Orangenbäume (Foto: pixabay (CC0))

Crowdfarming: Investieren in die Ernte

Gut zu wissen

Sarah Sassou   30.09.2021 | 06:00 Uhr

Geld investieren in Aktien, das kennt man. Aber in einen Orangenbaum, eine Ziege oder einen Rebstock eher weniger. Das ist das Prinzip bei Crowdfarming. Man unterstützt Bauern finanziell beim Anbau ihrer Produkte und bekommt dafür einen Teil der Ernte.

Die Idee dazu hatten zwei Spanier, als sie die Orangenplantage der Familie geerbt hatten und die Vermarktung ihrer Produkte neu überdachten. Sie wollten direkt an den Endverbraucher verkaufen und zwar so, dass die Kundschaft weiß, was sie da kauft.

Auf der anderen Seite wollten sie als Produzenten Planungssicherheit haben, indem sie  bereits Abnehmer für ihre Erzeugnisse haben und so nichts für die Mülltonne produzieren. Das Ergebnis: Eine Internetplattform, über die Menschen einen beispielsweise einen Orangenbaum adoptieren können.

Von Mangos bis Olivenöl

Mittlerweile hat das Konzept auch andere Bauern überzeugt. Es finden sich weitere Erzeuger aus Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland auf der Plattform. Im Angebot sind damit viele weitere Produkte wie Mangos, Avocados, Clementinen, aber auch Wein, Käse, Olivenöl. Es gibt zwei Vertriebsmodelle: Entweder adoptiert man eine Pflanze oder ein Tier und ist dann an der Ernte beteiligt oder bekommt seinen Anteil an dem Produkt, das aus Milch oder Wolle hergestellt wird.

Warten auf die Ernte

Wer sich für die Adoption beispielsweise eines Orangenbaumes entscheidet, bekommt für sein Geld eine garantierte Menge an Früchten. Das Lieferdatum hängt auch hier von der Ernte ab. Schon mit knapp 15 Euro ist man dabei, dafür bekommt man eine Kiste Orangen aus Spanien, allerdings frühestens in sechs Wochen.

Oder man kauft kistenweise, so wie Luzia Pesch und Denise Hollmann aus Heckendalheim. Sie haben sich für eine zehn-Kilo-Kiste Orangen aus Spanien entschieden. Auf der Plattform kann man sich auf einem virtuellen Bauernmarkt über die Produzenten informieren. Die meisten liefern Ware in Bio-Qualität. „Man kann weitere Filter einstellen, zum Beispiel, ob plastikfrei produziert wird oder biodynamisch“, erklärt Denise Hollmann. Je nach Produzent kostet die Kiste inklusive Versand um die 25 bis 30 Euro.

Nicht immer alles vorrätig

Die Nachteile an der Bestellung: Man muss auf jeden Fall im voraus zahlen und es gibt nicht immer alles im Angebot. Was gerade Saison hat ist erhältlich, aber erst dann wenn es tatsächlich erntereif ist. Deswegen kann man mit dem Eintreffen der Ware natürlich nicht in den kommenden Tagen rechnen. Das kann auch schon mal ein paar Wochen dauern. Verschickt wird per Post. „Als die Kiste kam, haben wir der Briefträgerin erst mal ein paar Orangen geschenkt, denn das Paket, das sie tragen musste, war wirklich schwer“, sagt Luzia Pesch.

Weil die Früchte sich nicht ewig halten und die Abnahmemenge meist höher ist, als ein Haushalt alleine verbrauchen kann, macht es Sinn, sich zusammenzuschließen. Denise Hollmann und Luzia Pesch haben ihre Orangen mit Familie und Freunden geteilt.

Gut zu wissen: Crowdfarming
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 30.09.2021, Länge: 04:50 Min.]
Gut zu wissen: Crowdfarming
Geld investieren in Aktien, das kennt man. Aber in einen Orangenbaum, eine Ziege oder einen Rebstock eher weniger. Das ist das Prinzip bei Crowdfarming. Man unterstützt Bauern finanziell beim Anbau ihrer Produkte und bekommt dafür einen Teil der Ernte. SR-Reporterin Sarah Saasou berichtet.


Weitere Informationen unter

www.crowdfarming.com

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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