Eine Holzbiene (Xylocopa) sucht  in den Blüten eines Muskatellersalbei nach Nektar. (Foto: dpa/David Eibner)

Die Holzbiene - ein Klimagewinner

Oliver Buchholz   09.08.2022 | 09:40 Uhr

Mit den heimischen Bienenarten hat die Holzbiene äußerlich nicht viel gemein: Sie ist größer und leuchtet in der Sonne metallisch Blau. Und sie fühlt sich in den saarländischen Gärten immer wohler, denn die Holzbiene ist ein Klimagewinner.

Mit bis zu drei Zentimeter Länge ist die Blaue Holzbiene die größte hier lebende Wildbienenart. Im Anflug wirkt das Gartentier des Jahres 2022 etwas furchterregend, doch Angst müsse man vor der Holzbiene nicht haben, sagt Hobby-Insektenexperte Robert Herberger.

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Holzbienen fühlen sich im Saarland heimisch
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 09.08.2022, Länge: 02:33 Min.]
Holzbienen fühlen sich im Saarland heimisch

Wildbienen leben allein

Die großen Brummer sind friedliebend und können sogar sehr gut beobachtet werden, wenn sie an Blüten sitzen. Wildbienen leben allein und riskieren bei einem Stich, der für sie tödlich enden kann, dass ihre gesamte Brut ausstirbt. Dieses Risiko gehen die Bienen daher eher selten ein.

Holzbiene im Garten beobachten

Holzbiene (Foto: Robert Herberger)

Wer schauen möchte, ob nicht auch die eine oder andere Holzbiene im eigenen Garten herumschwirrt, geht am besten zwischen 10.00 und 12.00 Uhr in den Garten. Zu dieser Uhrzeit sind die Tiere laut Herberger am aktivsten, da sie Hitze meiden.

Mit der entsprechenden Bepflanzung und Nisthilfen ist es möglich, Holzbienen anzulocken. Erwin Breit hat das für seinen Garten in Ottweiler bereits erfolgreich geschafft.

Arten der Blüten entscheidend

Holzbiene (Foto: SR)

Sein Tipp: Pflanzen mit Blüten setzen, deren Nektar tief im Blütenkelch liegt. Eine mögliche Anlockpflanze ist der Muskatellersalbei. Die richtige Bepflanzung ist die erste Voraussetzung um die Bienen anzulocken.

Standardmäßige Nisthilfen ungeeignet

Weiter geht es mit der entsprechenden Nisthilfe. Gewöhnliche Nisthilfen oder Wildbienenhotels, die es beispielsweise in Bau- oder Gartenhäusern gibt, sind für die Holzbiene ungeeignet. Die vorgebohrten Löcher sind zu klein und bieten nicht genügend Platz.

Besser sind Weichholzstämme, zum Beispiel aus Pappelholz. Die Löcher werden vorgebohrt und die Wildbiene übernimmt beim Einzug die weitere Aushöhlarbeit. Zwei Jahre musste Erwin Breit warten bis die erste Holzbiene ihre Wohnung angelegt hatte.

Holzbiene ist ein Klimagewinner

Die Holzbiene ist übrigens ein Klimagewinner. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum und wanderte mit steigenden Temperaturen weiter gen Norden. Sie ist jedoch keine invasive Art, da sie keine Konkurrenz für die heimischen Wildbienen darstellt. Im Gegenteil: Sie bereichert unsere Artenvielfalt und ist daher ein willkommener Gast in den saarländischen Gärten.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 09.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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