Das Meer bei Santorini in Griechenland (Foto: pixabay / Mariamichelle)

Stornierungen sollten möglichst lange machbar sein

Stephan Deppen   13.03.2021 | 11:31 Uhr

Allmählich lohnt es sich wieder, übers Reisen nachzudenken. Darauf setzt natürlich die Reisebranche, die sich bis zum 12. März virtuell auf der Berliner Tourismusbörse getroffen hat. Es gibt aber eine Reihe von Risiken. Einige davon lassen sich ausschließen.

Stornierungen sollten möglichst lange machbar sein
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 13.03.2021, Länge: 03:08 Min.]
Stornierungen sollten möglichst lange machbar sein

Voraussichtlich ab Mai werden Urlaubshungrige wieder ab Saarbrücken-Ensheim zu einer Reihe von Ferienzielen abheben können. Das hat der Flughafen mitgeteilt. Zudem bedient die dänische Fluggesellschaft DAT bedient künftig die Strecke Saarbrücken-Hamburg. Das Verreisen rückt also wieder in greifbare Nähe.

Laut einer aktuellen Auswertung des Onlineportals "Statista" überlegen 70 Prozent der Deutschen, in diesem Jahr privat zu verreisen. Knapp 40 Prozent planen sogar schon wieder ganz konkret. Das beflügelt auch die Branche, die derzeit noch am Boden liegt. Nach Angaben von Lufthansa-Manager Harry Homeister will die Fluggesellschaft im Sommer wieder 90 Prozent der Vor-Corona-Ziele anfliegen. Schwerpunkt werden die klassischen touristischen Ziele sein: Griechenland, Portugal, Spanien und im interkontinentalen Verkehr auch wieder der Nordatlantik.

Stornierungen sollten kostenlos sein

Urlauber sollten darauf achten, dass sie ihre Reise möglichst lange noch stornieren können, und das möglichst kostenlos. Johannes Boos vom ADAC verweist darauf, dass Reiseveranstalter ihre Angebote angepasst haben. Dabei sollten die Kundinnen und Kunden die Konditionen des Angebots immer genau prüfen. Teilweise gelten, so Boos, bestimmte Stornobedingungen nur für einzelne Reiseformen, zum Beispiel Flugpauschalreisen, aber nicht für Kreuzfahrten. Individuelle Vereinbarungen etwa mit dem Anbieter einer Ferienwohnung, sollte man sich immer schriftlich bestätigen lassen.

Ein Drittel der Deutschen will seine Reisegewohnheiten coronabedingt ändern. Die meisten von ihnen planen mehr Urlaub im eigenen Land. Das beflügelt natürlich auch die Pläne der regionalen Touristik.

Stichwort "außergewöhnliche Umstände"

Wohin auch immer die Reise geht, Flugverbindungen, Ein- und  Ausreisebestimmungen, Test und oder Impfzertifikate können aktuell den Urlaubsspaß trüben. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wann man überhaupt das Recht hat, kostenfrei zu stornieren. ADAC-Sprecher Boos nennt als Stichwort „außergewöhnliche Umstände“. Das sind in der Regel Reisewarnungen des Auswärtigen Amts, aber auch erhebliche Leistungsänderungen oder Reisemängel.

Komplexer wird es bei Individualreisenden. Sie müssen sich immer selbst mit dem Vertragspartner einigen. Bei der Stornierung eine Reise könnten das mehrere Parteien sein, etwa der Vermieter der Ferienwohnung oder ein Mietwagenunternehmen vor Ort. Können die Anbieter ihre Leistung erbringen, besteht kein Anspruch auf kostenfreie Stornierung. Ob eine Reiserücktrittversicherung bei einer kurzfristigen Stornierung eine Hilfe ist, lässt sich nicht pauschalisieren. Es kommt auf den Einzelfall an. Wer in diesem Jahr einen entspannten Urlaub erleben möchte, der sollte also etwas genauer planen als sonst und das Kleingedruckte gründlich studieren.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 13.03.2021 berichtet.

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