Burger Toppings (Foto: pixabay / niekverlaan)

Soulfood für die gute Laune

mit Informationen von Lena Schmidtke   27.09.2021 | 11:25 Uhr

Wohlfühlessen - bei vielen von uns ist das oft sehr fettig und zuckerhaltig: Schnitzel mit Pommes und Mayo, Sahnetorte, Schokolade oder die Lasagne mit Extra-Käse. Aber Wohlfühlessen geht auch anders und kann dann noch wohltuender sein als Omas Gefillde mit Specksoße und Sauerkraut.

Schoki-Sahne-Torte, Lasagne mit extra viel Käse, Pommes mit frittiertem Hähnchen. Nach einem anstrengenden Tag belohnen sich viele von uns mit Wohlfühlessen, Nahrung für die Seele. Das soll uns gut tun. Bloß ist das oft relativ ungesund. Was gibt uns also Wohlfühlessen? Macht das wirklich glücklich?

Das Belohnungszentrum wird angeregt

Tatsächlich lautet die wissenschaftliche Antwort auf die Frage: „Macht Essen glücklich?

Soulfood für die gute Laune
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 27.09.2021, Länge: 02:34 Min.]
Soulfood für die gute Laune

"Prinzipiell ja", sagt Philipp Kulas von der HNO Klinik am Universitätsklinikum in Homburg. Essen setzt Hormone und Botenstoffe frei, allen voran Dopamin.

"Dopamin ist ja der Neurotransmitter, der das Belohnungszentrum im Prinzip anregt. Und das spielt beim Essen, besonders beim Soulfood eine ganz große Rolle. Das hat viel mit Erinnerung zu tun. Der Gedanke an Essen, der Geruch von Essen kann unser Belohnungszentrum ansprechen und dadurch Glück hervorrufen.“

Auf positve Erlebnisse kommt es an

Heißt also: Wenn man etwas Positives mit dem Essen verbindet, wirkt sich das auch positiv aus. Und dabei ist es egal, ob es viele Kohlenhydrate, Vitamine oder sonstwas enthält.

Zurecht ist das dann Wohlfühlessen, Seelennahrung, Soulfood. Aber Hand auf Herz: Bei vielen wird das eher ungesund sein. Denken wir nur mal an frittierte Hähnchenflügel mit Pommes und Mayo oder eine Erbeer-Sahne-Torte. Viel Zucker und viel Fett stecken drin – wobei unser Körper die natürlich braucht, in Maßen. Viel davon braucht nur, wer viel und schwer körperlich arbeite, sagt Kulas.

Wer also nicht gerade auf dem Bau arbeitet oder jeden Tag trainiert, für den macht solches Essen auf die Dauer wenig Sinn. Dann ist die Seele zwar glücklich, aber der Körper irgendwann nicht mehr. Den Dopamin-Kick könne es aber auch schon abseits des Essens geben:

" Viele empfinden ja auch schon Glück bei der Zubereitung des Essens. Man kocht mit Freunden zusammen, macht sich einen schönen Abend, steht am Herd, trinkt ein Gläschen Wein. Auch das macht ja schon zufrieden. Ob sie dann Kartoffelpüree mit Apfelmus essen oder ein Rinderfilet ist dann egal.“

Alternative: Leichte Glückskost

Hinzu kommt: Nach einem deftigeren Essen mit vielen Kalorien, fühlt man sich selten wirklich aktiv und glücklich. Der Mediziner empfiehlt deswegen Wohlfühlessensrezepte, die weniger schwer sind:

Salate, mit Quinoa oder ein Curry mit Hühnchen, leichter verdaulich. Dann ist das Wohlbefinden danach meistens in Richtung Aktivität. Ich kann noch was machen, der Bauch ist nicht so schwer. Ich bin fitter.“

Und dann vielleicht noch etwas verfeinern: etwas Parmesan über den Salat reiben, Schokostreusel im Joghurt unterrühren. Oder:

"Mit Gewürzen, etwas Zitrone, Ingwer und so weiter. Die regen auch den Stoffwechsel an, aber belasten den Körper und die Verdauung nicht so sehr.“

Aber ab und zu können wir auch einfach mal richtig reinhauen, findet Philipp Kulas.

"Wenn man gute Erinnerungen mit Lasagne hat oder einem Schwenker, dann ist das nach einem anstrengenden Tag genau das Soulfood, was man braucht und dann garniert man es noch mit einem Stück Sahnetorte. Und dann ist der Tag perfekt!“

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" vom 27.09.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja