Kurkuma (Foto: pixabay)

Was ist dran an der "Zauberknolle" Kurkuma?

Lisa Krauser/Onlinefassung: Dagmar Scherer   23.01.2023 | 11:45 Uhr

Kurkuma - auch Gelbwurz genannt - gehört zu den Ingwergewächsen und wird gerne für Currys verwendet. Der gelbe Farbstoff der Knolle ist Curcumin und soll bei Magen-Darm-Problemen helfen und zudem entzündungshemmend sein. Doch ist Kurkuma wirklich eine "Zauberknolle" - wie es mitunter heißt?

Kurkuma gibt es als Gewürzpulver und auch als kleine Knollen im Supermarkt. Der kleinen Knolle wird nachgesagt, dass sie fast ein Zaubermittel für Magen, Darm und Gelenke sein soll: Einfach jeden Tag Kurkuma essen - dann ist man seine Probleme los. Schön wär's, aber leider ist es so einfach dann doch nicht.

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Kurkuma - mehr als ein Gewürz
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 23.01.2023, Länge: 04:06 Min.]
Kurkuma - mehr als ein Gewürz

Wie bei allen Heilsversprechen gelte auch für Kurkuma: "Es ist kein Wundermittel, es ist keine Allzweckwaffe", sagt Constanze Lohse. Sie ist Allgemeinmedizinerin und hat sich auf Mikronährstoffe und Naturheilkunde spezialisiert.

Magen-Darm-Probleme und Entzündungen

Kurkuma kann keine Schmerzen wegzaubern, aber Kurkuma kann unterstützen. In der ayurvedischen Medizin wird Kurkuma seit Tausenden von Jahren bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. "Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder einem Reizdarm, da beruhigt es. Die Patienten haben weniger Durchfälle, auch weniger Schmerzen", sagt Lohse.

"Kurkuma ist kein Medikament"

Auch bei Rheuma- und Arthrose hat Constanze Lohse gute Erfahrungen mit Kurkuma gemacht. Allerdings nur ergänzend - im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie, zu der auch Ernährung, Mikronährstoffe, Bewegung und anderes gehören, denn "Kurkuma ist kein Medikament", sagt sie.

Stand der Forschung

Wie und wogegen der Wirkstoff Curcumin im Kurkuma helfen kann - dazu gibt es hunderte Studien. Forscherinnen der Uni des Saarlandes haben beispielsweise 2016 erforscht, dass Curcumin einen ähnlichen Wirkmechanismus wie Kortison hat. Allerdings war das nur Grundlagenforschung im Labor. Die oft vielversprechenden Ergebnisse sind nicht so einfach auf den Mensch übertragbar.

Erfahrung in der Praxis

In ihrer Praxis hat die Allgemeinmedizinerin aber schon viele positive Erfahrungen mit Kurkuma gemacht - so dass Patienten teilweise Medikamente reduzieren konnten. "Kurkuma ist ein bisschen der Allrounder, weil es entzündungshemmend wirkt und antioxidativ", sagt sie.

Ihrer Erfahrung nach kann Kurkuma zum Beispiel auch bei Alzheimer unterstützen - und sogar bei Depressionen - aber wie gesagt: nur als Ergänzung. Wem etwas Schlimmes widerfahren sei, dem werde auch Kurkuma nicht helfen. "Der braucht eine Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamente, die helfen."

Constaze Lohse rät deshalb: Wer Kurkuma aus gesundheitlichen Gründen zu sich nehmen will, sollte dies immer erst nach Rücksprache mit einem erfahrenen Experten auf dem Gebiet tun.

Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel

Die gesundheitlichen Effekte von Kurkuma durch die Aufnahme über die Nahrung sind gering. Der Wirkstoff Curcumin ist kaum wasserlöslich und wird vom Körper nur schwer aufgenommen. Mit der Zugabe von Fett geht es etwas besser, aber für eine gesundheitsfördernde Wirkung muss man zum Nahrungsergänzungsmittel greifen. Doch vorher sollte man sich beraten lassen, so Lohse, denn auch bei Kapseln ist die Bioverfügbarkeit je nach Herstellungsart unterschiedlich.

Und ebenfalls wichtig: Mit den Nahrungsergänzungsmitteln darf man es nicht übertreiben. Zu viel Curcumin kann Galle und Leber belasten.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 23.01.2023 auf SR 3 Saarlandwelle

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