Kotanktlose Kartenzahlung an einer Supermarktkasse (Foto: picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Bargeldloses Zahlen kann Gebühren verursachen

Mit Informationen von Sarah Sassou   27.05.2020 | 12:29 Uhr

Auf Distanz gehen, sich möglichst wenig berühren, diese Grundregeln in Zeiten von Corona wirken sich auch auf unser Bezahlverhalten aus. In vielen Geschäften wird darauf hingewiesen, dass Kunden zu ihrem und dem Schutz anderer lieber kontaktlos zahlen sollen. Das ist zwar bequem, aber jede zweite Bank und Sparkasse verlangt dafür unter bestimmten Umständen Gebühren.

Bargeldloses Zahlen kann Gebühren verursachen
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 27.05.2020, Länge: 05:12 Min.]
Bargeldloses Zahlen kann Gebühren verursachen

Unter die „beleglosen Transaktionen“, die auf dem Kontoauszug auftauchen, fällt vieles. „Die meisten Buchungen entstehen heute ja in belegloser Form“, so Konrad Diwo von der Verbraucherzentrale Saarland. „Kaum jemand nutzt ja noch Überweisungsträger oder Schecks. Typische Beispiele für beleglose Buchungen sind Online-Überweisungen, Online-Daueraufträge, elektronische Lastschrifteinzüge, aber auch elektronische Einzüge der monatlichen Abrechnungen für Kreditkarten.“

Um mögliche Gebühren herauszufinden, kann ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank helfen. Aber auch daraus sind die Gebühren nicht immer ersichtlich, was Verbraucherschützer kritisieren. Deshalb gilt: bei der Bank nachfragen!

Was kostet das bargeldlose Zahlen im Laden?

Für eine Untersuchung hat ein Finanzportal 840 Banken und Sparkassen befragt. Knapp jede zweite von ihnen nimmt – je nach gewähltem Kontomodell – Gebühren. Wenn Gebühren erhoben werden, liegen diese zwischen zwei und 70 Cent pro Transaktion, im Durchschnitt 34 Cent. Betroffen sind meistens Klassik- oder Basiskonten, die in der Kontoführungsgebühr recht niedrig sind. Dort wird für viele zusätzliche Leistungen eine Extragebühr fällig.

Das gilt nicht nur für das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte, sondern auch für mobile Bezahlsysteme auf Handys und smarten Uhren, etwa Apple Pay und Google Pay. Dort sind nur die bereits bestehenden Giro- und Kreditkartenkonten hinterlegt, sodass dort auch die Gebühren anfallen.

Auch die Händler zahlen für beleglose Transaktionen Gebühren an die Bereitsteller des Systems zahlen – zwischen 0,2 und 1 Prozent des Rechnungsbetrages. Diese Kosten schlagen sie auf die Waren um. Das heißt: Auch wer mit Bargeld bezahlt, zahlt für das bargeldlose Bezahlsystem mit.

Was können Verbraucher tun?

Eine Möglichkeit: mit Bargeld zahlen. Das geht aber nicht überall, und das ist auch rechtens. Geschäfte und Restaurants können auf bargeldlose Zahlung bestehen, wenn sie darauf in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen hinweisen oder außen an der Tür, am Eingang oder an der Kasse ein entsprechendes Schild aufhängen.

Die Alternative: das Kontomodell innerhalb der Bank wechseln. „Ansonsten bleibt dann tatsächlich nur der Bankwechsel übrig“, so Konrad Diwo von der Verbraucherzentrale Saarland.

Über dieses Thema haben auch die „Bunten Funkminuten“ auf SR3 Saarlandwelle berichtet.

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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