Wildschweine (Foto: Pixabay / domeckopol)

Wildschweine im Garten: Was hilft?

Margit Groß-Schmidt / Onlinefassung: Raphael Klein   25.09.2018 | 09:45 Uhr

Im Saarland wurden 2017 mit mehr als 9000 Wildschweinen so viele Schwarzkittel wie noch nie erlegt. Doch immer noch klagen nicht nur Landwirte, sondern auch Gartenbesitzer in Stadt und Stadtrandgebieten über Schäden, die das Schwarzwild verursacht hat. Warum aber pflügen Wildschweine die Erde um und was kann man dagegen tun?

Es ist schon ärgerlich, was die Schwarzkittel so anrichten: Umgepflügte Gärten und umgestoßene Mülltonnen etwa sorgen bei vielen Gartenbesitzern für Unmut. Aber dieses Verhalten gehört nun mal zur Natur der Wildschweine, sagt Wildbiologe Roman Wüst. Sie sind Allesfresser und brauchen neben kohlenhydratreichem Futter auch tierisches Eiweiß. Und das finden sie im Boden. Den wühlen sie nach Würmern, Engerlingen, Mäusen oder Schnecken durch, und das überwiegend nachts.

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Wildschweine im Garten: Was hilft?
Audio [SR 3, Margit Groß-Schmidt, 25.09.2018, Länge: 04:41 Min.]
Wildschweine im Garten: Was hilft?

Lärm, Antibabypille oder Zaun?

Besonders die Stadt bietet den Wildschweinen nahezu ideale Lebensbedingungen: Zum einen gibt es keine Feinde, zum anderen Nahrung satt - zum Beispiel aus Mülltonnen und Fressnäpfen. Hier heißt das oberste Gebot: nicht anfüttern! Doch was kann man noch tun?

Schweinezüchter haben schon mal die Antibabypille für Schwarzwild gefordert oder sie wollten sogar Gift auslegen als Gegenmaßnahme gegen die Schweinepest. Einige versuchen es auch mit lauter Musik. Doch ein wirksamer Schutz gegen das Schwarzwild sei nur ein stabiler Zaun, sagt Johannes Schorr von der Vereinigung der Jäger des Saarlandes. Vergrämungsmittel wie Verscheuchungen durch Lärm hätten sich nicht bewährt, so Schorr.

Wichtig bei der Installation des Zauns: Er muss in Frosttiefe eingelassen werden - also mindestens 20 Zentimeter in die Erde eingelassen, einbetoniert und mit Baustahlmatten oder Maschendrahtzaun dazwischen montiert werden. Das kann allerdings sehr teuer werden. Eine kostengünstige Alternative ist da zum Beispiel ein Weide-Elektrozaun. Den gibt es überall im Vieh- und Pferdehandel. Der für das Tier ungefährliche Stromstoß sorgt dafür, dass die Wildschweine den Ort in Zukunft meiden.

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" vom 25.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle.

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