Im Freibad (Foto: dpa)

Der beste Schutz vor Hautkrebs: Sonnencreme und Vorsorgeuntersuchung

Steffani Balle   13.07.2020 | 11:30 Uhr

Sommerzeit, Sonnenzeit. Wer gerne viel Zeit draußen verbringt, sollte seine Haut schützen, denn sonst droht Hautkrebs. Die Hautkrebsrate ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Doch rechtzeitig erkannter Hautkrebs lässt sich gut therapieren.

Der beste Schutz vor Hautkrebs: Sonnencreme und Vorsorgeuntersuchung
Audio [SR 3, Steffani Balle, 13.07.2020, Länge: 04:47 Min.]
Der beste Schutz vor Hautkrebs: Sonnencreme und Vorsorgeuntersuchung

Seit Ende der 70er Jahre steige die Zahl der Hautkrebserkrankungen kontinuierlich an, sagt Claudia Pföhler, Oberärztin an der Homburger Hautklinik. Der Blick in die Statistik zeigt, dass sich allein in den vergangenen 20 Jahren die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen im Saarland verdreifacht hat. Dazu beigetragen habe sicherlich das geänderte Freizeitverhalten, so die Hautärztin. Hinzu komme, dass durch die größere Wärme im Sommer auch mehr Abkühlung gesucht werde - zum Beispiel im Schwimmbad. Und auch im Urlaub halten wir uns meist mehr im Freien auf als Zuhause. Wenn die schönsten Wochen des Jahres am Meer oder in den Bergen verbracht werden, ist unsere Haut besonders hohen UV-Werten ausgesetzt.

Hoher Lichtschutzfaktor ist das A und O

Da hilft nur: Eincremen, und zwar mit Sonnencreme, die einen hohe Lichtschutzfaktor hat. "Blonde und rotblonde Personen sollten immer einen hochfaktorigen Schutz anwenden", sagt Dr. Pföhler. Zum Einstieg sogar mit Faktor 50+. Und grundsätzlich gelte: "Wenn wir uns in fernere Länder begeben, sollten wir unabhängig vom Hauttyp hohe Faktoren verwenden und auch darauf schauen, dass die Lichtschutz-Präparate sowohl UVA als auch UVB blocken."

Leichte Bräune schützt

Eine leichte Bräune, die in den Sommermonaten zwangsläufig kommt, bietet einen gewissen Schutz gegen die aggressiven, Krebs-erzeugenden UVB-Strahlen. "Wenn man sich durch das natürliche Sonnenlicht bräunt, hat man eine Lichtschwiele, das heißt, man ist in Maßen geschützt", sagt Dr. Pföhler. Anders sieht es aus, wenn man seine Bräune aus dem Solarium hat. Dort werde in den Röhren in der Regel nur UVA imitiert, so dass man zwar eine Bräune erlange, aber keine Lichtschutzschwiele aufbaue.

Vorsorge-Untersuchung

Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt (Foto: dpa)
Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt

Das eigene Hautkrebs-Risiko kann man regelmäßig testen lassen. Alle zwei Jahre zahlt die Krankenkasse eine Vorsorge-Untersuchung für alle ab 35 Jahren. Bei der Untersuchung wird ein Ganzkörper-Screening durchgeführt. "Im Prinzip wird das gesamte Hautorgan und auch die Nägel abgeschaut ob Leberflecke vorliegen, und es wird die Zahl der Leberflecke notiert, weil wir wissen, dass die Zahl der Leberflecke mit einem ansteigenden Risiko für schwarzen Hautkrebs korreliert."

Gute Heilungschancen bei Früherkennung

Wenn ein Melanom frühzeitig entdeckt wird, ist es mittlerweile gut heilbar. Den Fortschritt in der Medizin belegen die Zahlen des Saarländischen Krebsregisters: Bei um das Dreifache gestiegenen Fallzahlen hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Zahl der an Hautkrebs-Verstorbenen nicht erhöht. Das liegt vor allem an den verbesserten diagnostischen Möglichkeiten, weniger an der Therapie. Die ist meistens ein Fall fürs Messer. Der weiße Hautkrebs werde in der Regel herausgeschnitten. "Oberflächliche Frühformen können auch mit bestimmten Cremes, mit Laser oder mit Stickstoff-Kältetherapie angegangen werden", so die Hautärztin.

Zum Arzt gehen sollte man auf jeden Fall, wenn man beobachtet, dass ein Leberfleck sich verändert, zum Beispiel dunkler wird, eine Wölbung ausbildet oder sich vergrößert. Sommersprossen hingegen sind harmlos. Auch andere Flecken auf der Haut sind erst einmal unbedenklich. "Sie zeigen, dass die Haut manche Schäden nicht ganz vergessen hat", sagt Dr. Pföhler


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