Ein Arzt impft einen Patienten gegen Grippe. (Foto: dpa/Kay Nietfeld)

Grippeimpfung auch in Corona-Zeiten?

mit Informationen von Steffani Balle   18.09.2020 | 08:52 Uhr

Mit dem Herbst beginnt auch die Erkältungs- und Grippesaison. Im Studiogespräch fasst SR-Gesundheitsexpertin Steffani Balle zusammen, für wen sich eine Grippeimpfung empfiehlt.

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Empfehlungen zur Grippesaison
Audio [SR 3, Steffani Balle, 18.09.2020, Länge: 03:24 Min.]
Empfehlungen zur Grippesaison
Studiogespräch mit SR-Gesundheitsexpertin Steffani Balle über die Grippeimpfung.

Auch in Zeiten der Coronakrise gilt die grundsätzliche Empfehlung, dass sich Menschen über 60, chronisch Kranke und Pflegekräfte gegen Grippe impfen lassen sollten. Gleiches gilt für die Bewohner von Pflegeheimen, Mitarbeiter in Krankenhäusern und Schwangere. Mit Blick auf Corona hieß es einige Zeit, dass es auch sinnvoll wäre, die Kinder impfen zu lassen. Der Sprecher der Kinderärzte im Saarland empfiehlt jetzt aber nur noch eine Grippe-Impfung für chronisch kranke Kinder und Kinder, die in Haushalten mit vulnerablen Personen leben.

Größeres Interesse an Impfung

In dieser Saison ist das Interesse an einer Grippeimpfung deutlich höher als sonst. Ob es zu Engpässen beim Impfstoff kommt, ist derzeit noch schwer abzusehen. Laut Apothekerkammer hat die Bundesregierung für ganz Deutschland 25 Millionen Dosen Impfstoff vorrätig. Das sind bei 80 Millionen Einwohnern nicht genügend für jeden Einwohner. Aber in den vorigen Jahren haben sich aus den Gruppen, denen eine Impfung dringend empfohlen wird, nur rund ein Drittel tatsächlich auch gegen Grippe impfen lassen. Aus diesem Grund könnte der vorrätige Impfstoff auch in diesem Jahr ausreichen.

Grippeimpfung wegen Corona

Auch im Coronawinter wird die Grippeimpfung empfohlen. Experten rechnen noch immer damit, dass die Zahl der Coronainfektionen weiter zunehmen wird, und dass die Krankheitsverläufe auch wieder schwerwiegender werden könnten. Wenn Kliniken dann neben schwer erkrankten Covid 19-Patienten auch Grippe-Patienten aufnehmen müssen, könnte es zu einer Überlastung des Systems führen.

Grippe oder Erkältung

Ein erkältetes Kind putzt sich die Nase (Foto: Mascha Brichta / picture alliance / dpa Themendienst)
Ein erkältetes Kind putzt sich die Nase

Eine Erkältung beginnt schleichend mit Schnupfen, Husten, man fühlt sich unwohl und die Temperatur kann leicht ansteigen auf 38,5 bis 39 Grad.

Eine Grippe hingegen kommt urplötzlich. Wie aus den Nichts fühlt man sich körperlich völlig matt und zerschlagen und die Temperatur steigt deutlich an. Schnupfen und Husten, also die katarrhalischen Zeichen, treten bei einer Grippe erst später auf.

Ein Thema in "Guten Morgen" am 18.09.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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