Symbolbild: Entgiftung - Eine Frau hält sich den Bauch (Foto: Pixabay / silviarita)

"Detox" - Was bringt es?

mit Informationen von Renate Wanninger   25.10.2021 | 11:40 Uhr

"Detox" - diesen Begriff findet man immer häufiger. Er bedeutet nichts anders als Entgiftung. Immer mehr Menschen schwören auf Fastenkuren, die dem Körper beim Entgiften helfen sollen. Aber was bringt eine solche Kur und worauf muss man dabei achten?

Wir nehmen über unsere Ernährung und durch Umwelteinflüsse auch schädliche Stoffe in unserem Körper auf. Die müssen wir irgendwie verarbeiten und bestenfalls wieder ausscheiden, bevor sie uns in irgendeiner Form schaden können, sagt Niklas Schwarz von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Und unser Körper macht das erstmal von selbst. Dabei sind die wichtigsten Organe für die Verarbeitung der Schadstoffe: Niere, Leber und Darm. Sogar unsere Haut sorgt dafür, dass wir schädliche Stoffe wieder abgegeben können.

Was meint "Detox"?

Ratgeber: "Detox" - Was bringt eine Entgiftung?
Ratgeber: "Detox" - Was bringt eine Entgiftung?

Trotzdem haben immer mehr Menschen das Gefühl, den Körper bei der Entgiftung unterstützen zu müssen. Sie machen ein bis zwei Mal im Jahr eine sogenannte "Detox-Kur" - im Volksmund gerne auch als Entschlackung bezeichnet. Was man unter dem Begriff Schlacke im Körper verstehe, sei jedoch nicht genau definiert, so der Gesundheitsexperte.

Gemeint sind wohl genau jene Giftstoffe, die wir über behandelte Lebensmittel, Körperpflege oder Abgase in der Luft zu uns nehmen. Bei einer "Detox-Kur" soll der Körper dabei unterstützt werden, diese wieder auszuscheiden.

Eine Möglichkeit: Heilfasten

Dafür eignet sich zum Beispiel das Heilfasten. Dabei führe man dem Körper pro Tag nur 250 bis 500 Kilokalorien zu – meist in Form von Gemüsebrühe, Saft, etwas Honig und Tee, erklärt Schwarz. Diese Fastenkur dauert in der Regel fünf Tage, kann aber auch auf bis zu zehn Tage ausgedehnt werden.

Worauf man beim Heilfasten achten sollte

Niklas Schwarz warnt jedoch davor, Heilfasten einfach auf eigene Faust durchzuziehen, denn es könne dabei leicht zu Mangelerscheinungen kommen – zum Beispiel bei Eiweißen oder lebensnotwendigen Fetten, wie der Omega-3-Fettsäure. Er rät dazu, Heilfasten nur „in Zusammenarbeit mit einem Arzt“ durchzuführen. Das gilt vor allem für Schwangere, Stillende oder Kinder, für die das Heilfasten eine zu große Belastung wäre. Gleiches gilt für Menschen, die Medikamente einnehmen müssen. Hier könne es zu Wechselwirkungen kommen, warnt Schwarz.

Wahl des richtigen Zeitraums
Ebenso wichtig beim Heilfasten ist die Wahl des Zeitraums. Denn man muss auch damit rechnen, dass man in dieser Zeit weniger Energie hat. Der Ernährungsexperte empfiehlt daher, eine solche Fastenkur zum Beispiel auf die Urlaubszeit oder stressfreiere Tage zu legen. Die Zeit kann man dann nutzen für ausgiebige Spaziergänge, Entspannungsübungen und Bäder.

Was tun gegen den Heißhunger?
Wer Heißhungerattacken befürchtet, kann vor dem eigentlichen Heilfasten schon mal ein paar Tage auf Zucker verzichten, um den Einstieg ins Hungern zu erleichtern. Der Tipp vom Gesundheitsexperten lautet hier: Weniger Weißmehlprodukte, mehr Hülsenfrüchte und viel Obst und Gemüse. Das helfe auch gegen Heißhungerattacken.

Braucht es entwässernde Zusatzprodukte?
Einige schwören auf Löwenzahn- oder Brennesseltee, andere auf Wacholderbeeren oder die Alge Chlorella. Alles Mittel, die den Körper dabei unterstützen, Giftstoffe schneller abzubauen. Sie sollten aber in Maaßen eingesetzt werden, denn viele dieser Mittel bewirken eine Entwässerung des Körpers und damit werden aber auch wichtige Mineralstoffe ausgespült, die der Körper braucht.

Das Allgemeinbefinden
Wenn nicht alles so gut läuft, wie man sich das vorgestellt hat, sollte man sich nicht gleich nicht entmutigen lassen, sagt der Ernährungsexperte. Wenn man die Kalorienzufuhr in kurzer Zeit so drastisch reduziere, könne das durchaus dazu führen, dass man sich abgeschlagen und antriebslos fühle oder sogar Kopfschmerzen bekomme. Symptome, die aber meistens ab dem dritten Tag wieder verschwänden. Und manche fühlten sich durch das Heilfasten sogar wohler und aufgrund Serotonin-Ausschüttungen energiergeladener, sagt Niklas Schwarz.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" vom 25.10.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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