Faszienrollen (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Training mit Faszienrollen

Lena Schmidtke   14.09.2020 | 11:45 Uhr

Überall werden sie angepriesen: Faszienrollen – im Fitnessstudio, im Internet, auf Plakatwänden mit bekannten Sportlern. Aber was genau bringen Faszienrollen und worauf sollte man beim Training achten?

Faszientraining: Worauf man achten sollte
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 14.09.2020, Länge: 03:35 Min.]
Faszientraining: Worauf man achten sollte

"Faszien sind eine Bindegewebsstruktur im Körper. Faszien umschließen die Muskeln wie eine Tüte, verbinden Muskeln miteinander und auch die Sehnen gehören dazu", sagt Anke Thumshirn. Sie ist Faszientrainern im Gesundheits-Center Schwartz in Blieskastel.

Ganz erforscht sind die Faszien noch nicht, es wird aber davon ausgegangen, dass sie zum Beispiel durch mangelnde Bewegung, Stress oder eine Schonhaltung verkleben oder verhärten können. Schmerzen sind die Folgen. Mit einem gezielten Faszientraining ließen sich die Verklebungen lösen und man werde wieder beweglicher, sagt die Faszientrainerin.

Das Einmaleins des Faszientrainings

Für ein gutes Faszientraining seien drei Dinge wichtig, sagt Thumshirn: Zuerst den Körper aufwärmen, dann das dynamische Dehnen, bei dem man die Faszien in ihrer Gesamtheit dehnt, und dann kommen als Drittes die Rollen zum Einsatz - quasi als Abschluss zum Entspannen. Mit den entsprechenden Übungen könne man so die Verspannungen im Körper lösen und das Bindegewebe stärken.

Lässt sich auch Cellulite bekämpfen?

Es sei zwar bisher nicht nachgewiesen worden, aber "viele Frauen sagen, wenn sie solche Massagetechniken anwenden, verbessert sich das Bindegewebe", so die Faszientrainerin.

Die richtige Anwendung ist entscheidend

Wer mit Faszienrollen trainiert, sollte auf jeden Fall auf die richtige Anwendung achten, denn auch mit den Schaumstoffrollen kann man sonst negative Effekte erzielen. Dabei sei die Wahl der richtigen Rolle für die einzelnen Körperteile das A und O, sagt Faszientrainerin Anke Thumshirn. "Besonders an der Wirbelsäule können sich Unwissende sonst richtigen Schaden zufügen."

Deshalb nimmt man für den unteren Rücken den kleinen Doppelball, denn wenn man den Beckenbereich verlässt, kommt die Wirbelsäule mit ihren Dornfortsätzen, und diese sollten zwischen den zwei Bällen durchgeführt werden. Ab der Mitte des Rückens ist der Doppelball hingegen tabu, den sobald er auf die Rippen trifft, trifft er auch auf die Rippenwirbelgelenke und das kann zu Blockaden führen. Für die Arme nimmt man die kleine Rolle, für die Fußsohle den Fazienball.

Prinzipiell gilt: Auf Knochen oder Gelenken sollte niemals gerollt werden, und an Armen und Beinen nur von der körperfernen Seite zur Körpermitte hin. Der Grund: "Die Venen liegen relativ nah unter der Haut, die Venenklappen gehen Richtung Körpermitte auf und zu. Wenn man falsch herum rollt, werden diese in Flussrichtung des Blutes bearbeitet. Das sollte man nicht machen", so Thumshirn.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 14.09.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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