Steckdose (Foto: dpa)

Wenn der Akku Feuer fängt

mit Informationen von Christian Ignazi   17.02.2020 | 16:53 Uhr

Smartphones, selbstfahrende Rasenmäher, Elektrofahrräder – solche elektrischen Geräte haben allesamt Lithium-Ionen-Akkus. Die sind alltagstauglich und größtenteils sicher. Trotzdem kommt es immer wieder zu Bränden.

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Brandgefahr durch Smartphones?
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 19.02.2020, Länge: 02:33 Min.]
Brandgefahr durch Smartphones?

Hintergrund
Defektes Handy löste tödlichen Brand aus
Das Feuer am Saarbrücker Neumarkt, bei dem in der Nacht zum Samstag ein 41-jähriger Mann ums Leben kam, ist laut Polizei durch einen technischen Defekt an einem Handy ausgelöst worden.

Lithium-Ionen-Akkus sind in Zellen aufgebaut. In der einen befindet sich Sauerstoff, in der anderen brennbares Material. Wenn sie miteinander reagieren, kann es einen Brand geben. Denn die Akkus haben eine hohe Energiedichte. Und genau darin liegt auch die Gefahr. Gibt es einen Kurzschluss, entlädt sich Energie auf einen Schlag.

Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer benennt mögliche Ursachen für Akkubrände:

  • Mechanische Beschädigungen können interne Kurzschlüsse verursachen. Der Akku gibt seine gespeicherte Energie schlagartig unkontrolliert ab und geht in Flammen auf. Umliegendes brennbares Material kann sich entzünden und so einen Brand entstehen lassen.

  • Externe Kurzschlüsse können sich auf die Zellchemie auswirken. Das kann im Akku zu einer hohen Wärmeproduktion führen. Auch daraus kann ein Brand entstehen. Zu externen Kurzschüssen kann es durch Produktfehler kommen, aber auch bei der Lagerung und Entsorgung. Die freiliegenden Kontakte dürfen sich bei der Lagerung nicht berühren und sollten bei der Entsorgung abgeklebt werden.

  • Hitze: Die Temperatur hat sowohl während des Betriebes als auch bei der Lagerung großen Einfluss auf die Lebensdauer und Kapazität der Akkus. Viele Hersteller geben zum Schutz des Akkus eine Temperaturobergrenze von 60°C an. Höhere Temperaturen können die Lebensdauer des Akkus verkürzen und zu Defekten führen. Auch das erhöht die Brandgefahr.

  • Kälte: Auch Temperaturen im Frostbereich können die Kapazität und Sicherheit des Akkus beeinträchtigen. Namhafte Hersteller nennen eine Mindesttemperatur von -10 °C. Wird eine Zelle über längeren Zeitraum zu niedrigen Temperaturen ausgesetzt kann der Akku dauerhaft Schaden nehmen. Brandgefahr besteht dann bei den nächsten Ladevorgängen.

Wie löschen?

Der Sauerstoff in den Zellen ist auch das Problem beim Löschen. Ein Akku brenne selbst dann weiter, wenn man ihm den Sauerstoff von außen entziehe, also zum Beispiel Sand draufschütte, sagt Daniel Roskos von der Saarbrücker Feuerwehr.

Um die Reaktion zu stoppen, gebe es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: "Wenn ich einen CO2-Löscher habe oder irgendwelche kalten Gase, kann ich es damit versuchen. Ansonsten hilft nur viel Wasser", so der Feuerwehrmann. Wenn man den durch den Brand heißen Akku mit kaltem Wasser bespritze, könne es aber passieren, dass er platze oder sogar explodiere. Sein Rat lautet deshalb: viel, viel Wasser. Am besten schmeiße man den Akku in einem Behälter, der randvoll mit Wasser gefüllt sei.

Vorbeugen

Die beste Vorsorge ist die fachgerechte Nutzung, denn Akkus sind an und für sich sicher. Nichtsdestotrotz empfiehlt der Experte, den Laderaum nicht unbeaufsichtigt zu lassen oder mit einem Rauchmelder auszustatten. Und sollte der Akku mal nicht richtig laden: auf keinen Fall selbst versuchen, daran rumzubasteln, denn "dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendetwas schief geht", so Roskos.

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