Elektroauto an einer Ladesäule (Foto: picture alliance/Patrick Pleul/zb/dpa)

Teure Reparaturen bei E-Autos

Stephan Deppen   16.10.2021 | 11:11 Uhr

Nicht zuletzt dank der üppigen Prämie des Staates beim Kauf eines Elektroautos sind die Zulassungszahlen in den letzten Monaten drastisch gestiegen. Damit steigt automatisch auch die Zahl der Elektroautos, die in Unfälle verwickelt sind. Und da lässt eine Untersuchung der Allianz-Versicherung aufhorchen: E-Autos sind nämlich bei der Reparatur deutlich teurer.

Wird ein Elektro- oder Hybrid- Fahrzeug in einen Unfall verwickelt, kann es schnell teuer werden. Das liegt auch daran, dass sie meistens deutlich jünger sind als andere Autos, ganz einfach, weil die meisten noch nicht lange auf dem Markt sind.

Aber es gibt auch andere Ursachen: So gibt es besondere Vorsichtsmaßnahmen und Reparaturvorgaben für Elektroautos durch die Hersteller, so Carsten Reinkemeyer, Leiter der Sicherheitsforschung bei der Allianz: "Wir haben bei E-Fahrzeugen eine Hochvolt-Anlage an Bord, die gewissen Voraussetzungen and die Qualifikation in der Werkstatt verlangt. Deshalb werden die Fahrzeuge oft nur in den qualifizierten, in den Markenwerkstätten repariert."

Auto und Verkehr: Reparaturen bei E-Autos
Audio [SR 3, (c) SR Stephan Deppen , 16.10.2021, Länge: 03:05 Min.]
Auto und Verkehr: Reparaturen bei E-Autos

Reparatur nur in der Markenwerkstatt möglich?

Niklas Burmester, Geschäftsführer des Kraftfahrzeugverbandes im Saarland, bestätigt das im Grunde, verweist aber auch darauf, dass die Ausbildung zum Kfz- Mechatroniker schon seit Jahren den Bereich Elektroantriebe mit abdeckt.

Insofern seien die Marken- Werkstätten inzwischen weitgehend personell darauf vorbereitet - und die freien Werkstätten zunehmend auch. Die Weiterbildungsangebote des Verbandes seien jedenfalls gut nachgefragt.

Was tun, wenn die Batterie beschädigt ist?

Teuerstes Teil eines Elektroautos ist die Batterie. Ist die bei einem Unfall irreparabel beschädigt worden, wird es nicht nur teuer, sondern es stellt sich womöglich auch schneller als bei anderen Autos die Frage des wirtschaftlichen Totalschadens.

Im Schadensfall können aber auch andere Elektro-Auto-spezifische Vorsichtsmaßnahmen die Kosten nach oben treiben, ergänzt Allianz-Experte Carsten Reinkemeyer. Da geht es zum Beispiel darum, welche Vorgaben die Hersteller an die Sachverständigen machen, um zu entscheiden, ob eine Batterie vielleicht doch noch zu retten ist.

Hersteller sind gefragt

Die Hersteller können also selbst erheblich dazu beitragen, die Kosten im Rahmen zu halten. Die aktuellen Erkenntnisse der Versicherer werden die Hersteller dazu bringen, diesen Aspekt stärker zu berücksichtigen, gibt sich Niklas Burmester vom Kfz- Verband optimistisch.

Aktuell ist die Einstufung von Elektroautos in die verschiedenen Versicherungsstufen noch schwierig, weil es noch nicht genügend Autos gibt, um eine statistisch valide Kalkulation zu erstellen. Aber das wird sich einpendeln.

Stark nachgefragte E-Autos sind aktuell in der Einstufung sogar gefallen. Das Typklassensystem an sich funktioniere auch bei E-Autos, so der Versicherer. Und er räumt mit einem Vorurteil auf: die Gefahr eines Brandes sei bei E-Autos nicht höher als bei Verbrennern.

Und dann gibt es ja noch die Regionalklassen: Je nach Wohnort schwanken die Versicherungsprämien stark - ganz unabhängig davon, ob ein Auto von einem Elektromoter oder einem Verbrenner angetrieben wird.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja