Ein Maulwurf (Foto: Pixabay)

Der verkannte Maulwurf

mit Informationen von Nadine Irmer   13.09.2022 | 10:02 Uhr

Manch ein Gartenfreund ist schon an ihm verweifelt: dem Maulwurf. Hartnäckig versieht er die Gärten mit seinen meist unschönen Hügeln. Ärgerlich, aber auch sehr nützlich, denn der Maulwurf ist ein wichtiger Teil des Ökosystems "Garten".

Das Image des Maulwurfs ist alles andere als gut. Er sei lästig, seine Hügel würden den Garten verunstalten und sowieso sehen ihn viele ihn lieber tot als lebendig. Der Maulwurf hat es nicht leicht. Dabei ist er ungemein fleißig und nützlich!

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Nützlich für den Garten: Der verkannte Maulwurf
Audio [SR 3, Nadine Irmer (c) SR, 13.09.2022, Länge: 02:26 Min.]
Nützlich für den Garten: Der verkannte Maulwurf

Maren Brennig von der saarländischen Landwirtschaftskammer hat den Maulwurf längst ins Herz geschlossen. Schließlich sehe das Tierchen nicht nur niedlich aus, es sei auch sehr talentiert. Mit seinen Pfoten könne es fantastisch graben und seine Gänge so befestigen, dass sie richtiggehend stabil sind.

Finger weg: Der Maulwurf steht unter Naturschutz!

Schön und gut. Aber vielen Gartenbesitzern fällt es - verständlicherweise - schwer, sich an den Maulwurfshügeln im Rasen zu erfreuen und wären ihn gerne los. "Man darf ihn aber auf keinen Fall mit herkömmlichen Mausefallen fangen, mit Schlag-oder Bügelfallen. Auch Lebendfallen sind verboten", sagt Maren Brennig. Der Maulwurf steht nämmlich unter Naturschutz. Erlaubt ist deshalb nur, ihn zu vergraulen.

Wie kann man den Maulwurf loswerden?

Die Gartenexpertin kennt ein paar Tipps und Tricks, weiß aber, dass viele Maulwürfe hart im Nehmen sind und gerne dort bleiben, wo sie sind.

Im Fachhandel gibt es Vertreiber, die vibrieren oder piepen. Eine Methode, die aber durchaus auch uns Menschen nerven kann.

Eine Alternative ist das Vertreiben mit Gerüchen. Der Maulwurf hat eine feine Nase. Alles, was übel riecht, kann dabei helfen, dass er sich eine andere Bleibe sucht. Als Tipps gehandelt werden Knoblauch, verdorbene Butter und Hundehaare. Und manch einer probiert es sogar mit altem Käse, stinkendem Camembert oder den Hinterlassenschaften seines Haustieres. Üble Gerüche, mit denen man dann aber auch als Gartenbesitzer leben muss.

Der Maulwurf pflegt den Boden

Maulwurfshügel (Foto: Pixabay)

Wer einen Maulwurf im Garten hat, sollte sich nicht über das ärgern, was über der Oberfläche von ihm zu sehen ist, sondern lieber darüber freuen, was er unterirdisch Nützliches für den Garten tut. Jörg Schlichter ist Diplom- Biogeograph und ist überzeugt: Der Maulwurf macht vieles richtig. Er vertilgt nicht nur Schädlinge, sondern sorgt auch für die Durchlüftung des Bodens. Seine unterirdische Wohnstätte wirkt zudem wie ein Drainage-System. Sie besteht aus Gängen und mehreren Kammern, die so angelegt sind, dass Regenwasser nach unten ablaufen kann. 

Maulwürfe sind Einzelgänger

Auch die Maulwürfe haben unter dem trockenen Sommer gelitten. Viele haben kein Futter mehr gefunden und sind verhungert. Wer noch ein Exemplar im Garten hat, kann sich freuen und auch beruhigt sein: Die Tiere treten nicht in Horden auf, sondern sind Einzelgänger. Und sollte es mal Nachwuchs geben, ziehen die Jungtiere schnell aus und suchen sich ihr eigenes Revier.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 13.09.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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