Smartphone, Handy, Bezahlen, Bezahlfunktion, Mobile Payment (Foto: Imago/STPP)

Wie funktioniert mobiles Bezahlen - und wie sicher ist es?

mit Informationen von Lena Schmidtke   01.06.2022 | 10:45 Uhr

Mobiles Bezahlen mit Smartphone, Smartwatch und Co. geht unkompliziert und mittlerweile fast überall. Aber wie funktioniert das und welche Vor- und Nachteile gibt es? Wir haben nachgefragt.

An der Kasse in der Tasche oder im Geldbeutel nach der EC-Karte oder Bargeld wühlen - das soll mit mobilem Bezahlen vorbei sein. Finanzexperte Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes erklärt, wie das Ganze funktioniert.

So funktioniert mobiles Bezahlen

Ratgeber: Wie funktioniert mobiles Zahlen?
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 01.06.2022, Länge: 01:36 Min.]
Ratgeber: Wie funktioniert mobiles Zahlen?

"Mobiles Zahlen heißt: Ich zahle mit einem mobilem Endgerät.", so Beutler. Dazu brauche es nicht unbedingt ein Smartphone, "es geht auch eine Smartwatch oder ein Tablet."

Digitale Bankkarte
Für das mobile Zahlen gibt es zwei Grundvoraussetzungen. Zuallererst wird eine digitale Bankkarte benötigt. Mittlerweile sind fast alle Giro- und Kreditkarten digital, das heißt, die Konten sind für das mobile Zahlen freigeschaltet.

Endgerät mit NFC-Cip
Und zweitens: ein relativ modernes Gerät. Das heißt: Das Gerät benötigt einen NFC-Chip (Near Field Communication, zu deutsch: Nahfeldkommunikation, also eine Verbindung über Funk). Dieser "kann eine Verbindung herstellen vom Handy zum Terminalgerät des Händlers und damit kann man dann bezahlen.", erklärt Beutler. Kurz ans Lesegerät halten und fertig!

Ähnlich wie kontaktlose Kartenzahlung
Mobiles Zahlen geht dort, wo auch kontaktlose Kartenzahlung möglich ist – und das ist nicht zuletzt durch Corona fast überall, wenn die Technik nicht, wie aktuell gerade, durch Softwareprobleme gestört ist.

Die richtige App
Zusätzlich ist auf dem Handy eine spezielle App notwendig, die allerdings bei Apples iPhone und bei Android-Geräten in der Regel schon fest installiert ist. Diese App wickelt die Zahlung dann ab. Der Verbraucherschützer rät: "Wenn man mobiles Zahlen nutzt, sollte man die offizielle App aus dem Appstore haben." Bei Apple-Geräten ist es Apple Pay, bei Android ist es Google Pay. So ist sichergestellt, dass die App keine Schadsoftware enthält. Für die Einrichtung und die Funktionen im Hintergrund muss oft auch zusätzlich die Onlinebanking-App der jeweiligen Bank installiert sein.

Zahlen im Ausland
Mobiles Zahlen funktioniert übrigens auch im Ausland: Dann sollte man vorab prüfen, ob das Auslandslimit der Karte bei der Bank freigeschaltet ist. Manche Banken setzen das Limit aus Sicherheitsgründen auf 0. Freischalten lassen kann man die Funktion per Onlinebanking oder direkt bei der Bank vor Ort.

Vor- und Nachteile

Ratgeber: Vor-und Nachteile von mobilem Bezahlen
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 01.06.2022, Länge: 02:25 Min.]
Ratgeber: Vor-und Nachteile von mobilem Bezahlen

Beim mobilen Zahlen spalten sich die saarländischen Gemüter. Vor allem jüngere Menschen probieren aber gerne mal Handy, Smartwatch & Co. als Alternative zu Bargeld oder Karte aus. Finanzexperte Thomas Beutler sieht hier einige Vorteile. Aber es gibt auch Risiken.

Schnell und bequem
Da sei zum einen die Bequemlichkeit. man müsse nicht immer das passende Kleingeld dabei haben - zum Beispiel am Parkautomaten. Hinzu komme: Man könne auch mal den Geldbeutel vergessen. Das Smartphone werde quasi zur Erweiterung des Geldbeutels. Auch praktisch: Bis 50 Euro braucht es beim mobilen Zahlen nicht mal eine Pin.

Vorsicht bei Handyverlust
Problematisch wird es jedoch, wenn das Handy verloren geht und es nicht geschützt ist vor dem Zugriff Dritter. Deshalb der Rat von Thomas Beutler: unbedingt eine Pin am Handy einrichten. Wer es verliert, sollte direkt die 116 116 anrufen und Karten und damit auch Handy sperren lassen.

Den Überblick nicht verlieren!
Aber nicht nur das Handy können wir verlieren – auch den Überblick: Denn wer mobil zahlt, zahlt meist viele kleine Beträge. Je nach Kontomodell könnte es durch die vielen Buchungsposten teurer werden, so Beutler.

Datenschutzprobleme
Und dann ist da noch ein großer Haken: der Datenschutz. Laut Beutler gebe es zwar eine Datenverschlüsselung, "aber trotzdem ist die Information bei dem Anbieter von dem Endgerät, dass sie mobiles Zahlen nutzen und wo sie es nutzen."

Die Zahlungsdaten selbst werden bei Apple Pay nicht weitergeben, also dass wir beispielsweise in der Drogerie ein Shampoo gekauft haben, allerdings gebe es Risiken bei Google Pay, warnt Beutler: Dieser arbeite mit relativ vielen Drittanbietern zusammen. Hier solle man genau in die Datenschutzbestimmungen schauen. Denn In jedem Fall würden die Daten genutzt, um ein Profil zu erstellen.

Aber auch wer mit Karte zahlt, gibt Daten Preis. Für Beutler gebe es hier letztlich nur eine wirklich sichere Alternative: bar bezahlen. Das sei die anonymste Form des Zahlens.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 01.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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