Ein Flugplan voller Stornierungen (Foto: picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Absagen und Umbuchungen in Corona-Zeiten

Karin Mayer   18.03.2020 | 10:55 Uhr

Reisen und Konzerte werden abgesagt. Am Corona-Virus scheitert vieles. Nur, wer trägt die Kosten? Der SR 3-Verbrauchertipp gibt Antworten.

Absage von Veranstaltungen

Wenn ein Konzert ausfällt, werden häufig auch Ersatztermine oder Gutscheine angeboten. Dass muss man nicht akzeptieren. Eva Ludwig von der Verbraucherzentrale sagt, in diesem Fall muss der Veranstalter den Ticketpreis zurückerstatten.

Flugzeug zieht Kondensstreifen im blauen Himmel.
Audio [SR 3, Karin Mayer, 18.03.2020, Länge: 06:04 Min.]
Flugzeug zieht Kondensstreifen im blauen Himmel.

Bei Schadenersatzansprüchen ist es etwas anderes. Beispiel: Ein bereits gebuchtes Hotel muss abgesagt werden. Der Veranstalter könne sagen, da trifft mich keine Schuld, deswegen käme er für diese Kosten nicht auf.

Viele machen derzeit die Erfahrung, dass sie vertröstet werden. Ein Tickethändler etwa verwies darauf, dass er sich das Geld vom Veranstalter erst einmal zurückholen müsse. Laut Verbraucherzentrale soll man sich am Besten schriftlich an den Veranstalter wenden und das Geld zurückfordern. Eine Alternative ist die Annahme des Ersatztermins.

Dauerkarten und Theaterabos

Auch in diesem Fall gibt es für ausgefallene Veranstaltungen Geld zurück, und zwar anteilig der Ticketpreis. Da müsse man Geduld mitbringen, weil erst am Ende der Saison feststehe, was ausgefallen sei. Am besten auch hier: die Rückforderung schriftlich geltend machen.

Manche, wie etwa der Europa-Park-Rust, so Moderator Christian Job, machen später im Jahr auf. Die Tage, die bis dahin ausfallen, werden von diesem Unternehmen mit dem Jahrespreis verrechnet. Wer ein Jahresabo bei einem Zoo oder Park hat, sollte also einfach nachfragen.

Fitnessstudio und Tanzschulen

Da geht es um Monatsbeiträge. Wer das Fitnessstudio nicht nutzen kann, muss auch nicht bezahlen. Allerdings, wenn das jetzt jeder macht, kann das die Betreiber in große Bedrängnis bringen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, sich zu arrangieren.

Gebuchte Reisen

Viele machen sich Gedanken darüber, ob sie die Reise überhaupt antreten können. Im Moment sind die Grenzen geschlossen. Wer jetzt oder in den kommenden zwei Wochen verreisen will, hat wohl gute Karten, die Reise abzusagen. Ob das für Mitte, Ende April noch gilt, kann man nicht sagen. Jeder muss sich da mit seinem Veranstalter in Verbindung setzen.

Viele haben das schon versucht und stellten fest, dass es zur Zeit sehr schwer oder sogar unmöglich ist, Kontakt aufzunehmen. Auch hier der Rat: Geduld mitbringen,denn es gibt derzeit halt sehr viele Nachragen.

Ein Hörer wollte wissen, ob er im Juni in die USA fliegen kann. Das weiß im Moment natürlich keiner. Sollte es Ende April entspannter sein, am besten nochmal nachfragen. Im Moment kann man natürlich Reisen stornieren bzw. absagen und bekommt die Kosten erstattet.

Auswärtiges Amt: Reisewarnungen

Sie bedeuten, dass man kostenfrei absagen kann. Solange die jeweilige Reisewarnung gilt, haben die Verbraucher ganz gute Karten. Auch wenn Grenzen geschlossen sind, kann man eine Reise kostenfrei stornieren. Auch hier wieder die Empfehlung, sich schnellstmöglich mit dem Veranstalter in Verbindung zu setzen.

Stornieren kann man in der aktuellen Situation noch einzeln gebuchte Reisen, Hotels, auch Flüge. Es gibt aber auch Grenzen. Was mit Corona nichts zu tun hat, ist etwa das Zimmer der Tochter am Studienort. Das muss auch in den Semesterferien gezahlt werden, wenn der Vertrag so lautet. Auch Nebenkosten für diese Zeit zurückzufordern, hat wenig Aussichten.

Seid nett zueinander

Der Rat in diesen Zeiten: Ein bisschen gesunder Menschenverstand und Toleranz. Alle befinden sich derzeit in einer Ausnahmesituation.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 18.03.2020 berichtet.

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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