Johanniskraut (Foto: pixabay/FinjaM)

Mit Johanniskraut raus aus dem Stimmungstief

Steffani Balle/ Onlinefassung: Jessica Sproß   12.07.2021 | 10:13 Uhr

Johanniskraut wird seit Jahrhunderten eine heilende Wirkung für unterschiedliche innere und äußere Leiden zugesprochen. Allerdings verträgt es sich nicht immer mit anderen Arzneimitteln. Tipps, wie man das Kraut erkennt, was es zu beachten gilt und wofür es überall verwendet werden kann, finden Sie hier.

Ohne Licht – kein Johanniskraut. Die Heilpflanze liebt den Sonnenschein und wächst vor allem auf lichtdurchfluteten Wiesen und Lichtungen. Dort tankt das Johanniskraut die Energie, die es als Arzneipflanze an den Menschen weitergibt – so zumindest lässt sich seine Wirkung metaphorisch erklären. Denn Johanniskraut bringt Licht in dunkle Gemüter und wird daher traditionell als pflanzliches Antidepressivum angewendet.

Blüte, Blätter, Stengel und später auch die Beeren: An der Johanniskraut- Pflanze sind alle Teile verwendbar, erzählt Heilpflanzen- Expertin Lilian Franz.

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Johanniskraut: Wirkung und Anwendung
Audio [SR 3, Steffanie Balle, 12.07.2021, Länge: 04:57 Min.]
Johanniskraut: Wirkung und Anwendung

Johanniskraut blüht in diesem Jahr etwas verspätet

Normalerweise öffnen sich um den Johannistag am 24. Juni bereits die leuchtenden gelben Blüten und blühen bis in den Herbst hinein. Daher hat das Johanniskraut seinen Namen. Aufgrund des diesjährigen nasskalten Wetters hat das Johanniskraut etwas Verspätung und ist erst jetzt richtig da.

Wie erkennt man das Johanniskraut

Es gibt verschiedene Merkmale, die einen das Johanniskraut erkennen lassen. Hauptmerkmal sei aber, dass beim Zerreiben der Knospen und Blüten zwischen den Fingern knallroter Farbstoff austrete, sagt Pflanzenfachfrau Lilian Franz.

Vorsicht vor Verwechslung mit dem Jakobs-Kreuzkraut!

Wer das Johanniskraut nicht richtig kennt und beispielsweise auf einer Wiese auf der Suche nach ihm ist, sollte jedoch aufpassen. Auf dem ersten Blick sieht das giftige Jakobs-Kreuzkraut aus wie Johanniskraut. Doch beim näheren Hinsehen sind die Unterschiede deutlich zu erkennen. "Das Johanniskraut hat grundsätzlich fünf Blütenblätter, wohingegen das Jakobs-Kreuzkraut mindestens neun hat", erklärt Lilian Franz.

Außerdem können die beiden Gewächse anhand ihrer Blätter voneinander unterschieden werden. Das Johanniskraut hat äußerst markante Blätter. Hält man sie gegen das Licht, kann man die Öldrüsen sehen. Sie weisen durchscheinende, punktförmige Stellen auf - als wäre das Blatt perforiert. Daher lässt sich auch der botanische Name Hypericum perforatum ableiten.

Johanniskrauttee kann die Stimmung aufhellen

Johanniskraut (Foto: pixabay/FinjaM)

Menschen, die unter Müdigkeit, Trägheit, trüber Stimmung und leichten Depressionen leiden, können diese Zustände durch die Einnahme von Johanniskrauttee lindern. Pro Tasse werden hierzu ein bis zwei gehäufte Teelöffel des getrockneten Heilkrautes mit kochendem Wasser übergossen. Diesen lässt man etwa zehn Minuten vor Einnahme ziehen.

Johanniskraut in Pillenform bei ernsthaften Depressionen

Wer eine ernsthafte Depression zu bekämpfen hat, sollte aber auf fertige Medikamente in Pillenform zurückgreifen, rät Lilian Franz. Denn um Depressionen zu lindern und Erschöpfungszustände auszugleichen, muss Johanniskraut täglich und hoch dosiert eingenommen werden. Eine unkonzentrierte Einnahme von Johanniskraut, zum Beispiel als Tee, hat also keinen ausreichenden Effekt.

Johanniskrautöl bei Hautverletzungen

Johanniskraut (Foto: pixabay/FinjaM)

Aus den frischen Blüten des Johanniskrauts wird das Johanniskrautöl hergestellt. Wegen seiner charakteristischen purpurroten Farbe erhielt es zudem den Namen Rotöl. Johanniskrautöl hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird daher bei Hautverletzungen eingesetzt.

Rotöl kann in der Apotheke gekauft, aber auch leicht selbst hergestellt werden: Dazu einfach die Blüten, Knospen und Früchte in ein verschließbares Glas geben und mit hochwertigem Olivenöl aufgießen. Dann das Glas fest verschließen und an ein Nordfenster, in den Keller oder Schrank zum Ausziehen stellen.

Achtung: Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Johanniskraut darf nicht eingenommen werden, wenn man unter bestimmten Erkrankungen leidet. Unter anderem zählen hierzu HIV-Infektionen oder auch Autoimmunerkrankungen.

Desweiteren sollte beachtet werde, dass Johanniskraut die Wirkung von anderen Medikamenten beeinflussen kann: Es kann die Wirkung verstärken, abmildern aber auch beschleunigen oder verlangsamen.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 12.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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