Sauftisch: Wangentisch (sog. Montafoner Tisch), süddeutsch, 18. Jahrhundert, Nussbaum, Nadelholz, Schiefer, mit einer Auswahl an Humpen aus der Sammlung Sicks (Foto: Saarlandmuseum)

Tischkultur vergangener Epochen

Barbara Grech  

Diesmal geht es in "Kappes, Klöße, Kokosmilch" nicht ums Kochen, sondern ums Essen. In der Alten Sammlung des Saarlandmuseums am Saarbrücker Schlossplatz gibt es derzeit eine Ausstellung, die sich mit der Tischkultur vergangener Epochen beschäftigt.

Sendung: Samstag 02.04.2022 11:00

Während wir heute gerne mal Fritten und Hamburger mit bloßen Händen essen, wurde "sellemols" mit Besteck und Geschirr aus Silber, Gold und Porzellan getafelt. Und so funkelt es derzeit von Tisch-Geschmeide in den Räumen der Alten Sammlung des Saarland-Museums, wo bis zum 16. Oktober die Ausstellung "Zu Tisch! Die Kunst des guten Geschmacks" zu sehen ist.

Kappes, Klöße, Kokosmilch: Tischkultur im Saarland-Museum
Audio [SR 3, Barbara Grech, 02.04.2022, Länge: 04:43 Min.]
Kappes, Klöße, Kokosmilch: Tischkultur im Saarland-Museum

Prunk- und prachtvolle Gedekce

Zu sehen ist eine Ausstellung zur Tisch- und Tafelkultur in Europa mit barocken Kaffeeservicen, Prunkvasen und Tafeldekorationen aus dem weißen Gold der Barock-Epoche, dem Porzellan, mit Prunkpokalen, Humpen und Bestecken aus Silber und Gold. Prächtige Terrinen, Teller, Messerbänkchen und Servierplatten thronen auf der festlich gedeckten Tafeln in der Alten Sammlung, zu der auch als besonderes Schmuckstück eine Terrine in Form eines Salatkopfs gehört.

"Zu Tisch- die Kunst des guten Geschmacks"

"1980 hat uns Friedrich Sicks seine umfangreiche Sammlung hinterlassen - bestehend aus 150 Silberobjekten, Zinnobjekten und auch Gemälden", so Nadine Schwuchow, die Kuratorin dieser Ausstellung.

"Ich bin wer" - die aufwändige Tischkultur

Aufwändige Tischdekoration und das Mahl, um die eigene Macht zur Schau zu stellen ist eine Entwicklung, die in der Zeit der ausgehenden Renaissance ihren Anfang nahm.

Neben aufwändigem Service und Besteck gab es auch strenge Regeln, wie zu speisen ist. Für jede Art von Essen habe es eigene Regeln gegeben, so Schwuchow. "Und im Zuge dieser ganzen Regelwerke kam auch immer neues Geschirr, neues Besteck für die diversen Zwecke auf".

Im 18. Jahrhundert habe diese Tischkultur dann ihren absoluten Höhepunkt gefeiert, so die Kuratorin. Wobei es in erster Linie immer darum ging, wie das Essen präsentiert wurde.

Das Essen selbst war dann eher eine steife Angelegenheit. Und selbstverständlich hatte man sich auch nicht zu viel gegessen. Das sei nämlich als Völlerei angesehen worden "und Völlerei war verpönt", so Schwuchow. Man sei deshalb lieber hungrig vom Tisch gegangen als sich zu viel zu nehmen.


Die Ausstellung


Ausstelllung im Saarlandmuseum, Alte Sammlung
Der Gaumenschmaus als Augenweide
Vom 19. März bis zum 16. Oktober zeigt die Alte Sammlung des Saarlandmuseums die Ausstellung "Zu Tisch! Die Kunst des guten Geschmacks". Es geht um europäische Tischkultur des Adels, also jenes Zeremoniell, das man besonders im 17. und 18. Jahrhundert gern zelebrierte.

Die Kochsendung "Kappes, Klöße, Kokosmilch" - immer samstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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