Eine Lehrerin steht vor ihrer Klasse. (Foto: Picture alliance/dpa | Arne Dedert)

Die Regeln für den Schulalltag

Jan Henrich   01.09.2022 | 09:40 Uhr

Am 5. September beginnt die Schule für über 90.000 Schülerinnen und Schüler im Saarland. Damit das Ganze funktioniert, gibt es eine Reihe von Regeln im Schulbetrieb. Ein Überblick, was erlaubt ist und was nicht.

Die Regeln für den Schulbetrieb können sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich ist das Schulwesen Ländersache, was dazu führt, dass die Vorschriften von Bundesland zu Bundesland verschieden sind. Aber auch von Schule zu Schule kann es Abweichungen geben.

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Gut zu wissen: Die Regeln für den Schulalltag
Audio [SR 3, Moderation: Eberhard Schilling, 01.09.2022, Länge: 05:42 Min.]
Gut zu wissen: Die Regeln für den Schulalltag
Im Studiogespräch gibt SR-Reporter Jan Henrich einen Überblick, was erlaubt ist und was nicht.

Schulordnung oder Hausordnung mit Einzelheiten

Landesweit gelten im Saarland unter anderem das sogenannte „Schulordnungsgesetz“ und die „Allgemeine Schulordnung“. Sie geben einen grundsätzlichen Rahmen vor, beispielsweise was Unterrichts- oder den Erziehungsauftrag der Schule angeht, aber auch was allgemeine Verhaltenspflichten von Schülern betrifft.

Daneben gibt es für die einzelnen Schulen noch Schulordnungen oder Hausordnungen. Dort steht beispielsweise drin, wie alt man sein muss, um das Schulgelände verlassen zu dürfen, welche Pausenzeiten gelten oder ob Smartphones erlaubt sind oder nicht.

Umgang mit Smartphones unterschiedlich

Es gibt kein allgemeines gesetzliches Verbot von Smartphones an Schulen im Saarland. Jede Schule kann individuell über den Umgang entscheiden. Die meisten Schulen haben eine Regelung getroffen, wonach Handys entweder nur ausgeschaltet auf dem gesamten Schulgelände mitgetragen werden dürfen oder sie zum Unterrichtsbeginn an einem festen Ort abgelegt werden.

Bei Verstößen kann das Handy auch tatsächlich einkassiert werden, zumindest für eine gewisse Zeit. Eine entsprechende Handhabe verstößt nicht gegen Rechte der Schüler. Ein Verwaltungsgericht in Berlin hat in einem Fall entschieden, dass es in Ordnung war, ein Smartphone über das gesamte Wochenende einzubehalten.

Heimliche Videoaufnahmen können strafbar sein

Symbolbild: Junge Smartphone-Nutzer  (Foto: Pixabay / terimakasih0)

Ein an Schulen oft diskutiertes Phänomen sind heimliche Video-Aufnahmen mit dem Smartphone und deren Veröffentlichung auf Plattformen wie Instagram oder TikTok. Solche Aufnahmen ohne Zustimmung zu posten ist in keinem Fall erlaubt. Hierbei können Persönlichkeitsrechte verletzt werden und den Urhebern der Videos sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Daneben haben Gerichte bestätigt, dass bei heimlichen Aufnahmen Schüler von der Schule suspendiert werden können, selbst wenn die Aufnahmen nur an einen kleinen Kreis verbreitet werden.

Keine körperliche Züchtigung

Seit 1973 ist die Prügelstrafe an deutschen Schulen verboten. Im saarländischen Schulordnungsgesetz heißt es: „Körperliche Züchtigung und entwürdigende Maßnahmen sind nicht zulässig.“ Man spricht auch meist nicht mehr von Strafen in dem Sinne.

Heute gibt es zum einen offizielle Ordnungsmaßnahmen, die gesetzlich genau definiert sind. Darunter fallen beispielsweise Verweise, oder wenn Schüler suspendiert werden. Aber auch tatsächlich der Ausschluss von einer Schule.

Wiedergutmachung im Vordergrund

Daneben gibt es Erziehungsmaßnahmen, über die Lehrer individuell selbst entscheiden können. Wobei da der pädagogische Ansatz im Vordergrund stehen soll, wie Max Hewer von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft betont. Denn man wolle bilden und eine Änderung des Verhaltens herbeiführen. Viele der Erziehungsmaßnahmen seien deshalb auf Einsicht oder Wiedergutmachung des angerichteten Schadens ausgelegt.

Privatsphäre und Datenschutz achten

Auf der anderen Seite müssen Lehrkräfte Privatsphäre und Datenschutz der Schüler achten. Ohne Zustimmung können beispielsweise keine Noten in der Klasse vorgelesen werden. Erlaubt ist allerdings ein anonymer Notenspiegel, der aufzeigt, wie häufig welche Noten in einer Klassen­arbeit vorgekommen sind.

Lehrer dürfen zudem nicht einfach Schultaschen durchsuchen. Sie können auffordern zu zeigen, was drin ist. Wenn der Schüler oder die Schülerin dem nicht nachkommt, kann allerhöchstens die Polizei dazu gerufen werden, wenn beispielsweise der Verdacht besteht, dass Waffen oder Drogen in der Tasche sein könnten.

Eigener Messenger-Dienst

Was datenschutzkonforme Kommunikation an der Schule angeht, sind Whatsapp-Gruppen an saarländischen Schulen untersagt. Schüler unter sich können sich aber über solche Gruppen austauschen. Für schnelle offizielle Nachrichten im Schulalltag wird derzeit ein Messenger-Dienst über die landeseigene Bildungscloud Online-Schule Saarland (OSS) aufgebaut.

Klassenarbeiten und Hausaufgaben zumutbar und altersgerecht

Grundsätzlich sollten die Anforderungen und Belastungen für Schülerinnen und Schüler durch Hausaufgaben altersgemäß und zumutbar sein. Was Klassenarbeiten angeht, gibt es feste Regeln im sogenannten „Erlass zur Leistungsbewertung“. Danach dürfen maximal drei sogenannte „große Leistungsnachweise“ pro Woche und höchstens eine schriftliche Arbeit am Tag geschrieben werden. Außerdem müssen Arbeiten sieben Kalendertage vorher angekündigt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR 3-Sendung "Guten Morgen" am 01.09.2022 berichtet.

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