu den Öffnungszeiten selbst zum Wertstoffhof. Dazu zählen auch Blinkschuhe,  und Spielsachen, einfach, alles, aus dem sich das elektronische Bauteil nicht einfach so entfernen lässt.

Das Ziel der neuen Regelung

Hintergrund für die neue Möglichkeit, Elektroschrott im Supermarkt abzugeben, ist die Regelung der EU, dass alle Mitgliedsstaaten ein Elektronikschrott-Recycling-System haben müssen. Es soll helfen, jährliche Pro-Kopf-Mindestmengen an Elektroschrott einzusammeln.

Entsorgungsgebühr des Herstellers

Für jedes Elektrogerät, das in Deutschland auf den Markt kommt, hat der Hersteller bereits eine Entsorgungsgebühr entrichtet, und zwar an die Stiftung Elektroaltgeräte (ear). Dort muss der Hersteller sich und seine Geräte registrieren. Die Entsorgungsgebühr schlägt er auf den Kaufpreis.

Wertstoffe und Giftstoffe

Die Stiftung wiederum beauftragt Städte und Kommunen mit dem Einsammeln des Elektroschrotts. Er wird in sechs verschiedene sogenannte Sammelgruppen eingeteilt, je nachdem welche Roh- oder Giftstoffe das Gerät enthält. So müssen beispielsweise Kühlschränke, in denen umweltschädliches Kühlmittel verbaut ist, anders entsorgt werden, als Stereoanlagen oder Fernseher. 

Mehr Nachhaltigkeit wünschenswert

Die Elektroschrottentsorgung ist also eine recht komplizierte Angelegenheit, die allen viel abverlangt. Jeder kann aber etwas dagegen tun, sagt Elke Latic vom ZKE Saarbrücken: „Braucht man wirklich mehrere Föns gleichzeitig, nur weil sie günstig sind oder kann man sich innerhalb eines Haushalts nicht einen Fön teilen? Außerdem wäre es wichtig, dass es wieder mehr Geräte gibt, die man wieder reparieren kann. Dann müsste man viel weniger Elektrogeräte wegwerfen.“

Weitere Informationen
www.stiftung-ear.de
www.umweltbundesamt.de


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"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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