Berechnung von Steuern  (Foto: pixabay/yourschantz)

Finanz-Check in Corona-Zeiten

Karin Mayer   27.01.2021 | 10:40 Uhr

Was tun, wenn man abends nicht raus kann? Viele machen zuhause klar Schiff. Zeit über einen Finanz-Check nachzudenken und auf die Geldanlage zu schauen.

Überblick verschaffen

Gut zu wissen: Finanz-Check in Corona-Zeiten
Audio [SR 3, Karin Mayer , 27.01.2021, Länge: 06:23 Min.]
Gut zu wissen: Finanz-Check in Corona-Zeiten

Ob es Sparverträge, Fondsanlagen oder Lebensversicherungen sind, im Laufe der Zeit hat man vielleicht den Überblick verloren. Vom Sparbuch, übers Tagesgeld, Festgeld sowie Fonds- und Aktien – auf diese Geldanlagen schaut man oft nur einzeln. Der erste Schritt zum Finanz-Check für Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes ist: sich Zeit nehmen, um den Überblick zu gewinnen. Wichtige Frage: wo liegt das Geld? Welche Beträge werden regelmäßig abgebucht? Wie hoch sind meine laufenden Kosten?

Rendite prüfen

Wer den Überblick hat, kann prüfen, ob die Geldanlage noch zu seinen Bedürfnissen passt. Ein alter Sparvertrag beispielsweise mit hoher Verzinsung, bringt heute Traumrendite. Das Tagesgeldkonto, vor 10 Jahren angelegt, bringt keine Zinsen mehr. Darüber hinaus drohen sogar Negativzinsen in der Zukunft. Auch auf laufende Lebens- oder Rentenversicherungen kann man schauen, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale. Eine fondsgebundene Altersvorsorge, die kaum Rendite abwirft, setzt vielleicht auf den falschen Fonds. Sein Tipp: Im Vertrag prüfen, ob man den Fonds wechseln kann, das geht häufig ohne zusätzliche Kosten. Wer passiv investiert und auf ETF Indexfonds gesetzt hat, kann prüfen, wie sich die Kurse in Corona-Zeiten entwickelt haben.

Geldanlage anpassen

Das Tagesgeldkonto bringt zwar keine Zinsen, es kann aber trotzdem Sinn machen. Wer kurzfristig auf Geld zugreifen will oder muss, fährt mit diesem Konto weiterhin gut. Wer jetzt auf Aktienkurse oder Fonds schaut, stellt fest: in Zeiten von Corona gab es auch zwischenzeitlich herbe Verluste. Wichtige Frage beim Finanz-Check kann sein: wie hoch darf der Aktienanteil in der Geldanlage sein? Je mehr Sicherheit man sich bei der Geldanlage wünscht, desto niedriger fällt die Antwort aus. Wer beispielsweise 40 Prozent Aktienanteil haben möchte, kann bei schwankenden Kursen überprüfen, ob das Verhältnis noch stimmt und nachregulieren (Fachbegriff: Rebalancing). Wer in Zeiten von Corona erlebt hat, dass die Kurse eingebrochen sind, muss überlegen, wie gut er mit solchen Schwankungen klar kommt. Tipp von Thomas Beutler: auf die laufenden Kosten von Verträgen und Geldanlagen schauen und teurere Verträge in Frage stellen. Indexfonds oder ETF sind mit niedrigen Kosten verbunden, betont Thomas Beutler. Er rät möglichst auf weltweite oder globale Fonds oder ETF zu setzen.

Vorsicht Falle

Wer nach Rendite sucht, bekommt im Internet schnell vielversprechende Angebote. Zum Beispiel: digitale Währungen oder Goldanlagen. Je mehr Zins dabei versprochen wird, desto höher ist das Risiko, betont Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Das geht bis zum Totalverlust, weiß der Verbraucherberater. Wer sein Geld anlegt, sollte genau hinschauen. Der risikolose Zins ist derzeit unter 1 Prozent. [Mehr zu diesem Thema]

Nerven bewahren und regelmäßig hinschauen

Weder bei steigenden noch bei fallenden Kursen, sollte man hektisch reagieren. Zumal bei Ver- und Ankäufen Kosten anfallen. Auf Geldanlagen sollte man einmal im Jahr schauen, rät Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale. Bei langlaufenden Verträgen wie Lebens- oder Rentenversicherungen reicht auch alle 2-3 Jahre.

Weitere Informationen:

Persönliche Beratung zur Geldanlage – Verbraucherzentrale des Saarlandes: Geldanlage und Altersvorsorge: So legen Sie Ihr Erspartes am besten an!
Depotcheck: So überprüfen und optimieren Sie Ihr Wertpapierdepot

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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