Kardiologie (Foto: pixabay (CC0))

Vorhofflimmern - die häufigste Rhythmusstörung der Welt

Interview: Eberhard Schilling   21.11.2022 | 12:00 Uhr

Vorhofflimmern ist der Schwerpunkt bei den diesjährigen Herzwochen. Doch was ist das überhaupt? Welche Gefahr geht davon aus? Und wie kann man vorbeugen?

Vorhofflimmern sei die häufigste Rythmusstörung der Welt, sagt Dr. Florian Custodis, Chefarzt Innere Medizin am Klinikum Saarbrücken. Allein in Deutschland litten rund zwei Millionen Menschen darunter. Vorhofflimmern erhöht das Risiko für einen Schlaganfall. Rund ein Viertel aller Schlaganfälle sind die Folge von Vorhofflimmern.

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"Vorhofflimmern sei die häufigste Rythmusstörung der Welt"
Audio [SR 3, Moderation: Eberhard Schilling, 21.11.2022, Länge: 04:25 Min.]
"Vorhofflimmern sei die häufigste Rythmusstörung der Welt"
Im SR-Interview: Dr. Florian Custodis

Beim Vorhofflimmern gebe es verschiedene elektrische Phänome an den beiden Herzvorkammern, die zu einem unregelmäßigen Herzrythmus führten, so Custodis. Die Vorhöfe des Herzens schlagen nicht mehr im gleichen Takt wie die Kammer. Die Symptome, also das, was Patienten spüren, seien sehr vielschichtig. "Das reicht von Herzrasen bis zu Brustschmerzen oder Atemnot."

Auslöser und Vorbeugung

Man wisse heute, dass "Risikoerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes Vorhofflimmern begünstigen", so der Mediziner.

Wie bei der Vorbeugung für die meisten Herzerkrankungen gelte auch bei Vorhofflimmern: Vernünftige Ernährung und regelmäßige körperliche Betätigung können helfen, das Risiko zu reduzieren. Dabei seien vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen sehr sinnvoll. Auch Meditation und Yoga seien empfehlenswert, weil man damit die Herz-Kreislauf-Funktion und den Blutdruck sinnvoll beeinflussen könne. Sein Rat in diesem Zusammenhang lautet: "Das machen, was Spaß macht."

Desweiteren sollten Menschen ab 65 regelmäßig von ihrem Hausarzt per EKG die Herztätigkeit überprüfen lassen. Es gelte die Regel "Je älter man wird, um so wichtiger ist es."

Die Diagnose und Therapie

Die EKG-Kurve eines Patienten läuft am auf einem Monitor (Foto: dpa/Daniel Bockwoldt)

Um zweifelsfrei ein Vorhofflimmern zu diagnostizieren, sei ein EKG notwendig, sagt Custodis. Für die Behandlung müsse dann abgeklärt werden, ob beispielsweise eine dauerhafte Verdünnung des Blutes mit Medikamenten notwendig ist, um das Schlaganfall-Risiko zu mindern. Desweiteren müsse geklärt werden, ob der normale Grundrhythmus des Herzens, der Sinusrythmus, wieder hergestellt werden sollte.


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