Tinnitus (Foto: dpa)

Wenn es im Ohr ständig pfeift, dröhnt oder rauscht

Steffani Balle/Kevin Buchholz   21.01.2019 | 11:30 Uhr

In Deutschland leiden rund drei Millionen Menschen an Tinnitus. Dabei will der Tinnitus nur helfen, denn eigentlich ist er eine Ausgleichsmaßnahme des Körpers für verlorengegangene Hör-Frequenzen. Doch mit dem Tinnitus zu leben, ist störend und oftmals auch sehr belastend.

In 90 Prozent der Fälle sei eine Hörstörung die Ursache für einen Tinnitus, sagt Gerhard Hesse von der Deutschen Tinnitus-Liga. Im Gehirn werde der nicht mehr gehörte Ton vermisst. Das führe dazu, dass die Gehirnrinde Verstärkungsimpulse in die Hörbahn sende und damit die Störgeräusche verstärke.

Die Hörstörung selbst werde von den Betroffenen oftmals gar nicht als solche wahrgenommen, sagt Hesse. Bleibt der Tinnitus-Ton auf einer erträglichen Frequenz, kann man ihn - mit ein bisschen Übung - sogar ausblenden. Problematisch werde es, wenn man sich das Tinnitus-Geräusch ständig bewusst mache. "Dadurch wird es immer störender und subjektiv immer lauter", sagt Hesse.

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"Tinnitracks" - eine App gegen das Tinnitus-Geräusch?
Audio [SR 3, Kevin Buchholz, 21.01.2019, Länge: 02:50 Min.]
"Tinnitracks" - eine App gegen das Tinnitus-Geräusch?
SR-Reporter Kevin Buchholz hat sich angeschaut, wie das Ganze funktionieren soll.

Von alleine geht ein störender Tinnitus nicht weg. Hilft ein Hörgerät nicht, empfiehlt die Tinnitus-Liga Entspannung, außerdem Bewegungs- und Ernährungsprogramme. Seit einiger Zeit ist auch eine App auf dem Markt - "Tinnitracks" - die dem Störton entgegenwirken soll. Das Interessante daran: Man hört bei der Smartphone-Therapie die Musik aus der eigenen Sammlung.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 21.01.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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