Hundeblick (Foto: Pixabay/creisi)

Wie schützt man seinen Hund vor Giftködern?

Julia Becker   10.09.2019 | 10:00 Uhr

Giftköder - sie sind für Hundebesitzer ein Albtraum. Doch was kann man tun, um seinen vierbeinigen Weggenossen davon abzuhalten, solche todbringenden Köder zu fressen? SR-Reporterin Julia Becker hat sich von Hundetrainerin Barbara Niederländer ein paar Tipps geben lassen.

Giftköder in Heusweiler
Audio [SR 3, Julia Becker, 10.09.2019, Länge: 02:12 Min.]
Giftköder in Heusweiler
Für Hundebesitzer und Tierfreunde ist es unbegreiflich, aber leider passiert es immer wieder: Präparierte Wurststückchen, mit Rasierklingen, Nägeln oder Gift werden ausgelegt. Wenn ein Hund einen solchen Köder frisst, kommt für das Tier oft jede Hilfe zu spät. So zum Beispiel für die Beagle-Hündin von Martin. Sie hatte vor rund zwei Monaten bei einem Spaziergang in Heusweiler einen mit Rattengift präparierten Köder gefressen und konnte nicht mehr gerettet werden. Von dem oder den Tätern fehlt bisher leider jede Spur.

Man kann mit seinem Hund aber tatsächlich ein sogenanntes "Giftködertraining" durchführen und dazu auch im Alltag ein paar Übungen einbauen, die helfen, den vierbeinigen Freund von dem tödlichen Leckerbissen fern zu halten.

Die Mandelbacher Hundetrainerin Barbara Niederländer empfiehlt, sofern möglich dem Welpen beizubringen, nichts vom Boden zu fressen - egal ob es sich um ein Stück Banane vom Küchenboden, Pferdeäpfel auf dem Spazierweg oder einen Apfel unterm Baum handelt. Dazu ist es wichtig, klar Abbruchsignale und deutliche Worte zu benutzen wie "Stop", "Lass es" oder ähnliches.

Konsequenz und Nachdruck sind dabei sehr wichtig damit der Hund lernt: Fressen darf ich nur, wenn man Herrchen/Frauchen das Futter freigibt.

Ebenfalls wichtig: Es gibt nur kontrollierten Freigang. Dabei sollte man von Anfang darauf achten, dass der eigenen Hund keine Möglichkeit hat, "seinen Weg" zu gehen das heißt, seine eigene Entscheidung zu treffen.

Um das kontrollieren zu können sollte man einen sicheren Rückruf trainieren - egal ob mit einem eindeutigen Wort wie "hierher" oder mit mit Pfeife. Wichtig ist dabei, dass dieser Rückruf ein "Notfallkommando" ist, also auch nur im Notfall zum Einsatz kommt, damit er sich nicht abnutzt, das heißt, der Hund ihn nicht mehr ernst nimmt.

Wenn ein Hund einen Köder wittert ist das sicher so ein Notfall.

Freiheitstrafe bis zu drei Jahren

Das Auslegen eines präparierten Köders ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Frisst ein Tier den Köder und erleidet dadurch Schmerzen oder den Tod, so kann das mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren und Geldstrafen geahndet werden.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 10.09.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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