Heizkessel (Foto: dpa)

Welche Heizungen werden gefördert

Renate Wanninger   15.05.2020 | 12:06 Uhr

Der nächste Winter kommt bestimmt, und mit ihm die Kälte und die Rechnungen fürs Heizen. Da lohnt es sich auf jeden Fall, sich die eigene Heizung mal genauer anzusehen: Ist sie noch auf aktuellem Stand? Oder wäre es sinnvoll, sie zu erneuern? Was lohnt sich? Und wofür gibt es Zuschüsse?

Was wird gefördert?

Bisher gab es für die klimafreundliche Erneuerung der Heizung Förderung von der KfW. Jetzt laufe die Förderung bei Heizungsanlagen fast vollständig über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), sagt Reinhard Schneeweiss, Energieberater bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

www.bafa.de
Informationen zu den Förderungen für Heizungen

Während es zuvor einen festen Förderbertrag gab, orientiert sich die Förderung nun an den tatsächlichen Kosten der Heizungserneuerung. Und diese Förderung kann sich richtig lohnen: Bis zu 45 Prozent Prozent kann sie betragen. Hinzu kommen die eingesparten Energiekosten, und auch das Klima profitiert.

Ölbrennwertheizungen
Ölbrennwertheizungen werden nicht mehr gefördert. Ab 2026 wird auch der Einbau neuer Ölheizungen verboten. Das gilt sowohl im Neubau als auch bei der Renovierung von Altbauten. Wer eine Ölheizung nutzt, kann dies aber auch in Zukunft tun.

Gasbrennwertheizungen
Bei Gasbrennwertheizungen sei eine Förderung daran gebunden, "dass es einen zusätzlichen regenerativen Anteil gibt, der bei 25 Prozent der jährlichen Heizenergie liegt", so Schneeweis. Um das zu erreichen, müssten schon relativ anspruchsvolle Maßnahmen ergriffen werden. Das heißt: Nicht jede Gasheizung wird jetzt gefördert, sondern nur die Brennwerttechnik, die mit regenerativen Energieformen wie Solaranlage, Biomasseanlage oder Wärmepumpe gekoppelt ist.

Ein Gerücht scheint sich in diesem Zusammenhang hartnäckig zu halten, nämlich dass man seine alte Ölheizung dafür entsorgen muss. Sprich, dass man die Förderung nur dann bekommt, wenn man von Öl auf Gas umstellt. Aber das sei nicht korrekt, sagt Schneeweiss. Es sei vielmehr so, dass man für das Ersetzen einer Ölheizung eine Zusatzförderung von zehn Prozent bekomme.

Lohnt sich die Installation einer Wärmepumpe?
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 15.05.2020, Länge: 02:03 Min.]
Lohnt sich die Installation einer Wärmepumpe?

Wärmepumpe

Die Fördervoraussetzungen bei der Wärmepumpe seien relativ anspruchsvoll, sagt der Energieberater der Verbraucherzentrale. Sole, Wasser als auch Luft seien möglich, "man muss aber Jahresarbeitszahlen nachweisen, die im Bestand über 3,5 bei Luft/Wasser und über 3,8 bei Sole/Wasser liegen", und die 3,5 bei Luft/Wasser sei schon eine sehr anspruchsvolle Zahl.

Es geht darum wieviel Strom aus der Steckdose man im Jahr für die Erzeugung von Wärme verbraucht. Kombiniert man diesen Energiebedarf mit einer Photovoltaik-Anlage, reduziert sich die Zahl zwar, aber man muss auch daran denken, dass die Sonne im Winter – also wenn man die Heizung am meisten braucht – weniger Energie liefert als im Sommer.

Energieberater Schneeweiss ist deshalb nicht ganz vom Kosten-Nutzen-Faktor der Wärmepumpe überzeugt.

Wer sich für eine Fußbodenheizung entscheidet, für den könnte die Wärmepumpe trotzdem interessant sein, denn für eine Flächenheizung muss das Wassesr nicht so hoch erhitzt werden.

Pellets  (Foto: dpa)

Pelletheizung
Für sinnvoll hält Schneeweiss das Heizen mit Pellets. Die Anschaffungskosten für eine Pelletheizung seien zwar etwas höher, doch das relativiere sich die durch die Förderung. Pellets sind ein Abfallprodukt, sodass man auch keine ökologischen Bedenken haben muss. Worauf man aber auf jeden Fall achten sollte: Man braucht einen Lagerraum für die Pellets. Zudem sind die Heizungen etwas störanfälliger, weshalb man auf jeden Fall eine ausgereifte Technik achten sollte.

Antrag stellen

Wer eine Heizungsförderung bei der BAFA stellen will, dem empfiehlt Schneeweis, dies dem Heizungsbauer zu übertragen. Die Anträge seien nicht ganz selbsterklärnend. Aber egal, ob man den Antrag selbst oder über den Heizungsbauer stellt: "Wichtig ist, dass der Antrag vor Beauftragung der Firma erfolgt", so der Verbraucherschützer. Als Vorhabensbeginn werde nun nämlich der Auftrag an die Firma gewertet.

Zusätzliche Kosten für CO2

Ab 2021 werden auf Öl und Gas über den Zertifikatehandel übrigens zusätzliche Kosten anfallen. Zunächst sollen die Zertifikate 10 Euro kosten, der Preis soll aber auf 35 Euro steigen.

Ein Thema in den "Bunden Funkminuten" am 15.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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