Aus einem Wasserhahn läuft fließendes Wasser. (Foto: picture alliance/dpa/Felix Heyder)

Wie sinnvoll ist Wasser sparen im Haushalt?

mit Informationen von Lisa Krauser   16.03.2022 | 09:20 Uhr

Trinkwasser sollte man nicht verschwenden. Aber in manchen Regionen Deutschlands wird so wenig Wasser verbraucht, dass es zu Problemen in den Versorgungsleitungen kommt. Wie sinnvoll ist es also, Wasser im Haushalt einzusparen? Wir haben einen Experten gefragt.

Sauberes Wasser aus dem Wasserhahn ist bei uns jederzeit und in ausreichener Menge verfügbar. Trotzdem achten die Deutschen immer mehr darauf, nicht zu viel Wasser zu verbrauchen. Wasser und die Entsorgung - das Abwasser also - kosten schließlich Geld. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist seit den 1990ern im Grunde immer weiter zurückgegangen. Aber wie sinnvoll ist es eigentlich, penibel darauf zu achten, nicht zu viel Wasser zu verbrauchen?

Ausreichend Wasser im Saarland

"Sparen macht immer Sinn", sagt Wasser-Experte Markus Borr. Er ist bei der Kommunalen Energie- und Wasserversorung Neunkirchen (KEW) zuständig für die Trinkwasserversorung.

Im Wasserwerk Wellesweiler wird Grundwasser aus Wasserschutzgebieten aufbereitet, um dann damit ganz Neunkirchen zu versorgen. Knapp ist die Ressource Wasser im Saarland nicht, sagt Markus Borr. Es gebe genügend Reserven und auch aureichend Niederschlag.

Das Wasser bleibt im Kreislauf

Die zweite gute Nachricht: Wir verbrauchen Wasser zu Hause nicht, sondern bebrauchen es. Das heißt: Wenn wir zum Beispiel Geschirr abwaschen oder duschen, fließt das Wasser wieder in den Kreislauf zurück. "Es geht in die Kläranlagen, in die Flüsse, es verdunstet wieder. Es kommt wieder als Niederschlag herunter und läuft im Wasserschutzgebiet durch die Gesteinsschichten und wird uns wieder gefördert", erklärt der Wasser-Experte.

Warm-Wasser sparen sinnvoll

Trotzdem ergibt Wasser-Sparen Sinn - vor allem bei Warm-Wasser. Denn wenn Wasser erhitzt wird, wird CO2 ausgestoßen. "Ob elektrisch, mit Gas mit Öl - das Erwärmen braucht viel, viel mehr Energie als nur das reine Kaltwasser", so Borr.

Das heißt: Wer seinen Beitrag im Kampf gegen den Klimwandel leisten will, sollte zum Beispiel keine halbvolle Spülmaschine laufen lassen, Hände eher mit kälterem Wasser waschen. Und Markus Borr hat da noch einen Tipp: die Dusch- und Wasserlaufzeiten verkürzen und weniger Vollbäder nehmen, denn letztere sorgen für einen besonders hohen Warmwasserverbrauch.

Zu wenig Wasser in den Rohren?

Aber zu wenig Wasserbraucht kann auch zum Problem werden. Die alten Leitungen in Deutschland seien für mehr Wasser ausgelegt als heute hindurchfließe, sagt Markus Borr. In manchen Regionen Deutschlands fließe das Wasser deshalb zu langsam durch. Dadurch können sich Keime bilden und die Wasserversorger müssen mit extra Wasser nachspülen.

Im Saarland sei dies aber nicht der Fall, sagt Borr. Alte Leitungen wie beispieslweise in Neunkirchen seien zwar sehr groß, dort fließe wegen der großen Bevölkerungsdichte aber genügend Wasser hindurch. Und damit das auch in Zukunft kein Problem wird, werden neue Rohre mit einem kleineren Durchmesser verlegt.

Fazit: Penibel auf jeden Tropfen achten, das muss nicht sein! Aber insgesamt ist Wasser sparen im Haushalt auf jeden Fall sinnvoll.

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Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 16.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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