Kakteen unfallfrei umtopfen - eine Kunst für sich

Kakteen unfallfrei umtopfen - eine Kunst für sich

Katja Preißner   15.03.2019 | 09:45 Uhr

Das Frühjahr ist da – und damit die Zeit, umzutopfen. Davor drücken sich viele Gärtner schon bei “normalen“ Pflanzen, aber ganz heftig wird´s bei Kakteen! Wir bekommt man die stacheligen Gesellen unfallfrei aus dem Topf – und wie danach die Stacheln wieder aus den Fingern. SR-Reporterin Katja Preißner hat sich Tipps von der Kakteen-Expertin Kim Beisel geben lassen. Sie leitet das "Kakteenland" in Steinfeld bei Landau.

Das „Kakteenland“ in Steinfeld bei Landau. Auf 3000 Quadratmetern gibt es hier eine Million Kakteen, über tausend Sorten, vom Mini-Kaktus bis zum Riesen. Die promovierte Biolologin Kim Beisel leitet das "Kakteenland" und sie sagt: Spätestens alle drei bis fünf Jahre sollten Kakteen umgetopft werden.

Mit Zange und Gummihandschuhen

Für die kleinere Kakteen bis zu sieben Zentimetern nimmt sie dazu eine Zange. Sie sieht aus wie eine Grillzange, hat an den Greifenden aber kleine runde Bürsten. Damit zieht sie den Kaktus aus dem Topf. Für größere Kakteen nimmt die Expertin spezielle Handschuhe, Fäustlinge aus dickem, biegsamem Gummi. Auf der einen Seite haben die Fäustlinge kurze Gummi-Dornen, auf der anderen Seite eine Bürste.

Altenative: Zeitungspapier oder Styropor

Statt Zange und Handschuhen kann man auch eine Manschette aus Zeitungspapier um den Kaktus wickeln oder vorsichtig Styroporstücke andrücken, um ihn anzuheben. Bevor man den Kaktus in den neuen Topf setzt, sollte man das Wurzelwerk ein bisschen auflockern, damit die Pflanze besser in der neuen Erde treiben kann. Hier kann eine weitere hilfreiche Hand durchaus nützlich sein.

Wenn der Kaktus trotz aller Vorsicht beim Umtopfen abbrechen sollte: Kein Problem, sagt die Expertin. Den Kaktus einfach in trockene Erde setzen, denn "Kakteen sind in der Lage, wieder Wurzeln frisch auszutreiben. "

Wenn die Stachel doch zustechen

Die Kakeenexpertin empfiehlt, auf kleine Verletzungen Aloe Vera zu geben. Und man sollte beim Umtopfen eine Pinzette in greifbarer Nähe haben, um ggf. Stachel aus der Haut wieder heraus zu ziehen. Unterm Strich seien etwas dickere Stachel leichter zu entfernen als die ganz feinen.

Wer schon mal Bekanntschaft mit den Stacheln einer Kaktusfeige gemacht hat, weiß wovon Kim Beisel spricht. Kaktusfeigen haben Millionen feine Dornen, die nicht nur auf der Haut brennen, sondern ganz leicht abbrechen. Ihr Tipp: Panzertape, ein Gewebeklebband, auf die Stelle kleben und mit einem Ruck versuchen, die Stacheln heraus zu bekommen.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 15.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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