Hund und Katze  (Foto: pixabay/StockSnap)

Tierhaftpflicht- und Tierkrankenversicherung

Ratgeber

Lena Schmidtke   20.10.2020 | 10:00 Uhr

Braucht man für seinen geliebten Vierbeiner eigentlich eine Haftpflichtversicherung? Und wie sinnvoll ist eine Krankenversicherung für Hund, Katze, Pferd?

Die Tierhaftpflichtversicherung

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Die Tierhaftpflichtversicherung
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 20.10.2020, Länge: 01:05 Min.]
Die Tierhaftpflichtversicherung

Die Katze zerkratzt die Türen der Mietwohnung, der Hund rennt über die Straße und sorgt so für einen Unfall, das Pferd scheut beim Ausritt und bringt einen Radfahrer zum stürzen - welche Schäden auch immer tierische Mitbewohner verursachen: der Halter ist dafür verantwortlich. Gut, wenn man in einem solchen Fall der Fälle einen Versicherungsschutz hat.

"Die Versicherung überhaupt"

Die Tierhaftpflichtversicherung springt ein, wenn unsere Tiere einen Schaden angerichtet haben. In sechs Bundesländern ist eine Tierhaftpflichtversicherung sogar Pflicht, im Saarland jedoch noch nicht. Dabei sei es "die Versicherung überhaupt", sagt Eva-Maria Loch, Versicherungsberaterin bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Bei einer Tierhaftpflichtversicherung sei auch der Verstoß gegen die Leinenpflicht und, Schäden an Miet- und Ferienwohnungen versichert. Der Versicherungsschutz gelte zudem auch für Hundesitter und im Ausland

Tierhaftpflichtversicherungen kosten zwischen 60 Euro und 200 Euro im Jahr, der genaue Beitrag schwankt je nach Anbieter, Leistungsumfang und Tier.

Katzen oft mit der Privathaftpflicht abgesichert

Zu empfehlen sind Tierhaftpflichtversicherungen auf jeden Fall für Halter von Hunden und Pferden. Katzen seien oft in der privaten Haftpflicht mit abgesichert. Im Zweifelsfall sollte man dies aber nochmal mit seiner Haftpflichtversicherung abklären. Die Verbraucherschützerin rät zudem, bei der bestehenden privaten Haftpflicht nachzufragen, was eine zusätzliche Tierhaftpflicht kostet. "Das kommt unter Umständen günstiger."

Tierkrankenversicherung

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Eine Krankenversicherung für Tiere - wie sinnvoll ist das?
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 20.10.2020, Länge: 02:40 Min.]
Eine Krankenversicherung für Tiere - wie sinnvoll ist das?

Für uns Menschen in Deutschland ist sie Pflicht: die Krankenversicherung. Auch für Tiere kann man eine solche Versicherung abschließen. Aber wie sinnvoll ist das?

Eine Tierkrankenversicherung bietet, je nach Versicherung, ganz unterschiedliche Leistungen. Oft werden aber nur medizinisch notwendige Behandlung abgedeckt. Tierhalter sollten deshalb Tarife und Preise genau vergleichen und durchrechnen, ob sich die Tierkrankenversicherung wirklich lohnt.

In Deutschland gibt es fünf große Anbieter, über die Hunde, Katzen und Pferde versichert werden können. Die Leistungsumfänge sind jedoch ganz unterschiedlich. Je nach Tarif kommen bei Katzen jährliche Kosten von 160 bis 560 Euro auf die Besitzer zu, bei Hunden rund 120 bis 1300 Euro.

Meist werden nur gesunde Tiere aufgenommen

Dabei spiele sowohl das Alter des Tieres, die Größe als auch das Gewicht eine Rolle, sagt Verbraucherschützerin Eva-Maria Loch. Zudem würden meist auch nur gesunde Tiere versichert. "Wenn irgendwelche Erkrankungen vorhanden sind, braucht man unter Umständen ein tierärztliches Gutachten um zu prüfen, ob das Tier auch versichert wird,“ so Loch.

Beim Halter bleiben auf jeden Fall Kosten hängen

Generell werden von einer Tierkrankenversicherung Tierarzt- und Operationskosten für ambulante, stationäre und chirurgische Behandlungen erstattet. Außerdem Medikamente, Unterbringung und Diagnostik. Dabei sollten Tierhalter jedoch beachten, "dass in der Regel die Tierärzte nach dem dreifachem Satz abrechnen, die Versicherung aber nur den zweifachen übernimmt", sagt die Versicherungsexpertin. Zudem komme auf den noch ein Selbstbehalt von 20 Prozent zu. Auch sollte man wissen, "dass nur medizinisch notwendige Behandlungen übernommen werden.“

Die Alternative: Geld zurücklegen

Vor Abschluss einer Versicherung sollten Tierhalter die Leistungsumfänge und Tarife genau nachlesen und vergleichen und durchrechnen, ob sich eine Versicherung wirklich lohnt, denn niedrige Beiträge zahlen nur Tierhalter, die ihr gesundes Tier so früh wie möglich versichern und dann auch über viele Jahre zahlen.

Der Tipp von Eva-Maria Loch lautet deshalb: „Lieber das Geld zurücklegen." Da habe man mehr von.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 20.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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