Steckdose (Foto: dpa)

Wenn der Akku Feuer fängt

Christian Ignazi   08.11.2018 | 09:45 Uhr

In der Pfalz ist kürzlich ein Haus abgebrannt, weil der Akku eines Elektrofahrrads Feuer fing. Der Bewohner hatte versucht, ihn mit Wasser zu löschen und es kam zur Explosion. SR-Reporter Christian Ignatzi hat nachgefragt, was man in solch einem Fall besser tun sollte und ist der Frage nachgegangen, wer im Fall des Falles für den Schaden aufkommt.

Elektrofahrräder, Laptops oder selbstfahrende Rasenmäher – solche elektrischen Großgeräte haben allesamt Lithium-Ionen-Akkus, die eine hohe Energiedichte haben. Und genau darin liegt auch die Gefahr. Denn auch, wenn es statistisch gesehen sehr selten passiert: Gibt es einen Kurzschluss, entlädt sich Energie auf einen Schlag.

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Akku-Brand: Ursachen und Haftung
Audio [SR 3, Christian Ignazi, 08.11.2018, Länge: 03:36 Min.]
Akku-Brand: Ursachen und Haftung

Die Lithium-Ionen-Akkus sind in Zellen aufgebaut. In der einen befindet sich Sauerstoff, in der anderen brennbares Material. Wenn sie miteinander reagieren, kann es, etwa bei einem Kurzschluss, einen Brand geben. Passieren kann das auch, wenn man einen Akku überlädt.

Wie löschen?

Der Sauerstoff in den Zellen ist auch das Problem beim Löschen. Ein Akku brenne selbst dann weiter, wenn man ihm den Sauerstoff von außen entziehe, also zum Beispiel Sand draufschütte, sagt Daniel Roskos von der Saarbrücker Feuerwehr.

Um die Reaktion zu stoppen, gebe es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: "Wenn ich einen CO2-Löscher habe oder irgendwelche kalten Gase, kann ich es damit versuchen. Ansonsten hilft nur viel Wasser", so der Feuerwehrmann. Wenn man den durch den Brand heißen Akku mit kaltem Wasser bespritze, könne es aber passieren, dass er platze oder sogar explodiere. Sein Rat lautet deshalb: viel, viel Wasser. Am besten schmeiße man den Akku in einem Behälter, der randvoll mit Wasser gefüllt sei.

Vorbeugen

Die beste Vorsorge ist die fachgerechte Nutzung, denn Akkus sind an und für sich sicher. Nichtsdestotrotz empfiehlt der Experte, den Laderaum nicht unbeaufsichtigt zu lassen oder mit einem Rauchmelder auszustatten. Und sollte der Akku mal nicht richtig laden: auf keinen Fall selbst versuchen, daran rumzubasteln, denn "dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendetwas schief geht", so Roskos.

Wer kommt für den Schaden auf?

Prinzipiell liege die Haftung bei dem, der das Gerät an die Steckdose angeschlossen habe, sagt Michael Weiskopf, der Vorsitzende des Wohneigentümer-Verbands Haus und Grund Saarland.

Doch unabhängig davon, wer das Gerät angeschlossen hat: Die Versicherung des Hauseigentümers komme in jedem Fall für den Schaden auf, beruhigt Jochen Utter von der Saarland-Versicherung, Abteilungsleiter Sachschaden bei Wohngebäuden und Hausrat. Zum Fall des explodierten E-Bike-Akkus sagt er: "Ein E-Bike gehört quasi zum Inhalt des Hauses also zum Hausrat. Die Gebäudeversicherung ist dafür da, Schäden am Gebäude zu tragen. Das heißt, es ist hier möglich, dass beide Versicherungen für den etwaigen Schaden aufkommen."

Die Frage sei also nicht, ob die Versicherung zahle, sondern lediglich, welche, so der Versicherungsexperte.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 08.11.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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