Eine Mehlschwalbe in einer Lehmpfütze (Foto: Christoph Böhme/NABU)

Hilfe für Schwalben und Hausbesitzer

Dorothee Scharner   01.06.2021 | 11:08 Uhr

Schwalben sind die Sommerboten und gern gesehene Flugkünstler. Früher galten sie außerdem als Glücksboten und im Stall sollen sie das Vieh vor Krankheiten bewahrt haben. Heute schätzen wir vielleicht eher, dass Schwalben kiloweise Mücken und Fliegen fressen - und trotz allem haben Schwalben es heutzutage schwer bei uns.

Dabei ist es ganz einfach, den Tieren zu helfen und dazu gibt es sogar kostenlose Unterstützung vom NABU Saarland und dem saarländischen Umweltministerium. „Schwalben willkommen“ heißt das Angebot mit dessen Hilfe auch Familie Stein in Kirkel-Limbach „ihren“ Schwalben das Leben leichter gemacht hat - den Schwalben und ihrer Hausfassade.

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Hilfe für Schwalben und Hausbesitzer
Audio [SR 3, Dorothee Scharner, 01.06.2021, Länge: 05:12 Min.]
Hilfe für Schwalben und Hausbesitzer
Schwalben sind die Sommerboten und gern gesehene Flugkünstler. Früher galten sie außerdem als Glücksboten und im Stall sollen sie das Vieh vor Krankheiten bewahrt haben. Heute schätzen wir vielleicht eher, dass Schwalben kiloweise Mücken und Fliegen fressen - und trotz allem haben Schwalben es heutzutage schwer bei uns.

Kostenlose Hilfe vom NABU

So gerne die meisten Menschen die Schwalben in der Luft sehen, so ungerne haben sie ihre Nester an der Hauswand. Der Kot der Schwalbenjungen kann die Fassade verschmutzen. Abhilfe schafft ein ganz einfaches Kotbrett, das kurz unterhalb der Schwalbennester angebracht wird. Und das Beste daran: Das Brett bringt der NABU kostenlos bei interessierten Hausbesitzern an, wenn mindestens fünf Nester an einer Hausfront vorhanden sind. Sie werden im April angebracht, bevor die Schwalben aus Afrka zurückkehren.

Rauchschwalben-Jungvögel im Nest  (Foto: Christoph Böhme/NABU)
Rauchschwalben-Jungvögel im Nest

Familie Stein hat das Angebot genutzt und gleich noch ein paar künstliche Nisthilfen für ihre Mehlschwalben mit anbringen lassen. Unauffällig „kleben“ die Nester hoch oben an der Hausfassade. Die Tiere danken es ihnen, ab und an sieht man ihre Köpfe aus den Nestern in der Höhe lugen, ansonsten jagen sie um Haus und Garten auf der Suche nach Insekten. „Das ist, als würde man in einer offenen Volière sitzen“, schwärmt Gabi Stein, „das ist wunderbar!“. Für soviel vorbildliches Engagement dürfen die Steins jetzt ihr Haus mit der Plakette „Schwalben willkommen“ schmücken.

Schwalbennester entfernen ist verboten

Wer Schwalbennester an der Fassade hat, kann sich also Unterstützung holen. Denn eines ist auch klar, sagt Hajo Schmidt vom NABU Saar: „Schwalbennester von der Hauswand zu entfernen, ist verboten. Wer sein Haus dämmen lassen will, sollte bis zum Herbst warten und nach der Dämmung künstliche Nester und Kotbretter anbringen oder vom NABU anbringen lassen“.

Eine Lehmpfütze anlegen hilft beim Nisten

Und mit noch einer kleinen Maßnahme kann man den Schwalben unter die Arme greifen: mit dem Anlegen einer Lehmpfütze. Schwalben brauchen feuchten Lehm um ihre Nester zu bauen. Dazu braucht man allerdings etwas Platz, damit die Vögel gut anfliegen können. Die Kuhle sollte etwa ein qm² groß und circa zehn Zentimeter tief und eventuell mit Teichfolie ausgelegt sein. Dann kommen Lehm, Wasser und Stroh rein. Die Kuhle muss über Sommer feucht gehalten werden.

Eine Rauchschwalbe sitzt auf einem Baumstumpf (Foto: Christoph Böhme/NABU)
Eine Rauchschwalbe auf einem Baumstumpf

„Im Saarland gibt es Reitvereine, die sich um die Lehmkuhlen am Hof kümmern und extra Fenster für die Schwalben aufstehen lassen“, erzählt Hajo Schmidt. Das unterstützt die Rauchschwalben, die gerne in Bauern- und Pferdehöfen nisten. Auch diese dürfen sich dann mit der Plakette „Schwalben willkommen!“ schmücken. Mehr Infos und Kontakt zum Projekt „Schwalben willkommen“ vom NABU-Saar finden Sie hier: https://nabu-saar.de/tiere-pflanzen/schwalben-willkommen/

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 01.06.2021 berichtet.

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