Vorstellung einer Infrarotheizung auf einer Messe (Foto: IMAGO / MiS)

Lohnt sich eine Infrarot-Heizung?

Mit Informationen von Jan Henrich   08.08.2022 | 12:20 Uhr

Elektrisch betrieben und einfach umzurüsten sind sie – die Nachfrage ist entsprechend groß. Doch eignen die Infrarot-Heizungen sich wirklich als Heizungsersatz? Als Ergänzung sind sie durchaus geeignet, als Ersatz eher problematisch, denn die Betriebskosten können selbst bei einem hohen Gaspreis noch über denen traditioneller Heizungssysteme liegen.

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Alternativen zum Heizen: Infrarot-Heizungen
Audio [SR 3, Jan Henrich (c) SR, 08.08.2022, Länge: 02:24 Min.]
Alternativen zum Heizen: Infrarot-Heizungen

Modelle von unscheinbar bis bunt

Die Wände des Verkaufsraums in Saarwellingen hängen voll mit dünnen Platten. In allen möglichen Ausführungen hat sie Dominik Schmitt vom Energiezentrum Saar dort ausgestellt. Je nach Gestaltung entweder unscheinbar oder auffällig bunt. „Es gibt unterschiedliche Modelle von Spiegel-, Glas-, Bildheizung. Tatsächlich der Renner sind die Standard-Weißheizungen, weil circa 80 Prozent der Heizungen an der Decke angebracht werden.“ Dort fallen sie fast nicht mehr auf.

Heizen über eine Stromleitung

Dominik Schmitt selbst ist begeistert von den Systemen. Günstig in der Anschaffung seien die Infrarotheizungen und auch zeitnah lieferbar. Über ein einfaches Halterungssystem könne man die drei bis maximal 16 Kilo schweren Panels zudem überall anbringen. „Das Schöne ist: Ich hab keine wasserführenden Leitungen im ganzen Haus mehr verteilt, sondern eine einzige Stromleitung, die bei mir im Raum ist, und das ist der Mehraufwand den ich betreiben muss.“

Aber vor allem seien sie nicht nur praktisch, sondern auch angenehm, wie Schmitt erzählt. Denn anders als bei traditionellen Heizkörpern, die die umgebende Luft erhitzen, strahlen Infrarot-Panels ihre Wärme an den gesamten Raum ab. Die Infrarot-Heizung sei eine Matte, in die die Heizung eingearbeitet sei. Sie gebe dann Strahlungswärme ähnlich einer Rotlichtlampe ab.

Schmitt empfiehlt, das System in Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung zu betreiben. Wichtig dabei: die richtige Anzahl und Ausrichtung der Platten. Die sollte vor jedem Umstieg berechnet werden. Dann, so Schmitt, sei das System etwas für jeden.

Raum-Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden

Etwas zurückhaltender ist da Mirko Karkowsky von der saarländischen Heizungsinnung. Es gebe Situationen, in denen sich Infrarotheizungen anbieten würden. Aber: „Zur Zentralen Wärmeversorgung sind Infrarotheizungen unserer Ansicht nach weniger geeignet." Man müsse das immer auf die Örtlichkeiten bezogen sehen. Ein alleiniges Wundermittel seien sie nicht.

Fazit: als Ergänzung durchaus geeignet

Das Problem ist: Je nach Strom-Mix sind die Panels nicht unbedingt umweltfreundlich. Und die Betriebskosten können selbst bei einem hohen Gaspreis noch über denen traditioneller Heizungssysteme liegen.

Für einen Umstieg, um allein im kommenden Winter die Ausgaben in Schach zu halten, eignet sich die Infrarotheizung damit nicht wirklich. Dennoch: Die Systeme bringen den ein oder anderen Vorteile mit sich und zumindest als einfach anzubringende Ergänzung, beispielsweise im Bad, kann die Infrarotheizung durchaus attraktiv sein.


Ein Thema in der "Region am Mittag" am 08.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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