Ratgeber Auto: Starthilfe im Winter

Starthilfe im Winter

Ratgeber Auto

Stephan Deppen / Onlinefassung: Raphael Klein   02.02.2019 | 10:30 Uhr

Autofahren im Winter, das birgt so einige Tücken - aber zunächst einmal muss man sein Auto in Gang bringen. Das kann schon an einer leeren oder auch nur schwachen Batterie scheitern. Was tun? SR-Reporter Stephan Deppen gibt Tipps und erklärt, was es zu beachten gilt.

Batterie zu schwach, nix geht mehr: Gerade im Winter ist das keine Seltenheit und zugleich ein großes Ärgernis. Bei solch einem Maleur bleiben einem grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder den Pannenhelfer bzw. eine Werkstatt anrufen oder einen anderen Autofahrer um Starthilfe bitten. Bei der Starthilfe gilt es aber einiges zu beachten.

Überbrücken mit Starthilfekabel

Vorbereitung
Bevor man Starthilfe gibt, muss man für die Überbrückung erst einmal ein paar Dinge vorbereiten: Getriebe in Leerlaufposition, Handbremse ziehen, elektrische Verbraucher abstellen. Und auch beim Stromspendefahrzeug den Motor abstellen.

Richtige Verkabelung
Wichtig ist: Die beiden Starthilfekabel müssen in der richtigen Reihenfolge an beiden Autos angebracht werden: Der Pluspol der Spenderbatterie muss an den Pluspol der Empfängerbatterie. Das macht man in der Regel mit dem roten Kabel. Mit dem schwarzen Kabel wird der Minuspol des Spenderfahrzeugs dann mit dem Massepunkt des Pannenfahrzeugs verbunden.

Die Einhaltung der Reihenfolge sei wichtig, um elektronische Probleme zu vermeiden, so Johannes Boos vom ADAC München. Der Massepunkt ist ein Metallteil am Motorblock. Wer den nicht findet, sollte die Betriebsanleitung seines Fahrzeugs zurate ziehen.

Startversuch
Wenn die Kabel verbunden sind: Helferauto starten, dann das Auto mit der leeren Batterie anlassen! Jetzt heißt es, nicht vorschnell das Kabel zu entfernen, sondern am Pannenfahrzeug zunächst starke, elektrische Verbraucher einzuschalten: zum Beispiel Licht, Gebläse oder Heckscheibenheizung. Der Grund: Sonst könne es zu Spannungsspitzen kommen, wenn man die Kabel entferne, so der ADAC-Experte.

Kabel entfernen
Nun kann das Starthilfekabel wieder entfernt werden: erst das schwarze, dann das rote Kabel - also in umgekehrter Reihenfolge wie zuvor.

Batterie überprüfen/aufladen
Damit so eine Panne nicht am nächsten Morgen wieder passiert, sollte man die Batterie überprüfen bzw. richtig aufladen lassen. Das kann auch mit einer längeren Autofahrt gelingen. Aber fünf Kilometer ins Büro reichen dafür nicht.

Tipp: Übrigens könne auch ein Kleinwagen einem großen SUV Strom spenden, sagt ADAC-Experte Boos. Sogar bei Elektroautos funktioniere diese Starthilfe.

Bei Winter-Wetter auch wichtig

Im Winter gilt es, vor dem Losfahren außerdem darauf zu achten, alle Scheiben und Leuchten rundum und auch das Nummernschild freizukratzen und nicht den Motor minutenlang warmlaufen zu lassen: Letzteres hat Umwelt- und Lärmschutzgründe und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" vom 02.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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