Pflanzen-Anzucht (Foto: Pixabay.com)

Gutes Gärtnern geht auch ohne Torferde

Renate Wanninger   23.04.2021 | 10:00 Uhr

Jetzt im Frühjahr steigt die Nachfrage nach Blumenerde. Viele denken nicht daran, dass sich in den Plastiksäcken mit der Aufschrift Erde größtenteils Torf befindet. Rund zehn bis zwölf Millionen Kubikmeter Torf werden allein in Deutschland für den Garten verbraucht, und zwar von Erwerbs- und Hobbygärtnern. Aber es gibt eine umweltfreundliche und klimaschonende Alternative: torffreie Erde.

Deutschland war ursprünglich mal ein richtiges Moorland, sagt der NABU. Von den früheren 1,5 Millionen Hektar sind heute aber noch etwa fünf Prozent übriggeblieben. Der Rest wurde entwässert, land- und forstwirtschaftlich genutzt, bebaut oder für den Torfabbau in Anspruch genommen.

Torfabbau (Foto: pixabay)

Das Moor- ein Kohlenstoffbinder

Moorlandschaften haben aber sehr großen Einfluss auf unser Klima. "Drei Prozent der Landfläche auf der Erde sind Moore und diese speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie alle unsere Wälder", sagt Wera Kling vom NABU, Saarbrücken. Mit dem Abbau der Moore werde dieser Kohlenstoff frei gesetzt, und zwar als Treibhausgas CO2.

Das Moor - ein wichtiger Lebensraum

Auch Maren Brennig von der Landwirtschaftskammer des Saarlandes sagt, dass Erde mit Torf einfach nicht mehr zeitgemäß sei, denn auch die Artenvielfalt werde damit gefährdet. Viele verschiedenen Arten sind hier schon zum Teil extrem selten geworden, weil ihnen der Lebensraum Moor fehle, sagt Wera Kling. Dazu gehörten beispielsweise der Moorfrosch, das Birkhuhn, der Brachvogel, viele Libellen- und Schmetterlingsarten und auch Pflanzen wie der Glockentau oder die Moosbeere.

Gutes Gärtnern geht auch ohne Torferde
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 23.04.2021, Länge: 04:31 Min.]
Gutes Gärtnern geht auch ohne Torferde

Die Alternative zu Torf: Rindenhumus

Um dem weiteren Abbau der Moore entgegen zu wirken, kann man als Verbraucher zumindest darauf achten, dass man Blumenerde ohne Torf kauft. Ob Torf der Erde beigemischt ist, kann man ganz einfach auf der Verpackung nachlesen.

Und der Verzicht auf Torf stellt noch nicht einmal ein wirkliches Problem beim Gärtnern dar. Die Fähigkeit, Wasser zu speichern, hat beispielsweise auch Rindenhumus. Und Rindenhumus sorge darüber hinaus für eine gute Durchlüftung des Bodens, nehme Nährstoffe gut auf und halte den Boden schön locker und feinkrümelig. Damit habe er sogar mehr Qualitäten als Torf, sagt Wera Kling. Und das ist wohl auch der Grund, weshalb Rindenhumus inzwischen in vielen Gärntereien verwendet wird.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 23.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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