Eine Frau mit Mund-Nasenschutz-Maske schaut sehnsüchtig aus dem Wohnzimmerfenster. (Foto: Imago Images/MiS)

Was tun, um das Zuhause über Weihnachten richtig zu lüften?

Karin Mayer   09.12.2020 | 10:25 Uhr

An Schulen wird es schon gemacht: alle 20 Minuten lüften, dabei die Fenster weit öffnen, damit Aerosole im Raum verfliegen. Auch Luftreiniger im Klassenzimmer können laut einer Studie virushaltige Aerosole reduzieren. Gut zu wissen, ob lüften und filtern auch ein Konzept für Weihnachten zuhause wäre.

Lüften hilft

Was tun, um das Zuhause über Weihnachten richtig zu lüften?
Audio [SR 3, Karin Mayer, 09.12.2020, Länge: 05:38 Min.]
Was tun, um das Zuhause über Weihnachten richtig zu lüften?

Durch das Stoßlüften in Klassenzimmern wird ein lange erkanntes Problem gelöst. Der CO2-Gehalt in Schulräumen steigt innerhalb von 20 Minuten stark an. Das verursacht Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Durch regelmäßiges Lüften wird dieses Problem gelöst. Streng genommen könnte das auch eine Lösung für Weihnachten sein, wenn der Besuch kommt: alle 20 Minuten die Fenster weit öffnen und lüften. Das Ansteckungsrisiko wird dadurch reduziert, sagt Prof. Joachim Curtius. Das Problem: Man heizt aus dem Fenster, verschwendet also Energie, und: Es kann empfindlich kalt werden.

Gekipptes Fenster reicht nicht

So viel ist auch sicher: ein Fenster kippen reicht nicht, weil der Spalt zu klein ist für den Luftaustausch. Ausschließlich Stoßlüften hilft, Aerosole zu reduzieren, die virushaltig sein können. Vom dauerhaft gekippten Fenster wird auch aus energetischen Gründen abgeraten.

Luftreiniger können unterstützen

Damit es in Klassenzimmern nicht zu kalt wird, könnte man zusätzlich Luftreiniger aufstellen. Laut einer Studie von Prof. Curtius können die Aerosole dadurch um 90 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig wird auch Heizenergie gespart. So ein Gerät kann auch im Wohnzimmer helfen. Es muss im Raum aufgestellt werden und beim Familientreffen eingeschaltet sein.

Trotzdem Abstand halten

Der Luftreiniger kann zwar Aerosole reduzieren. Direkte Tröpfcheninfektionen kann das Gerät aber nicht vermeiden. Wenn man sich sehr nahe kommt, helfen Luftreiniger nicht, so Prof. Joachim Curtius. In diesem Fall müsste man beim Weihnachtstreffen eine Maske tragen oder 1,5 Meter Abstand einplanen.

Hoher Luftstrom

Beim Kauf eines Luftreinigers sollte man zwei Dinge beachten: der Luftstrom sollte möglichst hoch sein. Als Minimum empfiehlt Prof. Joachim Curtius 300 Kubikmeter pro Stunde. Sein Tipp: Das Gerät darf nicht zu laut sein, sonst empfindet man es als unangenehm oder störend.

Hepa-Filter sind erprobt

Für Joachim Curtius sind Geräte mit Hepa-Filtern empfehlenswert. Diese Filter werden auch in Flugzeugen eingesetzt und haben sich lange bewährt. Bei der Stiftung Warentest laufen derzeit Tests von Luftreinigern in Bezug auf Aerosole. Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet. Bisher wurden die Luftreinger auf Pollen, Zigarettenrauch und Formaldehyd untersucht. Vor allem Pollen können die Luftreiniger sehr gut filtern. Der Anteil des Blütenstaubs wurde um bis zu 90 Prozent reduziert. Gute Geräte kosteten im März 2020 zwischen 250 und 350 Euro.

Filteranlagen mit Wärmetauschern einbauen

Luft filtern und trotzdem Heizenergie sparen, das geht mit einer Abluftanlage mit Wärmetauscher. Solche Lüftungsanlagen werden beispielsweise in Niedrigenergiehäusern eingebaut. Die Frischluft dann mit der Wärme der Abluft geheizt. 95 Prozent der Heizenergie wird dadurch zurückgewonnen. Solche Lüftungsanlagen kann man auch im Altbau nachrüsten, sagt Prof. Curtius.

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