Oliver Berrar beim Kneippen (Foto: SR/Steffani Balle)

Kneippen & Bewegung für ein fittes Immunsystem

Steffani Balle   07.11.2022 | 13:56 Uhr

Vor dem Hintergrund der Energiekrise werden wir diesen Winter wohl in eher kühleren Räumen verbringen. Wer trotzdem gesund durch die kalte Jahreszeit kommen will, der sollte sein Immunsystem pushen. Seit hundert Jahren bewährt: das Kneippen. Und zur Lehre des Herrn Kneipp gehört noch mehr als die Wasseranwendungen.

Unterm Dach seines Einfamilienhauses hat der Erste Vorsitzende des Kneippvereins Niedtal-Saargau Oliver Berrar zusammen mit seinem Stellvertreter Michael Nagel ein richtiges Kneipp-Studio eingerichtet. Raue Holzwände, ein großer Tisch mit Holzstühlen, ein ungeheiztes Badezimmer zum Wassertreten, ein gutes Dutzend hochmoderne Spinning-Fahrräder und ganz oben auf dem Speicher liegen Musikinstrumente.

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Kneippen & Bewegung für ein fittes Immunsystem
Audio [SR 3, Steffani Balle, 07.11.2022, Länge: 02:37 Min.]
Kneippen & Bewegung für ein fittes Immunsystem

Die fünf Säulen

Kneipp habe fünf Säulen, sagt Berrar. "Die erste Säule ist die Wasseranwendung, die zweite Säule ist die Bewegung, die dritte Säule ist die Ernährung, die vierte Säule sind Kräuter und die fünfte Säule heißt Lebensordnung - Neudeutsch Achtsamkeit und Selbstfürsorge." Zu letzterem gehörten all die Dinge, die Spaß machen. Früher hätten die Kneippvereine gesungen, heute spielt man vielleicht in Bands.

So kommt es zur Ansammlung der unterschiedlichen Dinge, die auf unwissende Besucher wie willkürlich zusammengestellt wirken. Aber sie sind es eben nicht. Das Credo lautet: "Ein fitter Körper ist wesentlich widerstandsfähiger gegen Erkältungsviren als ein untrainierter Körper."

Wasseranwendungen

Berrar praktiziert das Wassertreten so, wie es der alte Herr Kneipp schon vor über 100 Jahren empfohlen hat: rechtes Knie hoch, Fuß zurück ins rund sieben Grad kalte Wasser, linkes Knie hoch, Fuß zurück ins kalte Wasser, wieder rechts, wieder links.. Nach den Beinen sind dann die Arme dran. Erst mit dem einen, dann mit dem anderen angewinkelten Arm bis Mitte Oberarm ins Wasser, dann beide Seiten auf einmal, 30 Sekunden lang. Danach wird das Wasser nur abgestreift, nicht abgetrocknet, und dann wird’s gleich schön warm im Arm. Das A und O der Abhärtung gegen die Kälte, ist Oliver Berrar überzeugt. Er praktiziert seine Kneipp-Übungen jeden Morgen in seinem Bad - das ungeheizt ist.

Wem sieben Grad kaltes Wasser einfach zu kalt ist: kein Problem. Wichtig bei den Kneipp-Übungen ist vielmehr, dass das Wasser als deutlich kälter empfunden wird als die Umgebung. Und auch die Dauer der Wasserbäder spielt weniger eine Rolle als der Temperaturunterschied. "Gewöhnung ist nicht Sinn der Sache sondern Reiz", sagt der Kneipp-Fachmann.

Egal welcher Bewegungssport - hauptsache regelmäßig

Und für die Bewegung empfiehlt er schnelles Gehen, Walken oder auch Laufen. Auch Schwimmen sei gut - wie im Grunde alle Bewegungssportarten. Und besonders emfehlenswert: Aquajogging. Das sei anstrengend und damit ein gutes Training, aber ohne dabei die Gelenke zu belasten. Wichtig sei vor allem, dass man regelmäßig etwas tue - zwei- bis dreimal die Woche, zwanzig Minuten bis eine halbe Stunde. Und gerne auch länger.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 07.11.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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