Urlaub (Foto: Pixabay/Bob_Dmyt)

Reisestornierung in Zeiten von Corona

Interview: Karin Mayer   16.03.2020 | 12:30 Uhr

Urlaubsreisen in Zeiten von Corona - das ist inzwischen gar nicht mehr so einfach. Viele Länder haben die Grenzen geschlossen. Und so mancher fragt sich zudem, ob man die geplante Reise nicht besser aus aus Sicherheitsgründen absagen sollte. Stellt sich die Frage: Wer trägt die Kosten? Antworten hat Jennifer Kaiser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Wenn die Grenze geschlossen ist

Reisestornierung in Zeiten von Corona
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 16.03.2020, Länge: 03:25 Min.]
Reisestornierung in Zeiten von Corona
Interview mit Jennifer Kaiser, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

"Wenn die Grenze geschlossen wird, dann wird quasi die Reiseleitung gar nicht möglich", sagt Verbraucherschützerin Jennifer Kaiser. Bei einer Pauschalreise trete dann der so genannte "außergewöhnlicher, unvermeidbarer Umstand" ein. Der Reiseveranstalter müsse in diesem Fall die kompletten Reisekosten erstatten. Das gleiche gelte auch für einzeln gebuchte Leistungen - wenn man beispielsweise der Hotel nicht mehr errichen kann. "Wir gehen davon aus, dass auch hier ein Wegfall der Geschäftsgrundlage vorliegt, die Reiseleistung nicht durchgeführt werden kann und aus diesem Grund eine kostenfreie Stornierungmöglichkeit vorliegen müsste."

Normalerweise bekommen man in diesen Fällen sein Geld zurück. Sollte man stattdessen eine Gutschein angeboten bekommen, müsse man diesen nicht nehmen, sagt Jennifer Kaiser.

Wer von sich aus eine Reise absagt

Wer für sich entschieden hat, aus Sicherheitsgründen eine Reise nicht anzutreten, der kann auf den Kosten sitzen bleiben. Wenn es keine Warnung des Auswärtigen Amtes gibt, keinen Einreisestopp und das Urlaubsziel sich nicht in einem Sperrgebiet befinde, dann sei die Reise im Grunde ja durchführbar und dann sei man sehr auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen, sagt Verbraucherschützerin Kaiser.

Reisen innerhalb Deutschlands

Bei der Stornierung von Reisen innerhalb Deutschlands - weil man zum Beispiel die Zugfahrt scheut - hätten sich die Veranstalter bisher als sehr kulant gezeigt, so die Erfahrung der Verbraucherzentrale.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 16.03.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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