Kriebelmücke (Foto: imago/blickwinkel)

Was Sie bei Insektenstichen tun können

Mit Informationen von Laszlo Mura   20.08.2020 | 11:31 Uhr

Insekten können lästig sein – ihre Stiche erst recht. SR3-Reporter Laszlo Mura hat sich verschiedene Mittel gegen Insektenstiche angesehen, darunter auch – wohl nicht ganz ernst gemeinte – Empfehlungen aus dem Internet.

Was Sie bei Insektenstichen tun können
Audio [SR 3, Laszlo Mura, 20.08.2020, Länge: 05:16 Min.]
Was Sie bei Insektenstichen tun können

Zu spät! Diese Stechmücke hat ihr Gift injiziert. Ein dicker, roter, juckender Fleck auf der Haut ist vorprogrammiert – eine wirklich lästige Sache. Am besten lässt man es gar nicht erst soweit kommen. Im Netz findet man dazu einige Lifehacks: Zum Beispiel soll es helfen, wenn man ein paar Tropfen Lorbeeröl mit Wasser gemischt in eine Duftlampe gibt.  

Wunde versorgen

Natürlich gibt es auch professionelle Prophylaxe – etwa Flüssigkeiten, die direkt auf die Haut kommen, wie chemische Sprays. „Die sind vor allem geeignet für Erwachsene“, erklärt Mohammed Mushen, Apotheker aus Illingen. „Die pflanzlichen Sprays können ab einem Jahr verwendet werden. Zudem gibt es Duftkerzen, Duftarmbänder und vieles mehr.“

Wenn man trotzdem gestochen wird, sollte man die Wunde versorgen. Grundsätzlich sind da Mückenstiche eher harmlos, weil der Stechapparat recht klein ist und das Gift nicht mit dem Immunsystem in Berührung kommt, sondern nur eine Lokalreaktion hervorruft. Hier sind kühlende Salben und Tücher ausreichend, auch batteriebetriebene Wärmestifte sollen ganz gut wirken.

Stiche von Wespen, Bienen und Hornissen gefährlicher

Insekten mit größerem Stachel, etwa Wespen, Bienen oder Hornissen sind da weitaus gefährlicher. Hier sollte man bei extremeren Reaktionen auch ruhigen Gewissens zur Cortisonsalbe greifen – wenn man sich an die Gebrauchsanweisung hält. „Weniger als dreimal täglich und nur für kurze Zeit“, rät Apotheker Mushen. Dann sei nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Salben, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, enthalten nur 0,5 Prozent Cortison.

Generell können Arzneimittel, die zur Stich-Behandlung eingesetzt werden, ohne Risiken und Nebenwirkungen benutzt werden, beobachtet auch der Allergologe Dr. Bernd Langendörfer aus Saarlouis. „Wenn man eine Cortisonsalbe für ein paar Tage gibt, kühlende Umgschläge macht und ein juckreizstillendes Präparat einsetzt, sind mir keine Nebenwirkungen der Behandlung der Einstichstelle bekannt.“

Wer aber allergisch auf Wespen, Bienen und Co. reagiert, der sollte immer ein geeignetes Notfallpräparat bei sich haben. Ein Stich kann lebensgefährlich sein, sagt Langendörfer. „Eine allergische Reaktion bedeutet: Der Patient wird am Unterarm gestochen und kriegt dann eine Schwellung der Zunge, der Lippe. Der Schlund und die Bronchien gehen zu, man kann einen Asthmaanfall bekommen.“

Wespen (Foto: pixabay)
Wespen

Besonderer Plagegeist: die Kriebelmücke

Neben der Schnake ist es vor allem die Kriebelmücke, die uns ans Blut will. Sie ist nur so groß wie der Kopf einer Stecknadel, aber ihr Biss kann unangenehm bis lebensbedrohlich sein. Diese Mücke sticht nicht, sie beißt. Und ihr Biss kann eine starke Schwellung und im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung verursachen. Die Kriebelmücke wird auch Poolsauger genannt, weil sie das Blut aus der Wunde, die sie mit ihrem Biss verursacht hat, trinkt.

Ulrike Zimmer aus Alzey hat ihre Erfahrungen mit der Kriebelmücke gemacht. „Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen“, sagt sie. „Da hat es auf einmal am Arm gebrannt. Ich habe mir weiter nichts dabei gedacht. Am nächsten Tag dachte ich: Oh Gott, was ist das denn? Der Arm war richtig dick. Ich bin direkt zum Arzt, und der hat gesagt, dass das ein Kriebelmückenbiss ist.“ Das habe sich dann eine ganze Woche hingezogen.

In der Nähe von Gewässern

Kriebelmücken halten sich gerne in der Nähe von Gewässern auf, legen dort ihre Eier ab. Wenn es bei uns so heiß ist wie in letzter Zeit, dann vermehren sich die Kriebelmücken in rasantem Tempo. Der Biologe Walter Deschle hat unseren Kollegen vom SWR einmal erklärt, was die Kriebelmücke von Schnaken unterscheidet: „Die Schnake hat einen sehr feinen Stechrüssel, sticht direkt rein und lässt das Blut in den Darm pumpen. Die Kriebelmücke macht eine große Wunde auf, hat Sägen an ihrem Mundwerk, Säge- und Spreizwerkzeuge, sodass das Blut zusammenläuft, und dieser Blutstropfen, der dann in der Wunde erscheint, den saugt sie auf.“

Nur fünf Arten attackieren Menschen

Nur fünf der 50 Arten der Kriebelmücke, die seit langer Zeit bei uns heimisch ist, attackieren Menschen. Der Hautarzt Dr. Wolfgang Klee sagt, ihr Biss sei deshalb so gefährlich, weil bestimmte Giftstoffe in die Wunde eindringen. „Das führt zu einer massiven Schwellung und Reizung. Im Extremfall werden Bakterien in die Wunde mit eindringen, und das kann zu einer Blutvergiftung führen.“ Er rät dazu, die Wunde direkt nach dem Biss mit kaltem Wasser und feuchten Umschlägen zu kühlen. Falls nichts anderes zur Hand ist, solle man Spucke direkt auf die Bissstelle auftragen. „Das desinfiziert und kühlt auch.“ Wenn es nach einem Tag nicht besser wird, sollte man unbedingt zum Arzt gehen.

Mehr zum Thema

Über dieses Thema haben auch die „Bunten Funkminuten“ auf SR3 vom 20.08.2020 berichtet.

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