Hitze im Saarland (Foto: SR/Pasquale D'Angiolillo)

Sommer, Sonne, Hitzenotfall

Interview Dr. Thomas Schlechtriemen, Zentrale Rettungsleitstelle Winterberg

Interview: Eberhard Schilling   03.08.2020 | 11:00 Uhr

Wenn die Temperaturen in den roten Bereich klettern, kann es gesundheitlich mitunter richtig gefährlich werden. Im Interview erläutert der ärztliche Leiter der Zentralen Rettungsleitstelle Winterberg, Dr. Thomas Schlechtriemen, welche Formen von Hitzenotfällen es gibt und was die beste Prophylaxe ist.

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Sommer, Sonne, Hitzenotfall
Audio [SR 3, Interview: Eberhard Schilling, 03.08.2020, Länge: 05:26 Min.]
Sommer, Sonne, Hitzenotfall
Interview Dr. Thomas Schlechtriemen, Zentrale Rettungsleitstelle Winterberg.

Die Hitzeerschöpfung

Eine Hitzeerschöpfung trete auf, wenn der Körper die Hitze nicht mehr durch Schwitzen ausgleichen könne und die Körpertemperatur ansteige, sagt Dr. Schlechtriemen. Die Ursache: Der Körper hat zu wenig Flüssigkeit. Das beste Mittel dagegen: trinken.

Der Hitzekollaps

"Der Hitzekollaps ist die Konsequenz aus einer Hitzeerschöpfung", so der Notarzt. Ein Hitzekollaps trete auf, wenn der Körper so viel Flüssigkeit verloren habe, dass der Kreislauf kollabiere.

Der Sonnenstich

Wenn der Kopf viel UV-Strahlung abbekomme, könne es zu einer Reaktion des Gehirns und der Hirnhäute kommen. Mitunter seien dann sogar Krampfanfälle die Folge. Deshalb: Kopf Schützen, Kopfbedeckung aufsetzen!

Die Prophylaxe

Bei Hitze ist das beste Mittel der Vorsorge: trinken, trinken, trinken. Wer sich draußen aufhält, sollte zudem den Schatten suchen. Wenn das nicht möglich ist - zum Beispiel bei der Arbeit oder beim Sport - dann sollte man seine Aktivitäten draußen am besten in die frühen Morgen- oder Abendstunden legen und "mal einen Ganz zurückschalten", so Dr. Schlechtriemen.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen gebe es das Problem, das das Durstgefühl im Lauf der Jahre immer mehr abnehme, weshalb bei ihnen besonders darauf geachtet werden sollte, dass sie genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Patienten, die an einer Herzinsuffizienz leiden, sollten zwar nicht zu viel Flüssigkeit aufnehmen wegen der Gefahr von Ödemen und einer möglichen, eingeschränkten Nierentätigkeit. Die gelte aber nur bei normalen Temperaturen, sagt Dr. Schlechtriemen. Bei großer Hitze sollten auch diese Patienten viel trinken.


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Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 03.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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