Winterblüher (Foto: picture alliance/dpa/Arno Burgi)

Blüten auch im Winter

Mit Informationen von Harry Lavall   08.01.2021 | 13:34 Uhr

Ein blühender Garten – das muss auch im Winter nicht bloß ein Traum sein. Winterblühende Zwiebelpflanzen machen es möglich.

Zwei kleine Einschränkungen gibt es allerdings bei den Winderblühern: Sie blühen nur während der frostfreien Tage, und die Blüten sind auch kleiner als die normalen Blüten im Sommer.

Winterling und Schneeglöckchen

Winterblüher im Garten
Audio [SR 3, Christian Job, Harry Lavall, 08.01.2021, Länge: 05:43 Min.]
Winterblüher im Garten

Der Winterling beispielsweise blüht teilweise im Schnee. „Das sieht aus, als hätte jemand eine Handvoll gelber Blüten im Schnee fallen lassen“, erklärt SR3-Gartenexperte Harry Lavall. „Und wenn es dem im Garten gefällt, kann er sich richtig ausbreiten.“ Allerdings verschwindet der Winterling auch relativ bald wieder.

Auch Schneeglöckchen, lateinisch: Galanthus, eignen sich zum Verwildern. Schneeglöckchen-Sammler, die sich Galantophile nennen, sammeln die unterschiedlichen Sorten. „Da ist der kleine Schnurrbart, der so ein bisschen grün gefärbt ist“, sagt Lavall. „Der ist beim einen breiter, beim anderen schmaler. Da gibt es unheimlich schöne Spielarten.“

Neben gefüllten Schneeglöckchen gibt es relativ früh die Märzenbecher und den Schneestolz, aber auch frühlingsblühende Krokusse, die teilweise schon im Februar loslegen, wie etwa der Elfenkrokus oder der Frühlingskrokus. Im Bereich zwischen Staude und Zwiebeln gibt es außerdem frühlingsblühende Alpenveilchen mit schönen Laubzeichnungen, die auch immergrün sind.

Wo sind die Pflanzen erhältlich?

Erhältlich sind diese Pflanzen im stationären oder Online-Fachhandel, außerdem oft auch auf Gartenmessen, wenn diese stattfinden. „Da sind oft Holländer dabei, die sich recht gut auskennen, die recht gut sortiert sind und die außerhalb des üblichen Sortiments Dinge anbieten“, so Lavall. „Also da lohnt es sich zu schauen.“

Wann und wo pflanze ich sie ein?

Zwiebeln werden in der Regel im Herbst eingepflanzt, wenn die Zwiebel als solche gekauft wird. „Jetzt im Frühjahr gibt es auch Einiges blühend in Töpfchen zu kaufen“, so Lavall. „Das wird dann natürlich nach der Blüte eingepflanzt, damit es sich noch ein bisschen im Garten etablieren kann.“

Pflanzzeit ist im März und April. Aber Achtung: Was jetzt teilweise im Februar blühend angeboten wird, sind nicht unbedingt die frühestblühenden Arten im Freiland. Diese Pflanzen sind vorgetrieben.

Was kann schief gehen?

Standortfehler sind möglich. Wenn zu hoch gepflanzt wird, können die Pflanzen nach unten wandern und umgekehrt.

Auch Stauden können im Winter toll aussehen. Christrosen beginnen teilweise schon im Dezember mit der Blüte. Lenzrosen schließen später an. „Das geht von November bis März durch“, sagt Lavall. „Da gibt es von den Farben her wunderschöne Arten.“ Christrosen haben weiße Blüten und verblühen leicht rosa. Bei den Lenzrosen gibt es einen rötlichen, pflaumenfarbenen Typ und verschiedene andere mehr. „Wenn man die im Garten hat und die Samenkapseln dran lässt, dann können sich neue Sämlinge bilden. Und die Farbe die herauskommt, kann ganz interessant sein, vor allen Dingen bei den Lenzrosen.“

Wichtig: Bilden sich bei Christ- und Lenzrosen auf den Blättern schwarze Flecken und trocknen diese ein, sollten sie abgeschnitten werden. „Das sind Pilzkrankheiten, die ins Rhizom einwandern und einwachsen können“, so Lavall. Das alte Laub sollte im Frühjahr weggeschnitten werden, um Platz für Neues zu machen.

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten auf SR3 vom 08.01.2021 berichtet.

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