Ein jugendlicher Risikopatient erhält den Covid-19 Impfstoff Biontech (Foto: IMAGO/Eibner)

"Alle Erwachsenen sollten sich impfen lassen"

Andree Werner   13.07.2021 | 09:09 Uhr

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Saarland hat an die Erwachsenen appelliert, sich unbedingt impfen zu lassen. Nur so könnten erneute Schulschließungen und dadurch eine weitere Zunahme psychischer Probleme bei Kindern vermieden werden.

Zurzeit gibt es seitens der Ständigen Impfkommission (StiKo) noch keine Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Dennoch machen sich immer mehr Eltern Gedanken über eine Impfung.

Kinderarzt Brixius: "Jeder Zweite spricht uns auf die Impfung an"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 13.07.2021, Länge: 04:39 Min.]
Kinderarzt Brixius: "Jeder Zweite spricht uns auf die Impfung an"

Dr. Benedikt Brixius ist Vorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Er vertritt die Auffassung, dass man bei gesunden Kindern im Moment noch mit der Impfung abwarten sollte. Die Datenlage sei bislang noch zu dünn und mögliche Nebenwirkungen könnten final noch nicht richtig eingeschätzt werden. In naher Zukunft werden dazu aber weitere Studien erwartet.

Auch die Meinung der Kinder ist wichtig

Kinder, die zwischen zwölf und 16 Jahre alt sind, haben zum Thema Impfung oft auch eine eigene Meinung. Diese sollte laut Brixius auch berücksichtigt werden. Ein gemeinsames Gespräch, am besten mit Arzt oder Ärztin, könne dabei hilfreich sein.

"Wir Erwachsene sollten den Kindern nun etwas zurückgeben"

Kinder und Jugendliche hätten während der Pandemie oft mehr ausgehalten als viele andere Gruppen: ständiges Testen, Lüften und Maske tragen - alles für die Gesundheit der allgemeinen Gesellschaft. Nun sollte man den Kindern und Jugendlichen auch etwas zurückgeben, sagt Brixius. Das könne man auch, indem man sich selbst impfen lasse.

Jugendliche haben zunehmend Probleme

Auf jeden Fall seien für die jungen Menschen jetzt dringend Perspektiven notwendig, denn die psychischen Probleme würden sich weiter häufen, sagt Brixius. Auch in seine Praxis kämen immer mehr junge Menschen mit psychischen Störungen oder Auffälligkeiten.


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Interview: Prof. Eva Möhler, Kinder- und Jugendpsychiatrie Uniklinik Homburg
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Ein Thema auf SR 3 Saarlandwelle am 13.7.21 in der Sendung "Guten Morgen".

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