Osteophathie (Foto: SR)

Was kann Osteopathie leisten?

Steffani Balle   09.08.2021 | 12:00 Uhr

Osteopathie ist die Lehre über die Erkrankung der Knochen. So zumindest hat es sich der Erfinder dieser Lehre im 19. Jahrhundert, der US-Amerikaner Andrew Still, ursprünglich gedacht. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich diese Lehre weiterentwickelt zu einer ganzheitlichen, alternativen Heilmethode.

Uwe Conrad betreibt seine Praxis für Osteopathie schon viele Jahre im Schmelzer Ortsteil Hüttersdorf.

Was kann Osteopathie leisten?
Audio [SR 3, Steffani Balle, 09.08.2021, Länge: 04:42 Min.]
Was kann Osteopathie leisten?

Als gelernter Physiotherapeut kannte er sich schon mit Anatomie aus, allerdings stellte er fest, dass Schmerzen in Gelenken, Muskeln oder Bändern nicht immer genau dort herkommen, wo sie sich auswirken: Beispiel Schulterschmerz. Die Ursache könne in der Leber liegen, im Magen, im Zwerchfell, es könnten auch blockierte Wirbel oder das Kiefergelenk sein, sagt Conrad.

Wo die Ursache für den Schmerz liegt, das herauszufinden ist Aufgabe des Osteopathen. Eine ausführliche Anamnese, also ein Patientengespräch, steht deshalb immer am Anfang der Behandlung. Rund eine Stunde dauere ein solches Gespräch, sagt Conrad. Es sei einfach wichtig, sich Zeit zu nehmen.

Der Körper vergisst nichts

Jeder Sturz, jedes Umknicken, jede Operation hinterlässt Narben. Und damit sind nicht allein sichtbare Narben gemeint. Und diese Narben können jederzeit aufbrechen. Da reicht es mitunter, dass man ein Handtuch aufheben will und sich plötzlich nicht mehr bewegen kann. Dazu sagt der Osteopath: "Das System war schon so überlastet, dass dieses kleine Bücken schon eine Störung auslöst."

Von den Knochen bis zu den Organen

Statt mit einer Spritze die Symptome zu behandeln versucht der Osteopath dann, die Wurzel des Übels zu finden. Dazu gehört - neben dem ausführlichen Patientengespräch - ein Abtasten aller Knochen und Organe. Ist alles da, wo es hingehört und im Bauchraum frei beweglich? Sind die Wirbel gerade, sitzt jeder Knochen so, wie er soll? Funktioniert der Herz-Lungen-Kreislauf?

Fünf Jahre Ausbildung

All das kann Osteophath Conrad ertasten. Eine Fertigkeit, die er in einer fünfjährigen Ausbildung erlent hat. Fünf Jahre, die es seiner Meinung nach auch braucht.

Doch der Beruf ist nicht geschützt und denau das will der Verband der Osteopathen ändern. Denn was einen guten von einem schlechten Therapeuten unterscheidet, das erkennen Patienten meist erst nach erfolgter Behandlung.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 09.08.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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