Kaninchen (Foto: SR)

Tierhaltung in der Mietwohnung

Nadja Dominik   14.07.2020 | 09:30 Uhr

Der Hund bellt seit Stunden, die Katze ruiniert die Eingangstür … Nicht selten sorgen tierische Mitbewohner für Ärger mit Vermieter und Nachbarschaft. Welche Tiere man in einer Mietwohnung halten darf, für welche man einen Genehmigung des Vermieters braucht und worauf man achten sollte, das hat SR-Reporterin Nadja Dominik zusammengefasst.

Hund, Katze, Hase....

Tierhaltung in der Mietwohnung
Audio [SR 3, Nadja Dominik, 14.07.2020, Länge: 02:49 Min.]
Tierhaltung in der Mietwohnung

Hund, Katze, Kleintiere gehören zu den gängigsten Haustiere. Für Kleintiere gibt es nach Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) keine generellen Haltungsverbote in der Mietwohnung. "Der BGH hat vor einigen Jahren entschieden, dass ein generelles Tierhalteverbot unwirksam ist. Daraus schließen wir Juristen, dass kleine Tiere in Käfigen, Aquarien, Terrarien auf jeden Fall gehalten werden dürfen", sagt Mietrechtsexperte Kai Werner. Dazu zählten Hamster, Meerschweinchen, Hasen, Fische, kleine Singvögel aber nicht Exoten und giftige Tiere.

Kai Werner rät allerdings, vor der Anschaffung das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen - und sei es nur pro Forma, um sich abzusichern.

Katzen und Hunde sind keine Kleintiere

Katzen und Hunde sind keine Kleintiere. Hier kommt es auch öfters vor, dass es spezielle Klauseln in den Mietverträgen gibt, unter anderem aus Angst vor Schäden in der Wohnung. Deshalb rät Kai Werner, auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, denn der Besitzer des Tieres muss für die Schäden aufkommen.

"Die Tiere dürfen Rechte Dritter nicht beeinträchtigen"

Und nicht nur die möglichen Schäden können für Ärger sorgen. Besonders bei Hunden kann auch Lärmbelästigung mit ins Spiel kommen. Wenn durch stundenlanges Gebell oder Gejaule die Nachbarn belästigt werden, kann eine sogenannte Unterlassung ausgesprochen werden. Gelegentliches Hundebellen ist von den Bewohnern hinzunehmen, eine ständige Lärmbelästigung nicht. "Die Tiere dürfen Rechte Dritter nicht beeinträchtigen durch Lärm, durch Gestank oder Sonstiges", sagt Werner.

Ohne Genehmigung droht Unterlassungsklage

Die Tierhaltung wird zur freien Persönlichkeitsentfaltung gezählt - wobei es allerdings immer Abstufungen gibt - nach Anzahl und auch Größe oder Gefährlichkeit des Tieres. Bei einem Papageien zum Beispiel könnte man meinen, das ist ja nur ein kleiner Vogel, das ist erlaubt. Doch dem ist nicht so. "Der Papagei ist definitiv kein Kleintier und mit seinem Krächzen kann er die Mitbewohner beeinträchtigen", so der Jurist. Die Haltung eines Papageien müsse deshalb vom Vermieter genehmigt werden. Ohne Genehmigung laufe man Gefahr, dass der Vermieter im Fall der Fälle auf Unterlassung klage. "Das Tier muss dann abgegeben werden."

Spinnen, Schlangen, Echsen

Exoten in der Mietwohnung
Audio [SR 3, Nadja Dominik, 14.07.2020, Länge: 02:11 Min.]
Exoten in der Mietwohnung

Nicht wenige Tierhalter reizt es, sich Terrarien mit Exoten in die Wohnung zu stellen, die mitunter sogar giftig sind. Das ist natürlich mit einem gewissen Risiko behaftet ist - nicht nur für den Tierhalter selbst. Denn oft genug kommt es vor, dass ein Tier ausbüxt. Immer wieder gibt es Schlagzeilen über entwischte Exoten. In Dillingen war es ein 3,5 Meter langer Python, den ein Mann beim Aufstehen in seiner Wohnung fand. In nordrhein-westfälischen Herne war eine giftige Monokelkobra entwichen. Vier Häuser mussten evakuiert werden.

Jetzt hat der nordrhein-westfälische Landtag den Kauf gefährlicher Exoten wie Schlangen, Spinnen und Skorpione verboten. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro rechnen. Haltern, die Gifttiere aussetzen, drohen sogar zwei Jahre Haft. Und wer ein giftiges Haustier bereits besitzt, muss dies melden und ein Führungszeugnis vorlegen.

Eine solche Regelung könnte sich Kai Werner vom saarländischen Mieterbund auch für das Saarland vorstellen. Für diejenigen, die solche Tiere halten, sollte es einen Qualifikationsnachweis geben, so wie man ihn auch für die Haltung eines Listenhundes braucht.

Die Haltung von giftigen Tieren kann übrigens vom Vermieter verboten werden, da diese objektiv die Mietsache oder andere Bewohner gefährden könnten.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 14.07.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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