Balkonien (Foto: dpa)

So klappt's auch mit den Nachbarn

Renate Wanninger   29.05.2020 | 09:45 Uhr

Bei schönem Wetter spielt sich für viele das Leben auf dem eigenen Balkon, der Terrasse oder im Garten ab. Doch auch hier gilt es, ein paar Regeln einzuhalten - für ein friedliches Zusammenleben mit den Nachbarn und um Ärger mit dem Vermieter vorzubeugen.

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Ratgeber: Balkon- und Gartennutzung in der Mietwohnung
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 29.05.2020, Länge: 04:12 Min.]
Ratgeber: Balkon- und Gartennutzung in der Mietwohnung

Grundsätzlich gehören Balkon, Terrasse und Garten zum Wohnraum dazu. Und wie in der Wohnung darf man dort natürlich leben, wie man will. Aber es gibt Einschränkungen. "Das Tun und Lassen hört natürlich da auf, wo ich einen Zweiten, einen Dritten beeinträchtige oder behindere", sagt Axel Ewer. Er ist Hausverwalter und Vertreter der Immobilienverwalter Rheinland-Pfalz-Saarland.

Und wenn es eine Mietergemeinschaft gibt, muss sowieso jede Veränderung abgestimmt werden. Das gilt auch für das Anlegen eines Gartens - auch wenn es nur eine Kräuterecke ist. Dass Garten-Feste grundsätzlich mit den Nachbarn abgesprochen werden sollten und die Ruhezeiten einzuhalten sind, versteht sich von selbst.

Grillen
Wenn man am Wochende Grillen will, muss man das natürlich nicht mit den Nachbarn absprechen. Aber wenn man fast jeden Tag den Grill anschmeißen will, dann sorgt es sicherlich für bessere Stimmung, wenn man die Nachbarn informiert. Häufiges Grillen kann zudem Spuren auf der Hauswand oder am Boden hinterlassen. Wenn man Mieter ist, sollte man deshalb vorher mit dem Eigentümer darüber sprechen.

Begrünung
Blumenkästen und Kübel kann man aufstellen wie man möchte, doch auch hier gibt es ein Aber: Die Kästen und Kübel müssen so angebracht bzw. aufgestellt sein, dass dem Nachbar darunter nicht die welken Blüten auf den Balkon oder Terrasse regnen oder das Gießwasser zu ihm runter fließt.

Außenbefestigungen
Auch Löcher in die Außenwand am Balkon oder der Terrasse bohren, um Blumenampeln aufzuhängen oder ein Katzennetz zu spannen, sollte man unterlassen. "Das ist eine bauliche Veränderung, ein Schaden der ensteht, den Sie nachher wieder beseitigen müssen", sagt Ewer. Das gilt auch für das Anbringen ein Sat-Antenne.

"Je nach Beschlusslage der Eigentümergemeinschaft dürfen Sie außerhalb keine Satelitenanlage anbringen und schon gar nicht festbohren." Und wer auf seinem Balkon oder seiner Terrasse eine Wäscheleine fest in der Wand verankern will, muss das zuvor mit der Hausgemeinschaft bzw. dem Eigentümer abklären. Summa sumarum gilt: "Sie dürfen nicht eigenmächtig das äußere Erscheinungsbild des Hauses ändern."

Rauchen
Ein Thema, dass immer wieder für Streit unter Nachbarn sorgt, ist das Rauchen – auch auf den Balkon. Es komme hier auf die Häufigkeit an, sagt Ewer. "Wenn ich hier übertreibe, dann fühlt sich irgendwann jeder gestört."

Gartenhaus
Ein Gartenhaus oder Geräteschuppen darf im Garten nur aufgebaut werden, wenn das mit dem Eigentümer abgestimmt ist. Das gilt insbesondere, wenn dazu noch eine Bodenplatte aus Beton gegossen wird.

Kinderspielgeräte
Wenn man den ganzen Garten gemietet habe, dürfe man Spielgeräte für Kinder aufstellen, sagt der Vertreter der Immobilienverwalter. Wenn man aber nur ein Gartenanteil zur Wohnung gehöre, müsse dies abgestimmt werden.

Der Tipp des Experten lautet: Miteinander reden. "Dann treten ganz viele Probleme erst gar nicht auf".

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 29.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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