Gärtnern nach den Bauernregeln

Gärtnern nach den Bauernregeln

Renate Wanninger   05.02.2021 | 10:59 Uhr

„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist“ Das ist eine Bauernregel, die immer wieder gerne mit einem hämischen Grinsen verkündet wird. Meist dann, wenn man sich über Bauernregeln lustig machen will. Doch Bauernregeln haben oft einen wahren Kern, die auch beim Pflanzen und Ernten im heimischen Garten hilfreich sein können.

Überlieferte Erfahrungen

Bäuerin Theresa Andres zeichnet seit vielen Jahren Wetterdaten auf und vergleicht sie mit alten Bauernregeln. Sie ist ganz sicher, dass sie Wahres enthalten. „Weil sich die Bauern früher immer nur nach der Natur gerichtet haben“, sagt sie.

Die Bauern konnten nicht einfach drauflos säen in dem Glauben, dass sich alles fügen werde. Man sagte früher: Bei Missernten wird der reiche Bauer arm, der Arme stirbt vor Hunger. Also orientierte man sich an den Erfahrungen der Alten. Das sei auch heute noch bei ihrer Famile etwas ganz Normales, sagt Theresa Andres.

Aussaat erst nach Winterfrost

„Mein Mann wartet jetzt zum Beispiel drauf, dass es gefriert, weil er noch eine Einsaat zu machen hat, sagt die Bäuerin. Denn eine Bauernregel lautet: "Kommt der Frost bis im Februar nicht, zeigt er im März sein Gesicht." Deshalb wartet man mit der Aussaat, "denn die eingesäte Frucht kann nicht keimen." Es fehle die notwendige Wärme im Boden.

Pflanzen-Anzucht (Foto: Pixabay.com)

Bauernregeln kennt man weltweit

„Ist die Sonne von einem Ring umgeben, sei ganz sicher, es gibt bald Regen“ – eine Bauernregel, die des nicht nur in Deutschland gibt. Auch den Indianern in Nordamerika ist sie bekannt . Bauerregeln gibt es rund um den Globus, weil die Menschen überall auf Erfahrungen angewiesen waren und sind. Deshalb ist es nicht schlecht, sich auch beim Gärtnern danach zu richten.

Eine der bekanntesten Regel ist wohl die, dass man vor den Eisheilgen keine empfindlichen Pflanzen ausbringen oder säen sollte – also nicht vor dem 15. Mai. Theresa Anders selbst hat auch schon ihre Erfahrungen damit gemacht, als sie vor ein paar Jahren Salatsetzlinge zu früh setzte – und alle erfroren sind.

Gärtnern nach Spezialkalendern

Gärtnern nach dem Mondkalender
Audio [SR 3, (c) SR/Renate Wanninger, 05.02.2021, Länge: 02:35 Min.]
Gärtnern nach dem Mondkalender
Manche Hobbygärtner- und gärtnerinnen probieren auch mal unterschiedlichste Methoden in ihrem Garten aus. Dazu gehören Bauernregeln und Wetterbeobachtungen. Für manche spielt aber auch der Mond eine Rolle. Wir erklären, wie man nach dem Mondkalender gärtnert.

An den hundertjährigen Kalender aber glaubt die Bäuerin nicht. Denn hier hat uns der Klimawandel einen Strich durch die Rechnung gemacht, meint sie. Ihre heutigen Aufzeichnungen hätten mit denen von vor hundert Jahren kaum Übereinstimmungen. 

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, die Natur beim Gärtnern zu nutzen: den Mondkalender. Und wer jetzt lächelt, sollte dabei auch bedenken, dass der Mond sogar Einfluss auf Ebbe und Flut hat. Warum sollte er also nicht auch Einfluss auf unsere Pflanzen haben. Mondkalender gibt es mittlerweile in jeder Buchhandlung.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 05.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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