Gebäudeversicherung (Foto: Pixabay/moerschy)

Viele Wohngebäudeversicherungen haben Lücken

Interview: Carmen Bachmann   25.02.2021 | 09:45 Uhr

Sie ist gesetzlich nicht verpflichtend, aber jeder, der ein Haus oder eine Wohnung besitzt, sollte sie haben: die Wohngebäudeversicherung. Die Stiftung Warentest hat 178 Tarife von 70 Wohngebäudeversicherern auf den Prüstand gestellt. Das Ergebnis: Bei vielen Verträgen gibt es Lücken, was im Fall der Fälle ein finanzielles Desaster bedeuten kann. Annegret Jende hat den Test federführend entwickelt. Im SR-Interview fasst sie zusammen, wo die größen Lücken sind und was Versicherungsnehmer tun können.

"Wir raten jedem Hausbesitzer, eine Elementarschadenversicherung abzuschließen"
Audio [SR 3, Interview: Carmen Bachmann, 25.02.2021, Länge: 04:42 Min.]
"Wir raten jedem Hausbesitzer, eine Elementarschadenversicherung abzuschließen"
Interview mit Annegret Jende von der Stiftung Warentest

Das Eigenheim sei in der Regel die teuerste Anschaffung im Leben, und deshalb sollte man sein Haus oder seine Wohnung auch gegen Gefahren schützen, sagt Annegret Jende von der Stiftung Warentest. Dafür sei es wichtig, eine entsprechende Gebäudeversicherung zu haben. "Wenn das Haus abbrennt, und man ist nicht versichert, wird man in der Regel nicht so ohne Weiteres ein neues Haus hinsetzen können."

Um so wichtiger ist es, dass man für den Fall der Fälle eine gute Versicherung hat. Der Test von Stiftung Warentest hat aber ergeben: Bei vielen Versicherungen gibt es große Lücken. Rund ein Drittel der getesten Versicherungen wurden mit mangelhaft bewertet. Der Grund: Diese Versicherungen nehmen die Möglichkeit wahr, bei Schäden, die grob fahrlässig verursacht wurden, Abzüge vorzunehmen. "Das haben wir mit mangelhaft bewertet." Wenn Versicherungen auf diese Klausel in ihrem Vertrag verzichten, habe es hingegen ein "sehr gut" dafür gegeben, sagt Jende.

Hohe Defizite bei den Versicherungen

Der Test hat auch gezeigt, dass es bei den Versicherungstarifen zum Teil große Preisunterschiede gibt, wobei der Preis nicht immer identisch ist mit der Bewertung der Versicherung. Der Preis für die Versicherungstarife oblige der jeweilige Risikokalkulation bei der Versicherung. "In den letzten Jahren haben die Versicherer nur mit Defiziten gearbeitet", sagt Jende. Und da spiele es natürlich auch eine Rolle, ob eine Versicherung in jüngeren Vergangenheit beispielsweise eine Reihe von hohen Schäden begleichen musste. So gab es in den vergangenen Jahren beispielsweise viele Schäden durch Starkregen.

Versicherungsschutz bei Elemantarschäden

Starkregen kann jeden treffen (Foto: Thomas Treinies/SR)

Stürme oder Überflutungen durch Starkregen können an Gebäuden große Schäden anrichten. Sie gehören zu den so genannten Elementarschäden. Bei vielen Versicherungstarifen sind sie jedoch nicht automatisch mit enthalten. Eigenheimbesitzer sollten Elementarschäden aber auf jeden Fall versicheren, sagt die Verbraucherschützerin. "Die Starkregenfälle haben in den letzten Jahren zugenommen und es kann jeden Ort in Deutschland treffen."

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 25.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja