skurrile Ladungssicherung (Foto: Polizeipräsidium Westpfalz)

Auf die richtige Beladung des Autos kommt es an

Stephan Deppen   18.07.2020 | 08:41 Uhr

Freizeit am Wochenende wird häufig für Fahrten zum Baumarkt, zum Möbelhaus oder zum Wertstoffhoff gnutzt. Nicht die beste Lösung ist es allerdings, wenn man einfach alles reinstopft, den Expander irgendwie an der Kofferraumklappe befestigt, nach dem Motto: "Wird schon halten".

Unfallrisiko Autoladung
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 18.07.2020, Länge: 02:03 Min.]
Unfallrisiko Autoladung

Klappe auf, einladen, was geht, Klappe zu und los ist zwar einfach und geht schnell. Aber es kann auch ganz schön gefährlich werden. Deshalb hat der Allgemeine Automobilclub, ADAC, jetzt untersucht , wie sich unterschiedlich bepackte Autos bei einem Unfall verhalten. Dabei ging es um das Risiko für Fahrer und Beifahrer bei Tempo 45 Stundenkilometer, also im Stadtverkehr.

Dafür hat der ADAC zwei voll bepackte Autos gecrasht: Einmal mit gesicherter und einmal mit ungesicherter Ladung mit Paketen und Kleinteilen. Denn auch auf dem kurzen Weg nach Hause kann ein Auffahrunfall passieren. Der hat mit ungesicherter Ladung womöglich verheerende Folgen für die Insassen. Die ADAC-Untersuchung ergab, dass die Pakete die Vordersitze teilweise aus den Verankerungen rissen und Fahrer und Beifahrer trafen. Herumfliegende Kleinteile trafen hart auf den Kopf des Fahrers. Im Ernstfall wäre er lebensbedrohlich verletzt worden.

Schwere Gegenstände nach unten

Ganz anders, wenn die Fracht im Kofferraum gesichert ist. Dann, so das Ergebnis des Vergleichstests, ist die Verletzungsgefahr deutlich geringer. Werden alle schweren Gegenstände mit Gurten fixiert und Kleinteile richtig platziert, gibt es kein zusätzliches Risiko für Fahrer und Beifahrer. Ein Gepäcknetz gibt noch mehr Sicherheit. Grundsätzlich gilt: Schwere Gegenstände gehören möglichst weit nach unten, am besten in den Fußraum.

Ganz abgesehen von der eigenen Gesundheit des Fahrers: Im Falle eines Falles kann die unterbliebene Sicherung der Ladung teuer werden. Wer mit ungesicherter Ladung erwischt wird, muss ein Verwarnungsgels von 35 Euro bezahlen. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder einem Unfall wird ein erhöhtes Bußgeld fällig sowie ein Eintrag in Flensburg. Bei einem Unfall mit Verletzungen oder mit Todesfolge geht die nicht oder schlecht gesicherte Ladung in die Beurteilung vor Gericht mit ein.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 18.07.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja